Schmuck Geschichte
Schmuck Geschichte
- Das Altertum. Ägypten
Interessant ist die Tatsache, dass es verhältnismäßig wenige
Schmuckstücke gibt, die aus dem frühen Mittelalter stammen.
Der christliche Glaube erlaubt keine Grabbeigaben und daher
ist man auf zufällig erhalten gebliebene Schmuckstücke angewiesen,
will man sich ein Bild über die Zeit des Mittelalters machen.
Im Gegensatz dazu vermitteln Gräberfelder aus der Zeit vor Christi
doch ein relativ genaues Bild vom Kunsthandwerk ihrer Zeit.
Bild: Mond-Pektorale, Gold, Silber, Halbedelsteine, Glas, Ägyptisches
Museum Kario. Brautschmuk ist charakteristisch für das
Schmuckschaffen im alten Ägypten.
Schmuck Altertum - Der Gewandschmuck
Bereits in der Bronzezeit war die Gewandnadel das Schmuckstück,
das im Mittelpunkt des Schaffens stand. Aus der einfachen Sicherheitsnadel
entwickelten sich Fibeln (Gewandnadeln), die handwerklich und künstlerisch
äußerst anspruchsvoll waren: so z.B. Prachtfibeln aus Gold mit Granat-
schmuck und Tierfibeln aus Edelmetallen.
Aus der Fibel entwickelte sich die Mantelschließe, die bis ins 13.
Jh. getragen wurde, von der Geistlichkeit sogar noch länger. Der
Mantel wurde auf der Brust oder auf der Schulter geschlossen. Als
Verzierungen dienten Edelsteine, Perlen oder buntes Email; manchmal
auch eine Gemme (Schmuckstein, in den ein Relief geschnitten ist)
Als sich am Beginn des 13.Jh. das Rittertum zu einem bestimmenden
Faktor der Gesellschaft entwickelte, änderte sich auch das gesellschaftliche
Leben und auch in der Schmuck- kunst kam es zu Verfeinerungen.
Schmuck Altertum - Agraffe
So entstand die zierliche Schließe, die Agraffe, die den Halsausschnitt
der Frauentracht zusammenhalten sollte. Die gotische Agraffe zeigte
häufig das persönliche Verhältnis zwischen dem Schenkenden und dem
Beschenkten: verschlungene Hände, durchbohrte Herzen, Blumen u.ä.
wurden dargestellt.
Je nach Motiv und Verarbeitung lässt sich die Herkunft des Schmuckstückes
bestimmen: So wurden Agraffen in Frankreich in Form von zarten Blattkränzen
gearbeitet, im Ostseegebiet war die Darstellung verschlungener Hände
weit verbreitet. Zu den herausragenden Arbeiten zählen die Schmuckstücke
der burgundischen Goldschmiede des frühen 15. Jh.: die emaillierten
Goldagraffen zeigten geistliche Motive ebenso wie Fabeltiere, Vögel,
Blumen und Frauengestalten.
Die Hutagraffe war im d. 1. Hälfte d. 16. Jht. vor allem in
Italien besonders beliebt. Dem Zeitgeschmack entsprechend zeigten
diese Stücke einen emaillierten Portätkopf oder antike
Szenen, gearbeitet in Hochreliefform und Email überschmolzen.
Schmuck Altertum - Brosche
In der Zeit der Renaissance verlor die Gewandnadel an Bedeutung,
um schließlich im 17. Jh. in Form der Brosche wieder in den Mittelpunkt
zu rücken. Die Brosche hatte die Funktion, die Kleidung entsprechend
zu raffen oder den Kragen zu befestigen; hatte aber auch als Schmuckstück
die Funktion den Blick auf den schönen Hals oder das Dekolletè zu
lenken. Das prunkvolle Leben am französischen Hof des 17.Jh. bestimmte
auch die aufwändige Verarbeitung des Schmuckstückes: Die Brosche
war reich mit Rubinen, Smaragden, Saphiren und Perlen geschmückt;
in der 2. Hälfte des 17. Jh. zunehmend mit Diamanten. Die Rückseite
der Brosche war vor allem mit Emailmalerei verziert.
Im 18. Jh. war die verbreitete Form der Brosche ein Schmuckstück in
Form von Schleifen, Blumensträußchen und verschlungenen Zweigen. Später
am Ende des 18. Jh. zeigte die Brosche häufig ein Miniaturporträt
im Goldrahmen mit Perlenborte. Besonders beliebt war die Brosche zur
Zeit des Biedermeier.
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Bügelfibel,
aus dem Grab von Wittislingen um 625 n. Chr., Gold, Silber,
Almandin. Bayerisches Nationamuseum, München.
Hutagraffe Mars, Frankreich, um 1534, Gold, Silber, Lapislazuli Chalzedon,
Opal, Perlen, Rubin, Email, Staatliche Eremitage, St. Petersburg.
Hutgraffe Mars, Frankreich, um 1534, Gold,
Silber, Lapislazuli Chalzedon, Opal, Perlen, Rubin, Email, Staatliche
Eremitage, St. Petersburg.
Miederbrosche,
um 1670, Gold, Smaragde,Diamanten, Email, Victoria & Albert
Museum London.
Brosche, England,
um 1830, Gold, Achat- Kamee
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