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Ausstellung

Rasso Hecker - Installation - vom 22. Oktober bis 12. Dezember 2017

Ausstellung

In der Ausstellung Rasso Hecker zeigen wir im Hubertussaal eine Installation, des in München lebenden Künstlers, zu der Bernt Lauter einen sehr interessanten und aufschlussreichen Text verfasst hat, den wir Ihnen hiermit übersenden.

DIE MALEREI VON RASSO HECKER - NOTIZEN ZU EINER BEGEGNUNG 

Vor kurzem sah ich zum ersten Mal Gemälde von Rasso Hecker. Die waren für mich eine veritable Überraschung. Dass es gegenstandsfreie (vulgo abstrakte) Malerei geben könnte, die die Kraft besitzt, mich den Betrachter unmittelbar betroffen zu machen in mir emotionale Resonanz zu bewirken... mich in melancholisch bis heitere Stimmungslagen zu versetzen, damit hatte ich nicht gerechnet. Ohne dieses Erlebnis wäre ich nicht auf die Idee gekommen, jetzt wieder- was ich lange nicht getan hatte über gegenstandsfreie Malerei nachzudenken, über die Malerei im Allgemeinen und die Malerei Rasso Heckers im Besonderen.

Zu beiden Komplexen ein paar Gedanken: VOM ALLGEMEINEN...

Die These Kandinskys
Um zu verstehen, was den Charakter der gegenstandsfreien Malerei ausmacht, kann man wohl nichts besseres tun, als sich bei Kandinsky zu erkundigen. Er hat sich nicht nur profunde Gedanken über diese Malweise gemacht, sondern sie als erster, wie wir wissen, ab 1910 auch praktiziert.

In seinem Buch über das Geistige in der Kunst weist er 1912 auf „die tiefe Verwandtschaft der Künste überhaupt und der Musik und Malerei insbesondere“ hin und spricht von dem Weg, „auf welchem die Malerei durch Hilfe ihrer Mittel zur Kunst im abstrakten Sinne heranwachsen...und... schließlich die rein malerische Komposition erreichen wird.

Diese Sätze enthalten zwei wesentliche Gedanken:
-Die „rein malerische Komposition“ ist in Analogie zur Komposition in der Musik zu betrachten, also der Kunstform, die ihrem Wesen nach immer schon „gegenstandsfrei“ ist. - Und diese Autonomie gilt es auch für die Malerei zu erreichen.

Rasso Hecker folgt den Prinzipien Kandinskys und geht zugleich ganz eigene Wege in der Kunst des rein malerischen Komponierens. Beides ist nicht zu übersehen.

Gegenstandsfreie Malerei – ein Aspekt
Die künstlerisch gestaltete Umwelt wird heute beherrscht von Aufsehen erregenden Objekten und Ereignissen...von der Beschwörung vor allem des äußeren Dramas dieser Welt (siehe z.B. "Documenta“).

Umgeben von Spektakulärem kommt der gegenstandsfreien Malerei eine gewissermaßen nischenhafte Sonderexistenz zu. Die besteht in der Möglichkeit, die Innenwelt des Betrachters umweglos zu erreichen...und damit, in Analogie zur Musik, auf ein ursprüngliches emotionales Bedürfnis der Seele einzugehen.

Diese Möglichkeit scheint mir allgemein auf unzulängliche Weise genutzt zu werden: Etwa durch eine Malweise, die nichts als den Malvorgang selbst zum Ausdruck bringen will...oder totale, das Ende des Malens überhaupt anstrebende Minimalisierung (z.B. Monochromie)...oder sonst Experimente, die recht eigentlich Gedankenkonstrukte sind.

Rasso Hecker geht einen anderen Weg. ...ZUM BESONDEREN Prinzip In dem Text zu einer früheren Ausstellung (1996) steht die Maxime Rasso Heckers: Sein Ausdrucksbegehren ist darauf ausgerichtet, sensible Abschreibungen seelischer Zustände – des Glücks, des Rausches, des Leids, des Überdrusses...auf den Bildgrund aufzubringen.

Ich wage zu behaupten, dass die Verwirklichung genau dieses Begehrens die besondere Aura seiner Bilder ausmacht.

„Seelische Zustände“
Für Rasso Hecker bilden seelische Zustände jedoch nicht nur die Ausgangslage seines malerischen Komponierens. Sie sollen folgerichtig auch im Betrachter als „Resonanz“ der Kompositionen entstehen...eben in Analogie zur Wirkung eines Musikstücks auf den Hörer. Die Komposition...das Bild hat gleichsam den Charakter einer künstlerischen Relaisstation, nämlich „Empfänger“ vom Maler her und „Sender“ in Richtung des Betrachters zu sein. Mit anderen Worten: Der Betrachter soll vom Sichtbaren zum Unsichtbaren gelangen, vom Bild zur eigenen Seelenlage.

Der Dante-Zyklus
Der Drang „sensible Abschreibungen seelischer Zustände“ zu schaffen, hat Rasso Hecker nicht zuletzt zur Schöpfung des umfangreichen Dante-Zyklus befähigt. Zu dem gehören auch die neuesten Bildgruppen mit den Namen „le bois“ und „le ciel“.

Die Bilder lassen den tiefen Eindruck der Visionen Dantes auf den Maler ermessen, dieser Visionen in denen es um die Vielfalt des Leides, der Sehnsucht und der Seligkeit zahlloser konkreter Menschengestalten geht...und auch um das Entsetzen und die Anteilnahme des „erzählenden Ichs“ der Dichtung selbst.

Dem Maler gegenstandsfreier Bilder kann es nicht mehr – wie etwa einst Botticelli – um das Konkrete dieser Vielfalt gehen, sondern „abstrahierend“ um das Allgemeingültige, Zeitlose fundamentaler Affekte...wie Verzweiflung, Trauer, Angst, Hoffnung, Freude...

Rasso Hecker will nun diese Affekte nicht einzeln ins Bild bringen. Ihm gelingt aber in berührender Weise, eine Atmosphäre zu vermitteln, die vom Gewebe solcher Erregungszustände ausgeht...also mit malerischen Mitteln das zu erreichen, was in der Welt der Musik immer schon möglich war.

Zu den Bildtiteln inferno, purgatorio, paradiso...le bois, le ciel: Sie haben den Sinn, auf die Quellen der künstlerischen Inspiration hinzuweisen und zugleich den Betrachter zu Assoziationen mit Ereignissen seines eigene inneren Lebens anzuregen. Nichts weniger.






  • 22.10.2017 - 12.12.2017
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    Galerie Schrade - Mochental

    89584 Schloß Mochental
    bei Ehingen / Donau

    Dienstag - Samstag 13 - 17 Uhr
    Sonn- und Feiertage 11 - 17 Uhr



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