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Römischer Sarkophagdeckel

Römischer Sarkophagdeckel
Art.Nr.: 1
Kunstart:

Ein geflügelter Erot mit Chlamys und Fackel, im Kontrapost stehend, hält in der linken Ecke des Sarkophagdeckels ein Parapetasma hinter der Oberkörperbüste eines alten, bärtigen Mannes. Der Dargestellte trägt eine langärmelige Tunika unter der contabulierten Toga, hält er in der Linken eine Schriftrolle und agiert mit der Rechten im Rednergestus. Rechts davon eine Art Weineinlagerungsszene. Zwei ältere Männer, gefolgt von einem Dritten, der den Weg zu weisen scheint, schultern jeweils eine schwere Transportamphore auf ihrer linken Schulter. Die beiden Amphorenträger unterscheiden sich vom dritten Gefolgsmann sowohl in Bekleidung, Gestus als auch in der Frisur. Es ist daher von einer, vom Künstler absichtlich betonten, Unterscheidung der Dargestellten in unterschiedliche soziale Schichten, auszugehen. Im rechten Eck erscheint eine Art Lagerhaus, an dessen Eingang eine geduckte, in Tracht und Aussehen den Trägern  wiederum gleichende Person, die Anlieferung bereits erwartet.

Die Datierung dieses Deckels in die Mitte des dritten Jahrhunderts nach Christus erfolgt einerseits auf Grund typisch stilistischer Merkmale des Kopfes der männlichen Oberkörperbüste, sowie andererseits auf Grund der gedungenen Darstellung des korpulenten Eroten und z.B. dessen Haarbehandlung durch Bohrung.

Das Motiv der das Parapetasma haltenden, geflügelten Eroten hält sich weiters bis in theodosianische Zeit. Das männliche Portrait ist  aber noch im alten Typus mit Buchrolle dargestellt. Dies spricht also für eine Datierung vor 300 nach Christus.

Zur Darstellung Amphoren schulternder Träger vergleiche das Relief in der Sammlung Getty Museum. Dort ist die Entladung eines Schiffes in ähnlicher Art dargestellt.



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