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Tue, 07. September 2010                                

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Augenschmaus – Vom Essen im Stillleben

ALTErtuemliches Termine Reminder BA-CA Kunstforum, Wien

  • Meister des Amsterdamer Bodegón
    Meister des Amsterdamer Bodegón
    Meister des Amsterdamer Bodegón (vormals Alejandro de Loarte zugeschrieben)
    Küchenszene (Bodegón) Rijksmuseum Amsterdam, Depositum im Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam


    Paul Cézanne Steingutkrug
    Paul Cézanne Steingutkrug
    Paul Cézanne Steingutkrug, 1893/94
    Fondation Beyeler, Riehen/Basel
    © Foto: Peter Schibli, Basel


    Giovanni Boldini Tischecke
    Giovanni Boldini Tischecke
    Giovanni Boldini Tischecke, um 1890 Museo Giovanni Boldini, Ferrara © Foto: Fototeca e Archivio Fotografico delle Gallerie d’Arte Moderna e Contemporanea, Commune di Ferrara


    Giuseppe Arcimboldo Der Gemüsegärtner
    Giuseppe Arcimboldo Der Gemüsegärtner
    Giuseppe Arcimboldo Der Gemüsegärtner
    Museo Civico »Ala Ponzone«, Cremona


    Pablo Picasso Stillleben mit Totenkopf
    Pablo Picasso Stillleben mit Totenkopf
    Pablo Picasso Stillleben mit Totenkopf, Porree und Kanne vor einem Fenster, 1945 Privatbesitz © Succession Picasso/VBK, Wien, 2010


    Félix Vallotton Entrecôte
    Félix Vallotton Entrecôte
    Félix Vallotton Entrecôte, 1914
    Privatbesitz © Foto: Reger Studios, München


    Justus Juncker Birne mit Insekten
    Justus Juncker Birne mit Insekten
    Justus Juncker Birne mit Insekten, 1765
    Städel Museum, Frankfurt am Main © ARTOTHEK


Datum: 10.02.2010 - 30.05.2010

Für das Frühjahr 2010 plant das Bank Austria Kunstforum eine »kulinarische« Ausstellung, die sich der über die Jahrhunderte gewandelten Alltagskultur des Essens und Trinkens widmet - ein Thema, das im gleichsam »marginalen« Genre des Stilllebens seine weitreichendste Entfaltung erlebt.

Meister des Amsterdamer Bodegón (vormals Alejandro de Loarte zugeschrieben) Küchenszene (Bodegón) Rijksmuseum Amsterdam, Depositum im Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam

Anhand von rund 100 exemplarischen Werken aus unterschiedlichen Kunstlandschaften und Epochen werden Geschichte und Stellenwert des Essens im Stillleben vom 16. bis ins 20. Jahrhundert in verschiedenen Erzählsträngen verfolgt. Das Stillleben wird in der Ausstellung als ein sich wandelndes Bedeutungssystem präsentiert, das in direktem Verhältnis zu den Veränderungen der Gesellschaft und ihren kulturellen Praktiken steht. Hierbei soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit das Stillleben bloße Naturnachahmung, Symbolträger oder gar Konstruktion von Realität ist. Erstmals werden durch konzise Gegenüberstellungen neuzeitlicher und aktueller Kunst die Kontinuität, Differenz und Bandbreite des Stilllebens in seinem kreatürlichen und symbolischen Bezug zum Leben beleuchtet.

Paul Cézanne Steingutkrug


In ihrem Versprechen umfassender Sinnlichkeit üben Stillleben bis heute, in Zeiten der totalen Verfügbarkeit fast aller Dinge, eine ungebrochene Faszination aus: Seit ihren Ursprüngen in der Antike behandeln Stillleben mit ihrem Fokus auf die oftmals übersehene kreatürlich-materielle Ebene des menschlichen Daseins essentielle Themen wie das Verhältnis von Kunst und Realität, von Schein und Sein, von Geist und Materie, von Leben und Tod. Die Ausstellung zeigt, wie das Stillleben über die malerische Erfassung des Kreatürlichen selbst zum Modell malerischer Reflexion wird. Ausgehend von Pieter Aertsens Küchen- und Marktstücken, die die Bedeutungsumkehrung vom Religiösen zum Profanen markieren, wird die Entwicklung des Genres in seiner kontinuierlichen Entfaltung mit Werken des 17. und 18. Jahrhunderts vorzüglich aus den Niederlanden, Spanien und Italien nachvollzogen.

Giuseppe Arcimboldo Der Gemüsegärtner

In der akademischen Gattungshierarchie auf den untersten Rang verwiesen und auf Grund der unheroischen, »niederen Existenz« der Darstellungsgegenstände als minderwertige Form künstlerischen Ausdrucks abgetan, war das Stillleben - eben durch diese vermeintliche Bedeutungslosigkeit aus dem Fokus gerückt - von jeher als Experimentierfeld für malerische Interessen prädestiniert. So verwundert es nicht, dass die Errungenschaften der modernen Malerei mit ihrem sukzessiven Rückzug aus der mimetischen Wiedergabe der Natur mit der Darstellung des Marginalen - und letztlich mit dem Genre des Stilllebens - verknüpft sind. In der Ausstellung wird dies an einem breiten Spektrum von Kunstwerken - von Chardin und Goya bis zu Cézanne und Picasso - vor Augen geführt.


Wie eine der möglichen Fortsetzungen dieser Entwicklung erscheint die Transformation der Nahrung vom Sujet der Malerei zum eigentlichen künstlerischen Material in der Eat Art - auch ihr ist in der Ausstellung ein eigenes Kapitel gewidmet.

Kuratorinnen: Heike Eipeldauer, Evelyn Benesch


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