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Wasserbilder

Christian Awe JEUX D'EAU

  • Ausstellung
    Christian Awe JEUX D'EAU
    11.06.2017 - 23.07.2017
    GALERIE Supper »
Wasserbilder

Mit der Ausstellung JEUX D’EAU zeigt die GALERIE SUPPER, Baden-Baden, erstmals Arbeiten des Künstlers Christian Awe (*1978, Berlin).

Das scheinbar Spielerische verbunden mit kraftvollen Farben einerseits und täuschend echten Wasserillusionen andererseits verleihen den Werken Awes eine Spannung, der sich der Betrachter nicht entziehen kann. Die strahlende Farbigkeit von Acrylfarben impliziert durch abstrahierte Formen - Schlieren oder Spritzer - ein besonderes Maß an Bewegung, die förmlich aus dem Bild heraus drängt und seine Oberfläche taktil werden lässt. Frei nach dem Philosophen Vilém Flusser ist es eben dieser tastende Blick, der die abstrahierten Bedeutungsdimensionen, die auf der Bilderoberfläche lediglich angedeutet werden, zu rekonstruieren vermag. Tatsächlich wird die Komplexität der Schichtung in den für den Künstler so typischen Arbeiten erst bei näherer Betrachtung sichtbar. Durch partielles Herauskratzen legt Christian Awe verborgene, überlagerte Farb- und Bedeutungsebenen nachträglich frei und verleiht seinen Werken somit die für sie typische Formensprache in einem wohl kalkulierten Spannungsbogen zwischen Innen und Außen. Was wie eine spontane Geste wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis eines langen Prozesses des Auf- und wieder Abtragens. Der vormals explosiv-expansive Eindruck verkehrt sich somit in sein Gegenteil: Es entwickelt sich ein Sog nach innen, der den Betrachter förmlich in das Bild hineinzieht, ihn auf Entdeckungsreise gehen und Schlieren zu Hieroglyphen werden lässt. “Wie beim Blick in die Wolken beginnt das Gehirn, Dinge, Formen und Figuren zu assoziieren“, sagt Awe selbst. Abstraktion wird zu Narration. Hier sind wir wieder ganz bei Flusser, dessen tastender, schweifender Blick zu gleichen Teilen von der Bildstruktur wie von den Intentionen der Betrachtenden dirigiert wird. Die Dialektik der Bewegung in Awes Werken entblößt somit nicht nur den Blick in das Innenleben der Bilder, sondern auch in unsere ganz persönlichen Imaginationen.

Im Fokus der Ausstellung JEUX D‘EAU stehen, wie der Name bereits vermuten lässt, Christian Awes Wasserbilder. Als Erweiterung seines malerischen Repertoires hat der Künstler diese Technik organisch in seine Arbeiten integriert.

Bei den „reinen“ Wasserbildern liegen häufig nur wenige Schichten übereinander. Die monochromen, dreidimensional plastisch anmutenden Farblandschaften sind ruhiger und weniger explosiv als die bisherigen Werke Awes. Dabei wirken sie so einzigartig lebendig und fast fotografisch realitätsnah oder wie gedruckt, so als würden echte Wassertropfen oder Rinnsale die Leinwand benetzen. Der Betrachter ist versucht, die Bilder zu berühren und somit die optische Wahrnehmung der Wirklichkeit anzupassen. In den aktuellen Werken, die Wasserelemente aufgreifen, nimmt die Schichtung wieder zu. Durch kraftvolle „Splashes“, die als farbige Rinnsale über die Leinwand fließen und die darunter liegenden Schichten bedecken oder als Tropfen und Farbspritzer scheinbar zufällig aufgebracht sind, kombiniert Awe seine Wassertechnik mit Stilelementen seiner vorherigen Arbeiten und verleiht den Bildern ihre eigene Dynamik und Ausdrucksstärke.

Jedoch nicht nur künstlerisch, sondern auch inhaltlich nimmt Wasser in den aktuellen Werken Christian Awes eine zentrale Rolle ein: Wasser auf der einen Seite als Symbol des Puren, der Reinheit und als Quelle des Lebens; andererseits als zerstörerische, unzähmbare Naturgewalt und als Symbol für die abertausend Flüchtenden, die ihre Heimat verlassen müssen und sich auf einen langen und gefährlichen Weg zum Teil über das Mittelmeer begeben, um in Sicherheit zu kommen. Nicht wenige von ihnen verlieren hierbei ihr Leben. In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa haben Awes Werke nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine gesellschaftspolitische Relevanz. Es geht dem Künstler in seinen Arbeiten um Themen wie das Leben, um Heimat, Vielfalt der Kulturen, Hoffnung, Zusammenhalt und ein Wir-Gefühl. Er möchte den Betrachter zum Nachdenken anregen, dies jedoch nicht anklagend, sondern mit positiver Energie und Optimismus, ohne die wir die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit nicht bewältigen werden.

Christian Awe (*1978, Berlin) studierte Malerei an der Universität der Künste in Berlin bei Georg Baselitz und als Meisterschüler bei Daniel Richter. Seine Werke wurden bereits international in Institutionen wie dem Massachusetts Museum of Contemporary Art und dem Salsali Private Museum in Dubai präsentiert. Neben verschiedenen internationalen Ausstellungen und Residences – unter anderem an der Princeton University, USA – engagiert sich Awe für eine Vielzahl von Sozial- und Kulturprojekten, hält Vorträge und unterrichtete an diversen Bildungseinrichtungen wie beispielsweise in Yale, an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, der Universität der Künste und der ESMT in Berlin.






  • 11.06.2017 - 23.07.2017
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    11. Juni bis 23. Juli 2017
    Öffnungszeiten: Mi - Fr 12 - 18 Uhr; Sa - So 12 - 16 Uhr



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