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Thu, 02. September 2010                                

 



Geschichte Keramika vom Altertum bis zur Renaissance

Antike Keramika - Altertum

In der griechischen Kunst nahm schon im 7. Jh. v. Chr. die "Keramika" einen bedeutenden Platz ein. Es gab zwei grundlegende Voraussetzungen des Kunstgewerbes - das bildnerische und das handwerkliche Moment. Die Resultate dieser Einheit fanden durch eine technisch hochstehende Verarbeitung und künstlerisches Feingefühl in der Zweckmässigkeit der Form und des Dekors ihren Ausdruck.

Das hohe Niveau basierte einerseits auf den reichen Herstellungserfahrungen, andererseits auf einer gut entwickelten Arbeitseinteilung. Die Qualität der "Keramika" wurde durch die verschiedenen Zwecke bestimmt, wie z.B. repräsentative Gegenstände, Votive und Gebrauchsgegenstände.

Die griechische Keramika wurde aus sehr fein geschwämmtem Ton angefertigt. Ihre Oberfläche bedeckte eine ganz dünne Engobe. Die Verzierungen wurden mit dem sogenannten Lüster aufgemalt, einer Tonerdefarbe, die durch die physikalischen Vorgängen während des Brennprozesses eine glänzende schwarze Farbe annahm. Nach dem Stil der Bemalung kann man verschiedene Perioden der griechischen "Keramika" erkennen.
r. m. Schwarzfigurige Amphora mit Viergespann. Attika, um 520 v. Chr
Hintergrund Rotfigurige Amphora. Attika, Malerei der Phiale aus Bostton, um 440 v. Chr.

Antike Keramika - Mittelalter

Mit dem Untergang des Römischen Reiches verschwanden auch die Voraussetzungen für eine weitere kulturelle Entwicklung.

Diese Situation währte einige Jahrhunderte, und als es dann langsam zu einem Aufschwung kam, waren andere Zweige des Kunstgewerbes die Träger des künstlerischen Ausdrucks.

Erst im romanischen Zeitalter kam in Europa die Keramika wieder zur Geltung. Die ersten Anzeichen konnte man in den Burgen, Klöstern und auch Kirchen finden, allerdings auch nur die architektonische "Keramika", deren Verbreitung im 11. Jh. begann.

Im 15. Jh. nahm die Keramik erzeugung wieder größeres Ausmaß an, sie griff auch auf andere Gebiete über und näherte sich bereits wieder künstlerischem Schaffen. In diesen Bereich gehören Reliefs und geschmückte Ofenkacheln, die in ihrem Dekor Ornamente, religiöse Themen, Sagenmotive oder Szenen aus dem Leben zeigten.
Romanische Tonfliesen. Böhmen, 12. Jh.

Antike Keramika - Renaissance

Die ersten Anregungen zur Erzeugung veredelter "Keramika" erhielt Südeuropa an der Wende des 13. Jhs. aus dem Osten, wo die islamische Kultur es verstand, die reichen Traditionen der antiken Kultur neu auszuwerten. Dies insbesonders auf dem Gebiet der "Keramika", die sowohl in technischer als auch in ästhetischer Hinsicht einen großen Fortschritt aufweist.

Die einfachste Art der Erzeugung bestand darin, den porösen Scherben mit einer undurchsichtigen Tonerdeangussschicht zu überziehen, die die Grundlage für gemalte oder ausgekratzte Verzierung (sgraffito) bildete, um sie noch vor dem Brennen mit einer dünnen, durchsichtigen Schicht, in der Regel farbloser, leicht schmelzender, glänzender Bleiglasur,zu bedecken.

Antike Keramika - Renaissance - Italien

Hier war die Majolikaerzeugung bereits um die Mitte des 15. Jhs. verbreitet. Damals wandte der Florentiner Bildhauer Luca della Robbia diese Technik für große Reliefs an, wobei er außer Malerei auch farbige Glasur verwendete. In dieser Hinsicht blieb die Arbeit seiner Werkstatt einmalig, denn im großen und ganzen stand die italienische Majolika bis ins letzte Viertel des 15. Jhs. ganz unter den Einfluss der spanisch-maurischen "Keramika", von der sie nicht nur die Form, sondern auch die Art des Dekors übernahm.

Antike Keramika - Renaissance - Frankreich

Auf die Töpferproduktion beschränkte sich lange die Verwendung der Zinnglasur, die aus Italien kam. Bei Waren, die außerhalb der italienischen Einflusssphäre entstanden, verwendete man ausschließlich Bleiglasuren. Sie sind bei zwei berühmten Gruppen französischer Renaissance"Keramika" anzutreffen, bei der sogenannten Ware von St. Porchaire und von B. Pallissy.

Die Ware von St. Porchaire, von der etwa 60 Stück bekannt sind und die anfangs irrtümlicherweise "Fayence Henri II" genannt wurde, wurde verschiedenen Autoren zugeschrieben. Heute überwiegt die Ansicht, dass die erhalten gebliebenen Erzeugnisse in der Zeit von 1525 -1560 entstanden, also noch vor der Herrschaft Henri II.

Die "Keramika" von St. Porchaire wurde aus einer feinkörnigen, fast weißen Masse hergestellt, sie war meistens dünnwandig ausgedreht und mit einer durchsichtigen, elfenbeinfarbigen Bleiglasur überzogen.

Antike Keramika - Renaissance - Deutschland

Ähnlich wie in Frankreich war die Situation auch im 16. Jh. in Deutschland. Einheimische Majolikaerzeugnisse stammen nur aus Süddeutschalnd und sind im Stil den schweizerischen Majoliken jener Zeit so änlich, dass man sie von ihnen nur schwer unterscheiden kann.

Hergestellt wurden Teller und Albarelli, Nachahmungen der italienischen Majolika, die eher kulturhistorischen künstlerischen Wert haben.

Eine Ausnahme bilden Gefäße in Eulengestalt, von denen jedoch viele Nachbildungen existieren.

Antike Keramika - Renaissance - Mähren - Slowakei

Mit ihren Wurzeln fußte die Fayence, deren Erzeugung sich gegen Ende des 16. Jhs. in Südmähren in origineller Weise herauskristallisierte, noch in der Renaissance. Der dortige Adel gewährte verschiedenen nicht- katholischen religiölsen Sekten Schutz, darunter auch den Wiedertäufern.

Gezwungen, die Schweiz zu verlassen, begannen sich diese seit 1526 in Südmähren niederzulassen. Es kamen auch Flüchtlinge aus Deutschland, Tirol, Holland und später aus Italien, die alle Handwerker waren. Unter den unzähligen Handwerken erlangte vor allem ihre Fayenceerzeugung Berühmtheit.
  • Amphora 440 vor Christi
























    Romanische Tonfliesen 12. Jahrhundert

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Zu diesem Thema Antike "Keramika" Geschichte" haben wir folgende Bücher verwendet: Das große Bilderlexikon der Antiquitäten 1968 Prag, Bestell-Nr. 195/06517/2/04/02/05/52, Bertelsmann Lexikon Verlag Autor: Andreas Färber