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Thu, 02. September 2010                                

 



Die Renaissance

Auch der Schrank wurde als Möbelstück immer beliebter. War er bisher in Rathäusern und Sakristeien in Verwendung, so traf man ihn zunehmend in vornehmen bürgerlichen Haushalten an.
Der Schrank in Form der Kredenz (zweitüriger Schrank mit Schubladen unter einer aufklappbaren Platte) war der Aufbewahrungsort für Geschirr.
Daneben gab es den sogenannten „Kabinettschrank“ mit aufklappbarer oder herausziehbarer Schreibplatte und mehreren Schubladen, wo Schreibutensilien Platz fanden.
Es gab auch bereits Büchergestelle und Bücherschränke. Die Verzierungen der verschiedenen Schränke bestanden aus plastischen Rosetten, gerahmten Füllungen, Pilaster und Säulen.
In Nebenräumen standen häufig zweigeschossige schlichte Schränke.

Von zunehmender Bedeutung wurde auch das Bett, das ein überhöhtes Kopfende und einen truhenförmigen Unterbau hatte. Zur Zeit der Hochrenaissance gab es diesen Unterbau nicht mehr, stattdessen wurde das Bett von profilierten Säulen getragen, die in einem Balkenbaldachin endeten.

Auch Tische wurden nach antikem Vorbild geschaffen. Die Stützen der Tische waren mit plastischen Akanthusvoluten, geflügelten Fabeltieren und Karyatiden verziert.
Ab der Mitte des 16. Jh. zierten Säulengalerien den Steg zwischen den Stützen. Schubladen ergänzten den Tisch. Achteckige und runde Tische zeigten vier, sechs oder acht Säulen. Es gab auch sogenannte Kredenztische mit Türen und Schubladen.

Der Wunsch nach Bequemlichkeit und Eleganz zeigte sich auch beim Sitzmöbel. Die Faltsessel wurden nun mit Lehnen gebaut. Die Sitzmöbel wurden oft mit Stoff oder Leder überzogen, zur Befestigung wurden geschmiedete Messingnägel verwendet. Auch Fransen wurden bereits zur Zierde verwendet. Im 16. Jh. wurden in Holland und Frankreich fast alle Sitzmöbel mit Stoff überzogen.

Zur Wohnkultur der Renaissance gehörten auch Bücherregale, Büsten, Spiegel und Rahmen.

Der Manierismus wird nicht nur in der Malerei deutlich, sondern ist auch eine Ausdrucksform der Möbelgestaltung. Ornamente und Verzierungen sind überschwänglich und es entstehen prunkvolle Stücke mit geschnitzten Figuren und plastischen Reliefdarstellungen.
Der Manierismus leitet allmählich zum Barock über.



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