Die gilt als Zeitalter des
Humanismus, geprägt von Frieden und dem Streben nach Menschlichkeit.
Auch wenn man annehmen kann, dass im Alltag der "Alte
Meister, Renaissance" Wirklichkeit und Ideale sehr wohl nicht immer übereinstimmten,
so galt und gilt die Zeit nach dem als barbarisch empfundenen Mittelalter als
kulturelle Blütezeit.
Zunehmend vollzog sich die Trennung von Kirche und
Wissenschaft. Man wollte Erkenntnisse und Wissenschaft unabhängig von
kirchlichen Dogmen. Galilei, Kepler und Kopernikus ließen sich in ihrem
Forschen nicht mehr unterdrücken.
Diese Unvereinbarkeit von wissenschaftlicher und künstlerischer Freiheit
mit christlichen Dogmen spiegelte sich nicht zuletzt in der Inquisition wieder.
Zur Zeit der frühen Renaissance am Beginn des 15.Jh. ist Italien ein
Land von mehreren Kleinstaaten. Besonders einflussreich sind: das Herzogtum
Mailand, die Republik Florenz, der Kirchenstaat, die Republik Venedig,
das Königreich Neapel.
So sehr das Land in der aufblühenden Zeit der Renaissance als friedliches
Land gilt, so sollte trotzdem erwähnt werden, dass es vor allem in den
großen Städten soziale Spannungen gab; ein große Zahl von
armen Lohnarbeitern stand einem reichen Großbürgertum und dem Adel
gegenüber.
Doch nichts hindert die aufkeimende Kunst daran, sich bis zur Hochblüte
am Beginn des 16. Jh. zu steigern.
Das Jahr 1527, in dem Karl V. in Italien einmarschiert
und Rom plündert, gilt als Ende der Hochrenaissance. Die Zeit der Spätrenaissance
(Manierismus) erstreckt sich in etwa von 1520 bis zum Ende des 16.Jh. und geht
dann in den Barock über.
Den Beginn der Renaissance festzulegen ist schwierig und hängt oft vom
subjektiven Standpunkt des Historikers ab.
Letztlich ist die Renaissance eine Antwort auf die geistigen Entwicklungen,
Entdeckungen und politischen Gegebenheiten des 14. und 15.Jh.
"Zwei äußere Umstände waren für die Entwicklung einer
Kultur der Renaissance in Italien günstig. Zum einen der rege Handel mit
den bedeutenden Kulturen der Griechen, Moslems und Juden. Aus ihm entstand
auch das hochentwickelte italienische Finanzwesen (das in Begriffen wie Lombard-Satz
bis heute nachwirkt), sowie die ausgeprägte Weltläufigkeit der Menschen
in den italienischen Metropolen - es gab zu Beginn des 14. Jh. immerhin bereits
23 Städte mit mehr als 20000 Einwohnern. Zum anderen die fehlende militärische
Bedrohung durch außeritalienische Mächte." (S. 13)