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Inventar einer alter Baden-Badener Arztvilla & des Hauses "Fliederhof" in Dresden

Auktionen Heidelberg

Häuser erzählen interessante Geschichten. So auch die zwei Villen-Nachlässe, die den Schwerpunkt der Auktion am 15. September 2017 bei K&K-Auktionen in Heidelberg bilden. Das Portrait von Sophie Margharete Schuncke, Gattin von Prof. Dr. Julius Schuncke, aus dem Jahr 1909 stammt von Albert Haueisen (Taxe € 800-1.000/ Limit € 350). Prof. Schuncke, 1855–1922, Chemiker bei der BASF, stammte aus einer Musikerfamilie, in deren "Villa Fliederhof" in Dresden-Blasewitz zahlreiche Musiker und Künstler, u.a. Rachmaninoff, zu Gast waren, (s. Silberbecher mit Widmung, Los 461). Gerne würde man wissen, welche Platten Frau Schuncke auf dem musealen Polyphon No. 54, "Mikado", hergestellt in Leipzig um 1895, am liebsten hörte (Taxe € 6.000-9.000/ Limit € 3.000). Ähnlich neugierig machen die Portraits des Frankfurter Ehepaars Jean Noé du Fay und Gattin Amélie du Fay von 1821, gemalt von Carl Wilhelm Tischbein (Taxe 8.000-10.000/ Limit € 3.800). Ob Herr du Fay abends am Kamin die feine Stobwasser-Tabatière mit der Darstellung des byzantinischen Feldherrn Belisar nach einem Gemälde von Jacques-Louis David von 1784 herauszog, um seinen Tabak zu schnupfen (Taxe € 800-1.200/ Limit € 350)? Einen wunderbaren Einblick in den Alltag des späten 19. Jh. gewährt uns das Gemälde von Julius Fehr, der einen alten Mann mit Reisegepäck und Proviant in einer württembergischen Bahnhofsvorhalle, die Abfahrtszeiten-Tabelle studierend, zeigt – hier sind alle Details peinlich genau wiedergegeben (Taxe 1.500-1.800/ Limit € 500). Die alte Kunst wartet desweiteren mit Namen wie Adolf Dressler, James Ensor, Camille Corot, Louis Hoguet, Cuno Freiherr von Bodenhausen u.a. auf. Bei der modernen Kunst setzen zwei Tempera-Gemälde von Willi Baumeister von 1952/53 (Taxen € 7.000-9.000/ Limit € 1.900/ 2.500) und der Nachlass seiner Meisterschülerin Elisabeth Bieneck-Roos einen interessanten Akzent; die Künstlerin studierte 1947–52 an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und war Gollwitzer- und Baumeister-Schülerin. Ihr Werk lässt sich dem Neo-Realismus zuordnen mit einer Entwicklung zum Abstrakten, wobei Themen wie Industrie und Technik einen Schwerpunkt bilden (Lose 86-120, s. auch Korrespondenz mit Baumeister, Los 82). Die gestisch-abstrakte Komposition von Afro Basaldella von 1964 (Taxe 9.000-10.000/ Limit € 3.800) und die siebenteilige Foto-Serie "Hausschlachtung Pfalz 1963" von Robert Häusser (Taxe € 9.000-10.000/ Limit € 2.900) zählen zu den Highlights bei der modernen Kunst.

Beim Porzellan ragen seltene Porzellanbilder hervor, einmal "Menaka" nach August Riedel von 1852, einmal nach Tizian, Mitte 19. Jh. und einmal Interieur mit Dame, KPM um 1880/1900, alle gerahmt, sowie das gut erhaltene Meissner Kaffeeservice des Empire (Taxe € 3.000-3.500.-/ Limit € 600).

Jugendstil-Sammler kommen beim Glas auf Ihre Kosten: die Cameo-Vase mit Herbstlandschaft, monogrammiert BS um 1905, die große "Feigenvase mit Eidechse" in pâte-de-verre um 1920, beide von Daum (Taxen 1.200-2.500/ € 400/ 900) und die Vase "Halbrans" von Schneider, Epinay-sur-Seine, 1924–27 (Taxe 800-1.200/ Limit € 350) überzeugen auf den ersten Blick. Ein halbes Jahrhundert später ist es die Keramikvase "Grande Vaso", Keramik von Guido Gambone, um 1960 ( u.m., Los 383- Taxe € 900-1.200/ Limit € 450).

Groß ist das Angebot im Spielzeugbereich: Slg. Märklin-Eisenbahnen u. Zubehör der 20er/ 30er Jahre, militärisches Spielzeug WK II von Bub, Tipp, Lineol, Elastolin und Hausser u.a.

Museal ist der sechsflügelige Paravent mit "Bogu-Dekor" aus der Qing-Zeit, China um 1900. In schwarzer Lackfassung, sind die Rahmen mit eingestreutem Perlmutt und die Füllungen spiegelsymmetrisch mit zahlreichen Objekten der "100 Antiquitäten" aus Jade, Schmuckstein, Elfenbein u.a. Materialien angeordnet (Taxe € 6.000-7.000/ Limit € 2.500).

Im archäologischem Segment sind diesmal zahlreiche präkolumbische Keramiken und Figuren der verschiedenen Kulturen Süd- und Mittelamerikas vertreten (Lose 597- 614). Natürlich gibt es wie immer schönen Schmuck, viel Silber, weitere Porzellane und Keramiken, Sammlerartikel, Afrikana u.v.m.

Kunst und Kuriosa OHG






  • 15.09.2017
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    Titel Inventar einer alter Baden-Badener Arztvilla & des Hauses "Fliederhof" in Dresden
    Datum 15.09.2017, 10:00 Uhr
     



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  • Albert Haueisen, Portrait der Sophie Margharete Schuncke Schätzpreis:	800 - 1.000 EUR
    Albert Haueisen, Portrait der Sophie Margharete Schuncke Schätzpreis: 800 - 1.000 EUR
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  • Stobwasser-Tabatiere „Belisaire“, 1. H. 19. Jh. Rechteckige Weißblech-Dose mit Darstellung des byzantinischen Feldherrn Belisar als geblendeter Bettler, Schätzpreis:	800 - 1.200 EUR
    Stobwasser-Tabatiere „Belisaire“, 1. H. 19. Jh. Rechteckige Weißblech-Dose mit Darstellung des byzantinischen Feldherrn Belisar als geblendeter Bettler, Schätzpreis: 800 - 1.200 EUR
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  • Standautomat Polyphon No. 54, „Mikado“, Leipzig um 1895 Gewerbliches Plattenspielgerät in zweiteiligem Nussbaumgehäuse mit Unterschrank, Schätzpreis:	6.000 - 9.000 EUR,
    Standautomat Polyphon No. 54, „Mikado“, Leipzig um 1895 Gewerbliches Plattenspielgerät in zweiteiligem Nussbaumgehäuse mit Unterschrank, Schätzpreis: 6.000 - 9.000 EUR,
    Kunst und Kuriosa Auktionen
  • Robert Häusser, „ Hausschlachtung Pfalz 1963 “, 7- tlg. komplette Fotoserie, alle signiert und gerahmt Robert Häusser, 1924 Stuttgart – 2013 Mannheim,, Schätzpreis:	9.000 - 10.000 EUR
    Robert Häusser, „ Hausschlachtung Pfalz 1963 “, 7- tlg. komplette Fotoserie, alle signiert und gerahmt Robert Häusser, 1924 Stuttgart – 2013 Mannheim,, Schätzpreis: 9.000 - 10.000 EUR
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  • Monogrammist BS, feine Cameo-Vase mit Herbstlandschaft, Daum, Nancy um 1905 Jugendstil-Glasvase, Schätzpreis:	2.000 - 2.500 EUR
    Monogrammist BS, feine Cameo-Vase mit Herbstlandschaft, Daum, Nancy um 1905 Jugendstil-Glasvase, Schätzpreis: 2.000 - 2.500 EUR
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  • Elisabeth Bieneck-Roos, „Industriebild mit Röhren“, (19)66,  Schätzpreis:	1.200 - 1.400 EUR
    Elisabeth Bieneck-Roos, „Industriebild mit Röhren“, (19)66, Schätzpreis: 1.200 - 1.400 EUR
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  • Seltenes Porzellanbild „Menaka“ nach August Riedel, sign. H. Schweizer von 1852, Schätzpreis:	900 - 1.200 EUR
    Seltenes Porzellanbild „Menaka“ nach August Riedel, sign. H. Schweizer von 1852, Schätzpreis: 900 - 1.200 EUR
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