Der Zeitrahmen des Rokoko umspannt etwa die Jahre von 1730 – 1770/80.
Der Ursprung des Wortes Rokoko leitet sich von dem französischen Wort „rocaille“ ab. Rocaille war die Bezeichnung für ein Dekorations- und Ornamentmotiv dieser Stilepoche.
Das Rocaille-Motiv zeigt Elemente von Korallen, Muscheln, Rauch und Blattranken ohne eindeutig nur einem dieser Motive zugeordnet werden zu können. Diese universelle Form wurde als Rahmenform, als Dekorationsprinzip, als Ornament für Möbel und einfach als Bildgegenstand verwendet.
Entstanden ist das Rokoko im Frankreich des 18. Jh., zur Zeit Ludwigs XV. unter dessen Herrschaft der Hof von Versailles wieder nach Paris verlegt worden war. Paris wurde damit wieder zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens des Adels und zahlreiche Palais entstanden. Viele dieser prunkvollen Bauten wurden von den führenden Architekten Germain Boffrand und Robert de Cotte gestaltet. Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens standen nun die Stadthäuser der adeligen Gesellschaft und die Salons für Bälle, Lesungen und Konzerte. Es drehte sich nicht mehr alles um den absoluten Herrscher und seine Repräsentation.
Das Rokoko ist die Zeit der Leichtigkeit, Heiterkeit und beschwingter Grazie. Das Üppige, das Schwermütige und Dunkle, wird ausgeschlossen, man will es nicht sehen müssen.
Ornamentstiche, die als Vorlagen für Schnitzereien, Stuckaturen und Spiegelrahmen dienten, bewirkten eine rasche Verbreitung der neuen französischen Stilrichtung in Europa.
Friedrich der Große gab 1745 den Auftrag, das kleine Schloss Sanssouci (franz., sorgenfrei) bei Potsdam zu bauen. Den Auftrag erhielt der Baumeister und Maler Georg Wenzelslaus von Knobelsdorf (1699 – 1753), da dieser bereits Erfahrungen in Paris gemacht hatte. Das Rokoko-Schloss sollte vor allem der Muse des Königs dienen. Gesellschaften wurden nur im kleinen Kreis abgehalten. Auch der französische Philosoph Voltaire (1694-1778) hielt sich immer wieder in dem Schlösschen auf.
In Bayern, wo bisher italienische Architektur bevorzugt wurde, entsandte man den Baumeister Francois de Cuvillés an die Pariser Akademie, um sich mit dem neuen französischen Stil auseinander zu setzen. Cuvillés wurde schließlich in München Hofbaumeister. Seine Bauten waren Zeugen des Rokoko, wobei vor allem das Residenztheater zu nennen ist.
Rokokowandspiegel,
süddeutsch, drittes Viertel 18. Jahrhundert, goldgefasste,geschnitzes Rociallen, Rahmen mit originaler Tafel, 109 x 59cm, Altersspuren. Lot: 140-026888/0016
Bildnachweis: Dorotheum Wien
Rokokokonsoltisch,
um 1760, geschweiftes geschnitztes Gestell mit ursprünglich grün und gold ausgelegten Fassungsresten, ergänzte Marmorplatte, 79 x 79,5 x 39 cm, Altersspuren auf schöner Patina,Teile ergänzt.
moebel -und- dekorative- kunst- Lot 9/526
Bildnachweis: Dorotheum Wien
Seltenes Ensemble einer Salonbeleuchtung,
nach französischen Louis XV Vorbildern im 20. Jahrhundert gearbeitet, patinierter Bronzeguß, bestehend aus: zwei kronenförmige Luster mit jeweils fünfzehn Flammen und den Dimensionen 105 x 80 cm, vier Wandappliken mit jeweils zwei Flammen, Altersspuren, o. G. f.
moebel- und- dekorative- kunst- Lot 9/607
Bildnachweis: Dorotheum Wien