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20. Jahrhundert

AENIGMA. 100 Jahre anthroposophische Kunst

20. Jahrhundert

Ein Ausstellungsprojekt in Kooperation mit dem Kunstmuseum Olmütz/Tschechien, der Gemeinde Petersberg und dem Schloss Ostrau e. V.

Ab dem 16. August 2015 zeigt das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) mit „AENIGMA. 100 Jahre anthroposophische Kunst“ eine schon im Vorfeld viel beachtete neue Sonderausstellung. Die Geschichte der anthroposophischen Kunst im 20. Jahrhundert wird oft als eine Problemgeschichte voller Rätsel beschrieben. So wurde der für das Forschungsgebiet notwendige Begriff „anthroposophische Kunst“ in der anthroposophischen Literatur einerseits umstandslos verwendet oder mit Synonymen wie Goetheanumkunst, goetheanistische Kunst, anthroposophisch orientierte Kunst, durch Anthroposophie geprägte Kunst umschrieben, andererseits wurde er auch gänzlich in Frage gestellt. So gibt es paradoxerweise eine anthroposophische Bewegung mit einer gut hundertjährigen Kunstgeschichte, die ihr Kunstschaffen in der Anfangszeit der 1910er bis 1930er Jahre selbst als „anthroposophische Kunst“ bezeichnete, wohingegen der Terminus von der allgemeinen Kunstgeschichtsschreibung seit den 1950er Jahren zunehmend vermieden, abgelehnt und schließlich selbst der Inhalt des Begriffs als nicht existent erklärt wurde. Aus dieser Motivation heraus hat sich das Ausstellungsprojekt AENIGMA. 100 Jahre anthroposophische Kunst entwickelt, das 2015 die Kunstmuseen im tschechischen Olmütz und in Halle (Saale) gemeinsam realisieren. Erstmals wird explizit die Frage gestellt: Gibt es eine anthroposophische Kunst und wenn ja, wie sieht diese aus?

Das Ausstellungsprojekt ist etwas Besonderes und Einzigartiges! Eine derartige Präsentation von Werken der bildenden und angewandten Kunst vor dem Hintergrund der Frage, inwiefern man von einer anthroposophischen Kunst innerhalb der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts sprechen kann und was darunter zu verstehen ist, hat es noch nicht gegeben. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich von anthroposophischen Ideen beeinflusste Kunst vor 1945 darstellt. Es werden ausschließlich und erstmals Künstler vorgestellt, die Mitglied der 1918 gegründeten anthroposophischen Künstler- und Ausstellungsvereinigung AENIGMA waren oder zu Lebzeiten bewusst in anthroposophischen Zusammenhängen auftraten und ausstellten.

Eine Besonderheit stellt der Korrespondenzstandort Ostrau in der Gemeinde Petersberg im Saalekreis dar. Mit Ostrau ist das Kunstmuseum Moritzburg über die Person Hans-Hasso von Veltheim und dessen Kunstsammlung seit Langem verbunden. Von Veltheim (1885–1956) war über viele Jahre mit Rudolf Steiner befreundet. Von Veltheim trug eine umfangreiche anthroposophische Bibliothek zusammen und beauftragte zwei Künstler aus Steiners Umfeld, Felix Kayser und Maria Strakosch-Giesler, eine Schülerin Wassily Kandinskys, mit Entwurf und Ausstattung seiner Grabkapelle in der Ostrauer Schlosskirche sowie mit der Errichtung eines Grabdenkmals für seine Mutter. Die Grabkapelle ist im Kontext der anthroposophisch geprägten Sepulkralkultur in Deutschland etwas Einmaliges. In ihrer Besonderheit und Einzigartigkeit stellt sie ein immobiles Ausstellungsobjekt sondergleichen dar. Im Rahmen der Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) wird im Schloss Ostrau eine Kabinettausstellung zum Leben von Veltheims und zu seinen Bezügen zur Anthroposophie installiert sowie eine Präsentation von Möbeln und Entwurfszeichnungen Felix Kaysers. Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich verbindet mit der Ausstellung die Hoffnung einer Erweiterung des kunsthistorischen Forschungskanons. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der historischen Entwicklung im 20. Jahrhundert soll mittels einer ersten umfangreichen Präsentation der im Umfeld Rudolf Steiners tätigen Künstler und ihrer Werke eine wissenschaftlich objektive Auseinandersetzung mit einem bislang wenig beachteten Kapitel europäischer Kunstgeschichte ermöglicht werden. „Besonders freut es mich, dass die Ausstellung in unmittelbarer lokaler Anbindung einem einmaligen kulturgeschichtlichen Denkmal wie dem Ensemble von Schloss, Park und Kirche in Ostrau die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu geben vermag und unser Haus als Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt damit einmal mehr auf die vielfältigen Kulturschätze unseres Bundeslandes hinweisen kann.“

Künstler der Ausstellung (Auswahl):
Alo Altripp, Friedrich Bergmann, Walter Besteher, Joseph Beuys, Werner Diedrich, Luna Drexler, Oswald Dubach, Bernhard von Eyb, Ernst Georg Haller, Jacoba van Heemskerck, Arthur Jacobi, Felix Kayser, Hilma af Klint, Walther Kniebe, Werner Löffler, Rudolf Michalik, Carlo Pietzner, Hilde Pollak, Richard Pollack-Karlin, Joseph Prinke, Rudolf Ritter, Arild Rosenkrantz, Paul Schatz, Karl-Georg Schoettle, Fritz Schulte, Rudolf Steiner, Maria Strakosch-Giesler, Karl Thylmann, Assja Turgenjeff, Anton Josef Trčka, Gerard Wagner, Jakob Werner-Baumgartner, Margarita Woloschin, Winifred Zielonka






  • 16.08.2014 - 25.10.2015
    Ausstellung »
    Kunstmuseum Moritzburg »

    Montag von 10 bis 18 Uhr
    Dienstag von 10 bis 19 Uhr
    Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr
    geschlossen am 24.12. und 31.12.

    Eintrittspreise Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei!
    Dauerausstellung inklusive Sammlung Gerlinger
    7 € | ermäßigt 5 €
    Sonderausstellung inklusive abstrAKT – Figurenbilder von Rudolf Jahns und AKT figurativ
    6 € | ermäßigt 4 €



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  • Werner Diedrich: Ohne Titel, 1929, Öl auf Leinwand, 60 x 45 cm, Privatsammlung
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    Kunstmuseum Moritzburg
  • Felix Kayser (Architektur), Maria Strakosch-Giesler (Glasfenster): Hans-Hasso von Veltheims Grabal-tar-Kapelle in Ostrau, 1933
    Felix Kayser (Architektur), Maria Strakosch-Giesler (Glasfenster): Hans-Hasso von Veltheims Grabal-tar-Kapelle in Ostrau, 1933
    Kunstmuseum Moritzburg
  • Walther Kniebe, Ohne Titel, 1920er–1930er Jahre, Keramik, 99 x 84 x 25 cm, Privatsammlung
    Walther Kniebe, Ohne Titel, 1920er–1930er Jahre, Keramik, 99 x 84 x 25 cm, Privatsammlung
    Kunstmuseum Moritzburg
  • Hilma af Klint: Taube Nr 2, Gruppe IX, Serie UW, 1915, Öl auf Leinwand, 151 x 152 cm, Stiftelsen Hilma af Klints Verk, Stockholm
    Hilma af Klint: Taube Nr 2, Gruppe IX, Serie UW, 1915, Öl auf Leinwand, 151 x 152 cm, Stiftelsen Hilma af Klints Verk, Stockholm
    Kunstmuseum Moritzburg
  • Felix Kayser: Schreibtisch, 1929–1930, Birke, 72 x 139 x 69 cm, Stuhl K 1247, (1929–1930), Holz, Polsterung, 86 x 39 x 53 cm, Privatsammlung
    Felix Kayser: Schreibtisch, 1929–1930, Birke, 72 x 139 x 69 cm, Stuhl K 1247, (1929–1930), Holz, Polsterung, 86 x 39 x 53 cm, Privatsammlung
    Kunstmuseum Moritzburg