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»Wien. Die Perle des Reiches« Planen für Hitler

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„... diese Stadt ist in meinen Augen eine Perle! Ich werde sie in jene Fassung bringen, die dieser Perle würdig ist, und sie der Obhut des ganzen Deutschen Reiches, der ganzen Deutschen Nation anvertrauen. Auch diese Stadt wird eine neue Blüte erleben.“

Adolf Hitler anlässlich der Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Wien, Hermann Neubacher, am 9.4.1938.

Erstmals wird in einer umfassenden Ausstellung im Architekturzentrum Wien das breite Spektrum des Wiener Baugeschehens während des Nationalsozialismus gezeigt. Die Bau- und Planungstätigkeit im Dritten Reich am Beispiel Wiens veranschaulicht die weitreichenden Zusammenhänge und Verflechtungen der NS-Ziele – Architektur wird für eine aggressive Expansionspolitik des NS-Regimes instrumentalisiert, Städtebau und Raumplanung werden zum Machtinstrument für eine nationalsozialistische Bevölkerungspolitik. Dem paradoxerweise weit verbreiteten Mythos, Wien würde nur eine untergeordnete Rolle im Planungsgeschehen des Dritten Reiches spielen, wird in der Ausstellung nachgespürt. Mit der Schaffung von Groß-Wien steigt die Donaumetropole nach Berlin zur zweitgrößten Stadt des Reiches auf. Infrastruktur-, Industrie- und Bebauungskonzepte bezeugen die mächtige Funktion Wiens als Drehscheibe und Transitraum von und nach Südosteuropa.

In den Geschichts- und Sozialwissenschaften wurde in den letzten 70 Jahren vergleichsweise viel über den Nationalsozialismus in Österreich geforscht und publiziert, im Bereich der Architekturgeschichte blieb dies jedoch bisher aus. Durch die Übergabe des Archivs von Klaus Steiner an das Az W 2011, welches sich durch eine Vielfalt an Originalmaterialien (Pläne, Fotos, Schriftdokumente, Akten etc.) auszeichnet, wurde der Grundstein für diese Forschungstätigkeit gelegt und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema erst möglich. Vieles, was bisher im Verborgenen lag, konnte durch die eindringliche Beschäftigung im Zuge der Vorbereitungen zu dieser Ausstellung zu einer weiteren Aufarbeitung dieses Abschnitts der Geschichte beitragen. Erkenntnisreich ist das Wirken vieler ArchitektInnen und die Kontinuität ihrer Arbeit von der Zwischenkriegszeit, über das Dritte Reich und die Nachkriegsjahre bis in die Gegenwart. Architektur, Stadt- und Raumplanung wurden als Machtinstrumente für monumentale Selbstdarstellungen und Neugestaltungen vereinnahmt und ihre Protagonisten wurden zu „Verbündeten“ eines totalitären Systems. Der Berufsstand der ArchitektInnen erlebte in der Zeit des Nationalsozialismus eine ungeahnte Blüte, ihr Einfluss reichte weit bis nach Kriegsende in das Planungs- und Baugeschehen hinein. Viele ArchitektInnen wie auch BeamtInnen der Stadtplanung haben die Entnazifizierung überstanden und setzten nach Kriegsende „unbescholten“ ihre Tätigkeit fort.

Wien sollte eine besondere Rolle im Dritten Reich spielen und zur Gauhauptstadt avancieren. Hitler, der Zeit seines Lebens ein zwiespältiges Verhältnis zu Wien hatte, möchte der Stadt eine Vorreiterposition im Bereich der Künste verschaffen – Wien als Kunst-, Theater- und Musikhauptstadt und als Vermittler „deutscher“ Kultur zwischen Ost und West. Wien sollte aber nicht nur Kunst-Metropole, sondern auch Drehscheibe und Angelpunkt zum Südosten werden. Hitlers Bewunderung für die Ringstraße und ihre imperialen Bauten lässt sich in der Planung für die Neugestaltung des Helden- und Rathausplatzes ablesen, die als geschlossene befestigte Aufmarschplätze zur Bühne der Selbstdarstellung umfunktioniert werden sollten. Doch die meisten dieser monumentalen Planungen, wie auch die normal zur Donau verlaufende Monumentalachse und die damit verbundene Umgestaltung des 2. und 20. Bezirks, wurden nie realisiert. Nach Kriegsende ist vieles in den Schubladen der Verantwortlichen verschwunden und ein Stück weit in Vergessenheit geraten.






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