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Adolf Wölfli Biografie

© Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern Autor: 	 Beschreibung: 	Adolf Wölfli mit Papiertrompete, um 1926 / Adolf Wölfli with paper-trumpet, around 1926

Die musikalischen Kompositionen sind in den Heften von 1917 bis 1925 ausschliesslich als Solmisationen (do re mi fa so la ti do) notiert. Die vielen Buchstaben- und Silbenwiederholungen, Unterstreichungen, Taktangaben und Musikzeichen bewirken, dass die jeweiligen Seiten sich optisch als dekorative Schriftbilder präsentieren.

Der Rückgang der narrativen Texte sowie der gezeichneten Illustrationen spiegelt eine gewisse Ermüdung. 1922 begründet Wölfli, was ihn daran hindere, sein umfangreiches erzählerisches Werk zu Ende zu führen: "Schluss. Hochwährte Läser und Läserinnen. Wegen schmertzhafter Krankheit und grässlich biterem Leiden, findet sich meine ändsuntterzeichnete Wenigkeit genöhtigt, das grosse, lehrreiche, untterhaltende und, schöne, in keiner Ahrt und Weise zu untterschätzende Buch, in seinem unvollendeten Innhalt diräkt, abzuschliessen, was den umstand nicht verhählt, Letzerem noch eine Anzahl sinnreiche, schöne und ahnschauliche Bilder, beizufügen, zu deren musikahlischer Bearbeitung, ich leider die, Kraft und Ausdauer, nicht mehr besitze. Und doch, möchte ich, nachdem ich schon 22 volle Jahre lang, An diesem kompliszierten Wärk gearbeitet habe und den Tritten Theil des gantzen Buches zu Stande brachte, dem Letzteren noch einen hübschen Schlussakt beibringen, an welchen sich gewiss, manches musikalische Genie, ergötzen und freuen wirt. Es folgt nun Hier, ein schöner, Elfgängiger, Schluss=Marsch=Stooss, bestehend aus ll Lieder. 1,922."
(zitiert nach Elka Spoerri)

Allbumm-Hefte mit Tänzen und Märschen (1924-1928)
In Form von witzigen, vershaften Moritaten besingt Wölfli in den Allbumm-Heften aktuelle Begebenheiten, Personen und Orte in Bern, der Schweiz oder im Ausland (z.B. Schweizer Bundesrat, das Militär oder technische Neuerungen).

Trotz seiner Ankündigung im "Schluss"-Text von 1922 hörte Wölfli nicht auf zu schreiben und zu komponieren, er änderte nur die Gestaltung und die Illustration der acht folgenden Hefte, die „Allbumm-Hefte“. Sie weisen ein neues, längliches Querformat auf und sind im Umfang dünner und handlicher als die Hefte mit Liedern und Tänzen. Die alte durchgehende Heft-Nummerierung wird nicht weitergeführt, nur wenige Hefte tragen noch einen Titel. Neben den Zeichnungen enthalten die Allbumm-Hefte 201 im Text eingeklebte Reproduktionen, die Wölfli als "Bilder=Rähtsel" betitelt und durchnummeriert hat.

Trauer-Marsch (1928-1930)
”Ich arbeite schon vile Jahre an einem sehr schönen und starken Trauer-Marsch, der insgesamt 8850 je schöne Marsch-Lieder bekommt. 7150 Lieder dafohn sind schon gemacht. Dazwischen kommen je partienweise zahlreiche schöne Gedichte, Rätsel, Humoresken und Juxe: Reise-Geschichten! Jäger- Geschichten und Kriegs-Geschichten! Sowie eine ganz respektable Anzahl schöner Bilder. Das ganze Werk, wenn’s einmal fertig ist, hat den tadellosen Wert von 55'000 Fr.” (Adolf Wölfli 1929)

Der „Trauer=Marsch“ bildet den Abschluss von Wölflis dichterischem Schaffen. Während der letzten zwei Jahre seines Lebens arbeitete er unablässig daran. Die Krankengschichte dokumentiert seinen ungebrochenen Willen, das Werk zum Abschluss zu bringen. Auch eine schwere Magenoperation im März 1930 konnte ihn kaum in seinem Arbeitsdrang hemmen.

Bei den Illustration des Trauer=Marsches arbeitet Wölfli nahezu ausschließlich mit Collagen. Er klebt sie vorwiegend am unteren oder oberen linken Rand der Seiten ein, gelegentlich platziert er sie auch als Medaillons in die Blattmitte, manchmal ergänzt er sie mit Vögeli. Als Bildmaterial benützte Wölfli Reproduktionen aus neueren illustrierten Zeitschriften, zum großen Teil aus „Illustrated London News“. Dabei zeigt er trotz seines isolierten Lebens in der Anstalt eine große Treffsicherheit im Aufspüren aktueller Themen: Sport, Film, Technik, Großstadtleben, Bergwelt, Reklamewesen etc.. Auch Motive seiner Schriften werden noch einmal im Konzentrat vorgeführt: Frauenschönheit, Mutterliebe, häusliches Glück und Wohnkomfort (als Gegensatz zu seinem ärmlichen Zuhause), politische und finanzielle Macht, Berge und Gletscher, exotische Tiere und Reisen, Unglücksfälle und Umweltkatastrophen, etc.
(zitiert nach Elka Spoerri)



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