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Hasanis poetische Kunst an der Schnittstelle von Orient und Okzident

Die gestern eröffnete Ausstellung LeftOver zeigt Arbeiten der jungen persischen Künstlerin Yasaman Hasani, die im postrevolutionären Iran aufwuchs, in Graz studierte und seit vielen Jahren in Österreich lebt. „Yasaman Hasani ist eine Grenzgängerin zwischen Orient und Okzident, die in beiden Welten zu Hause ist. In ihren poetischen Arbeiten lotet sie vermeintliche Freiheiten und gesellschaftliche Vorschriften, feministische Errungenschaften und patriarchalische Strukturen, avantgardistische Ästhetik und traditionelle Symbolik in beiden Kulturen aus“, erklärte Kurator Roman Grabner bei der Eröffnung. Im studio der Neuen Galerie Graz, einer Plattform für junge Künstlerinnen und Künstler am Anfang ihrer Karriere, zeigt sie ein Arrangement aus drei gezeichneten Filmen und einer Installation. Speziell für die Ausstellung entstand der Animationsfilm LeftOver, der sich aus 6.000 Einzelzeichnungen zusammensetzt.

Yasaman Hasani beschäftigt sich mit den Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst zwischen Wien und Teheran und eröffnet Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen mit geschlechtsspezifischen Stereotypen in beiden Kulturen. In ihren Filmen folgt eine gesichts- und namenlose Protagonistin ohne jede Individualität der gesellschaftlichen Choreografie, in der die Rollen, Bewegungen und Abläufe genau festgelegt sind. Yasaman Hasanis Arbeiten zeigen eine junge Perspektive auf die Themen, die auch im Kontext der aktuellen Ausstellung Shirin Neshat. Frauen in Gesellschaft (nur mehr bis 22.04. zu sehen) behandelt werden. Im Gegensatz zu Neshat, deren Kunst im Iran nicht gezeigt wird, stellt Hasani ihre Werke, die grenzüberschreitend verstanden werden sollen, auch in ihrer Heimat aus.

Die Idee des ewigen Kreisens zieht sich durch die ganze Ausstellung: eine junge Frau, die frei und unbekümmert im öffentlichen Raum tanzt, Blumen, die erblühen und wieder verwelken, eine Ballerina auf einer Spieluhr, die sich kontinuierlich dreht, sowie drei Bilder, die die vorgefasste Rolle einer Frau in der Gesellschaft symbolisieren, die sich unentwegt im abstrahierten Männerköpfen der Künstlerin drehen. Mit dem Ausstellungstitel LeftOver stellt Yasaman Hasani die Frage nach dem, was bleibt: Nach den prägenden Faktoren der Kindheit, nach den Abhängigkeiten von geschlechtsspezifischen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten, nach einer weiblichen Identität im Zeitalter der Globalisierung zwischen Orient und Okzident.






  • 20.04.2018 - 03.06.2018
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  • Künstlerin Yasaman Hasani und Kurator Roman Grabner, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
    Künstlerin Yasaman Hasani und Kurator Roman Grabner, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
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