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Thu, 02. September 2010                                

 



Schmuck Geschichte

Schmuck Geschichte - Das Armband

Auch das Armband ist bereits aus frühester Zeit bekannt. Im Mittelalter und in christianisierten Gebieten nördlich der Alpen wurde das Armband bzw. der Armreifen nicht oder nur selten getragen. Erst in der Renaissance besann man sich auf dieses Schmuckstück.

Im Norden Europas trug man goldene Reifen über die Kleiderärmel, in südlichen Ländern Europas wurden goldene oder perlenbesetzte Armbänder am bloßen Arm getragen. Um die Mitte des 16. Jh. war das Armband ausgesprochen beliebt: es war mit Perlen, Edelsteinen und Email reich verziert. Die anschließende Mode mit Ärmelkrausen ließ kaum Platz für Armbänder.

Erst der Klassizismus ließ das Armband wieder mehr in Erscheinung treten und auch hier waren es die allseitig beliebten Kameen, die das Armband zierten. Die Epoche der Romantik brachte ganz besondere Armbänder hervor: geflochten aus Menschenhaar und mit Schließen versehen, die eine emailliertes Miniaturbildnis zeigten. Ebenso wie beim Halsschmuck merkt man auch beim Armband, dass es in der 2. Hälfte des 19. Jh. nur wenige eigene gute Ideen gab. Man orientierte sich lieber an der Vergangenheit oder an der orientalischen Schmuckkunst.

Schmuck Geschichte - Der Ohrschmuck

Aus frühgeschichtlichen Funden weiß man, dass Ohrgehänge nicht nur Frauen und Kindern vorbehalten waren; auch Männer, vor allem Krieger, trugen Ohrschmuck. In der Antike gehörte reicher Ohrschmuck zur Tracht. Der Halbmond war als Motiv besonders häufig anzutreffen.

Im Mittelalter trug mit man in Südost- und Mitteleuropa mit Granulation und Filigran verzierten Ohrschmuck. In Westeuropa konnte sich der Ohrschmuck hingegen nicht wirklich durchsetzen. Während der italienischen Renaissance schmückten sich italienische Frauen mit edlen Steinen und großen Perlen.

Zu Beginn des 17. Jh. verbreitete sich der Ohrschmuck über weite Teile Europas. Statt mit Perlen waren die Gehänge mit Edelsteinen geschmückt und an der Rückseite waren sie emailliert. Zunehmend gehörte der Ohrschmuck zu aufwändig gearbeiteten Garnituren. Neben den herkömmlich edlen Materialien wurden bei den Ohrringen auch gerne Elfenbein und Schildpatt verarbeitet.

Frankreich unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV nahm die beherrschende Rolle in der Schmuckkunst in Europa ein. Charakteristisch für den Ohrschmuck dieser Zeit sind drei kleine Edelsteinpendel am Hauptmotiv unter dem Ohr. Diese Art der Ohrringe wird "girandoles" genannt. Im 18. Jh. waren es vor allem Brillanten, die nicht nur wie bereits erwähnt am Halsschmuck Verwendung fanden, sondern auch bei den Ohrringen gerne getragen wurden.

Im Rokoko schätzte man die spielerische Beweglichkeit langer pendelförmiger Ohrgehänge. In Gegensatz dazu zeigte im Klassizismus der Ohrring auffallende Schlichtheit. Erst im Biedermeier erhielt der Ohrring wieder ein beschwingteres Aussehen. Bunte Schmucksteine mit Filigran und Granulation verziert, umgeben von einer mehrtonigen goldenen Fassung. Die weitere Entwicklung des Ohrschmuckes verlief im Wesentlichen parallel zu den bisher angeführten Schmuckarten.

Schmuck Geschichte - Der Fingerring

Waren alle bisher genannten Schmuckformen auch in frühgeschichtlicher Zeit als Schmuck bekannt, so gilt dies nicht für den Ring, der am Finger getragen wird. Der Ring, wenn er überhaupt in Schriften aus vorchristlicher Zeit erwähnt wird, war viel mehr Erkennungsmerkmal oder auch ein Zeichen dafür, ein bestimmtes Amt inne zu haben.

Die ursprüngliche Bedeutung des Ringes lässt sich heute noch in den kirchlichen Ritualen erkennen: Der Papst ist Träger des sogenannten Fischerringes und Kardinäle und Bischöfe erhalten bei ihrer Einkleidung einen Amethystring.

Schließlich ist auch der Ehering mehr Symbol denn Schmuckstück. Auch wenn sich das im letzten Jahrhundert gewandelt hat. Früher war es ein schlichter Goldring, der als Ehering getragen wurde. Trotz all dieser symbolischen Bedeutung entwickelte sich der Ring bereits ab dem Altertum auch als Schmuckstück.

Aus mittelalterlichen Gräbern weiß man, dass Frauen, Männer und auch Kinder Ringe gleichermaßen gerne trugen. Neben sehr aufwändig gearbeiteten Ringen, die den oströmischen und osteuropäischen Einfluss widerspiegelten, zierte den mittelalterlichen Ring eine Gemme oder Kamee oder ein glatter Schmuckstein.

Der mittelalterliche Mensch war tief religiös und es ist daher nicht verwunderlich, dass gerne religiöse Motive graviert wurden. Durfte ursprünglich innerhalb der Kirche nur der hohe Klerus Ringe tragen, so war es ab dem 12. Jh. einzelnen und ab dem 15. Jh. jedem Abt erlaubt einen Hirtenring zu tragen. Diese waren aus Gold gefertigt und mit einem gemugelten Edelstein verziert.

Der Siegelring war weit verbreitet, denn nicht nur der Hochadel führte Wappen, sondern auch Bürger und Bauern. Die herkömmlichen Schmuckringe der Spätgotik zeigten Edelsteine, die von Blatt- und Astwerk umrangt waren. Auch damals verbanden die Menschen mit dem Ring bzw. mit dem jeweiligen Edelstein bestimmte Kräfte; man erhoffte ich Stärke, Kraft und Ruhe und auch den Schutz vor Krankheit und Unglück.

Im Laufe der Zeit erfuhr auch dieser Ringtypus Veränderungen. Die Emailverzierungen wurden reicher und zu Beginn des 17. Jh. zierten figural geschnittene Steine den Ring. Auch traf man bei anderen Schmuckarten häufig auf römische Gemmen und Kameen.

In Italien schuf man zu dieser Zeit Ringe, die mit Uhren oder mathematisch-astronomischen Instrumenten ausgestattet waren. Eine Besonderheit war der sogenannte "Vexierring": er bestand aus drei schmalen Reifen, die man lose auseinandergeschoben tragen konnte und die - wurden sie wieder ineinandergeführt - ein Symbol (z.B. ein Kreuz) darstellten.

Im 18. Jh. eroberte das Funkeln der Brillanten neben dem Hals- und Ohrschmuck auch den Ring. Die Ringfassung war unauffällig und gab den Brillanten und anderen edlen Steinen Raum. Ebenfalls im 18. Jh. trug man vor allem in England Trauerringe. Trauerweiden, Urnen, trauernde Frauengestalten oder erinnernde Monogramme waren bevorzugte symbolische Motive.

Um 1800 trug man gerne Miniaturporträts eines geliebten Menschen, die von Brillanten, oder weniger kostspielig von Strasssteinen, umgeben waren. Auch begann man bestimmte Schmucksteine zu schätzen, die man bisher kaum geachtet hatte; so z.B. den roten Karneol und den Moos-Achat. Der schönste und kostbarste Ringstein des ausgehenden 19. Jh. ist der berühmte Solitär.

  • Armband mit Ranken Quelle: Germanisches Museum, Köln
    Armband mit Ranken, Blätter, Spiralen, Flechtbänder und Rauten in Durchbrucharbeit opus interrasile, Smaragd, 3. Jh. n. Chr. Römisch-Germanisches Museum, Köln.Armband aus geflochtenem Haar
    Armband aus geflochtenem Haar, Ovalmedaillon mit Haarlocke, unter Glas. Haarschmuck wurde in Deutschland von Friseuren hergestellt.Zierscheibe/ Ohrschmuck 5. Jh. v. Chr.
    Zierscheibe/ Ohrschmuck, etruskisch, 5. Jh. v. Chr. Gold mit Granaulation, Schmuckmuseum Pforzheim. Bei der Granulation werden winzige Metallkügelchen zu Ornamenten oder Motiven zusammengesetzt.Renaissanceohrring
    Renaissanceohrring; Gold. Italien, 16. Jh.Schmuckohrring 17. Jh.
    Schmuckohrring aus vergoldetem Silber, mit Smaragden, Rubinen, Perlen und Email geschmückt. Mitteleuropa, 17. Jh. Angeblich aus dem Besitz Ulrike von Levetzows.Ring Gold, mit Almandin
    Ring Gold, mit Almandin


    Ring Gold, mit Glasimitation
    Ring Gold, mit Glasimitation eines Topas


    Ring Gold, romanisch 12 Jh.
    Ring Gold, romanisch, mit plastischem Christuskopf und den Symbolen der Evangelisten. Böhmen, 12. Jh


    Sigelring Miktteleuropa, 16. Jh.
    Siegelring; Silber. Mitteleuropa, 16. Jh.

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