Michelangelo beginnt zunächst
eine Lehre bei Ghirlandaio. Er scheint sich dort vor allem die handwerklichen
Grundlagen der Malerei angeeignet zu haben. Schon bald wechselte er in das Fach,
das seine ureigenste Begabung widerspiegelte: zu der Bildhauerei. Das Bemühen
um eine möglichst naturalistische Darstellung des menschlichen Körpers
und das gleichzeitige Streben um vollkommene Harmonie wird ihn sein ganzes Leben
begleiten und sich auch in seinen malerischen Werken widerspiegeln.
Bereits bei frühen Werken ("Kentaurenkampf", " an der
Treppe") wird seine künstlerische Größe spürbar.
Michelangelo verbindet die klassische Kunst der Antike mit
den Anforderungen der Renaissance und folgt dem Beispiel
Donatellos.
Michelangelo findet in der Familie der Medici seine Gönner
und Förderer. Nach dem Sturz der Medici, flieht der
Meister zunächst nach Venedig, um schließlich
nach Rom zu gehen. Sein egozentrischer Charakter führt
immer wieder zu Konflikten, selbst mit dem Papst und dessen
Nachfolgern. Trotzdem erhält er schließlich von
Papst Julius II. 1508 den Auftrag zur Ausmalung der Sixtinischen
Kapelle.1512 vollendet Michelangelo diese gewaltige Aufgabe.
Das großartige Werk zeigt ebenfalls das leidenschaftliche
Bemühen Michelangelos um die Darstellung des menschlichen
Körpers.
In den beiden letzten Jahrzehnten übernimmt Michelangelo
zunehmend architektonische Aufträge. 1547 erhält
er die Bauleitung für die Peterskirche. Kein Künstler
vor Michelangelo hat solch künstlerische Techniken von
unbeschreiblichen künstlerischen Wert entwickelt. Die
Malerei erfuhr in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eine
unendliche Erweiterung.
Michelangelo hat nicht nur die Künstler seiner Zeit
maßgebend beeinflusst, seine Werke gaben selbst dem
Barock noch entscheidende Impulse, wofür Rubens wohl
das beste Beispiel ist.
Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass Michelangelo
seiner Nachwelt vor allem auch in seiner Bedeutung als Bildhauer
in Erinnerung geblieben ist. Zeit seines Lebens war er um
die vollendete Darstellung des menschlichen Körpers
bemüht und in der Bildhauerei gelang ihm, die klassische
Schönheit der Antike mit einem bisher nicht gekannten
Ausdruck der Empfindsamkeit zu Verbinden.