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The place to be. Salons als Orte der Emanzipation

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    The place to be. Salons als Orte der Emanzipation
    30.05.2018 - 14.10.2018

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Zäsur 1938 prägten die jüdischen Gastgeberinnen den Diskursraum Salon. Als starke Frauenpersönlichkeiten schufen sie in ihren Häusern Ermächtigungsräume, die ihnen im öffentlichen Leben erwehrt blieben. Die Wiener Salons zwischen 1780 und 1938 würde man heute als Networking im besten Sinne bezeichnen. Diese meist von ihren jüdischen Gastgeberinnen geprägten Kommunikationsräume waren in zweifacher Hinsicht Orte der Emanzipation und der Ermächtigung: für Frauen, die von der Öffentlichkeit noch ausgeschlossen waren, und für die Entwicklung einer bürgerlich-kritischen Zivilgesellschaft.

Orte der Politik und politische Orte der Kultur
Die Salons von Fanny von Arnstein, Josephine von Wertheimstein, Berta Zuckerkandl und vielen anderen, wurden zu kultivierten Orten der Politik und gleichzeitig zu politischen Orten der Kultur. Sie bieten Einblicke in das Leben der Salonièren in all seiner Widersprüchlichkeit, denn vor allem die Gastgeberinnen des 19. Jahrhunderts vollführten einen Drahtseilakt: Ihr Wirken war geprägt von gesellschaftlichen Konventionen, die ihre öffentliche Rolle als Frauen maßgeblich beschränkten. Gleichzeitig erfuhren sie aber auch große Anerkennung für ihre Leistungen als Förderinnen des künstlerischen und politischen Diskurses. Ermöglicht wurde ihnen diese damals wie heute gewürdigte Tätigkeit durch die vorhandenen Netzwerke und die bestehende Infrastruktur ihrer Ehen und Häuser. Möbelstücke sowie rare Fotografien und Interieur-Ansichten machen die Salons als Räume privater Öffentlichkeit und „Bühnen“ für die bekanntesten Künstler, Literaten und Architekten ihrer Zeit, wie etwa Hugo von Hofmannsthal, Franz von Lenbach, Emil Orlik, Adolf Loos, Josef Hoffmann und Arnold Schönberg erfahrbar. Ein Highlight der Ausstellung stellt die Präsentation eines der letzten erhaltenen Wiener Salons des 19. Jahrhunderts dar: Das Interieur des Salons aus der Villa Wertheimstein wird für die Dauer der Ausstellung zu Gast in der Dorotheergasse sein.

Die Medieninformation Mai 2018 Ausstellung ist als großbürgerliche Wohnung, als Reise durch die Salons von Fanny von Arnstein und ihrer Biografin Hilde Spiel, bis hin zu einer gegenwärtigen Spurensuche nach der vermeintlich verlorenen Salonkultur von Wien konzipiert und stellt auch die Reformsalons von Berta Zuckerkandl und Eugenie Schwarzwald vor. Sie macht die Leistungen der Salonièren für die Wiener Kultur-, Wirtschafts- und Politikszene begreiflich. Und sie zeigt schließlich, welche Bedeutung die Wiener Salonkultur für die vertriebenen Wiener Jüdinnen und Juden im Exil erlangte und dass es nicht zufällig die aus dem englischen Exil heimkehrende Hilde Spiel war, die diese Kultur in den Nachkriegsjahren noch einmal in Wien „salonfähig“ machte.

„Pionierin“ Fanny von Arnstein
Fanny von Arnstein hatte den Weg aus ihrer Heimatstadt Berlin nach Wien angetreten, um hier als junges Mädchen verheiratet zu werden. Anstatt sich in ihr Schicksal zu fügen und in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter aufzugehen, wurde sie zur Vorreiterin prägender Wiener Frauenpersönlichkeiten. Aus der Weltstadt Berlin brachte die – wie alle Salonièren nach ihr – hochgebildete, von den Ideen der Aufklärung geprägte Fanny von Arnstein nicht nur internationales Flair in die zu jener Zeit provinzielle kaiserliche Residenzstadt. Sie schuf mit ihrem Salon vielmehr eine Institution, die zum zentralen Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Gelehrten wurde, die vor allem Anhänger eines politischen Liberalismus waren.

„Der Salon befand sich immer dort, wo sie sich aufhielt...“ Die Ära des Salons endete mit einer weiteren herausragenden Persönlichkeit: Berta Zuckerkandl. Die Journalistin und Schriftstellerin prägte über Jahrzehnte mit ihrem an wechselnden Orten stattfindenden Salon, zuletzt im Palais Lieben-Auspitz an der Ringstraße, das geistige Leben in Wien. Hier erlebte die Moderne ihre Hochblüte. Im Salon Zuckerkandl wurde die Gründung der Wiener Secession sowie der Wiener Werkstätte beschlossen. Der sogenannte „Anschluss“ an Nazi-Deutschland setzte auch der Salonkultur ein Ende. Manche Salonièren, wie Berta Zuckerkandl, führten im Exil diese Kultur fort, immer verbunden mit einer Sehnsucht nach Wien.

„The place to be. Salons als Orte der Emanzipation“ ist von 30. Mai 2018 bis 14. Oktober 2018 im Jüdischen Museum Wien, einem Museum der Wien Holding, zu sehen. Zur Ausstellung, die vom gesamten kuratorischen Team (Gesamtleitung: Danielle Spera; Koordination: Astrid Peterle, Werner Hanak; Konzept und Kuratierung: Domagoj Akrap, Sabine Bergler, Werner Hanak, Gabriele Kohlbauer-Fritz, Hannah Landsmann, Marcus G. Patka, Astrid Peterle, Danielle Spera, Andrea Winklbauer; Kuratorische Assistenz: Adina Seeger, Janine Zettl) des Jüdischen Museums Wien erarbeitet und von Gerhard Abel, Waltraud Ertl und Planet Architects - Wien gestaltet wurde, erscheint auch ein zweisprachiger Katalog zum Preis von 29,95 € im Amalthea Signum Verlag.






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    Das Jüdische Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der zweite Standort, Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr (Winterzeit) bzw. 17 Uhr (Sommerzeit) geöffnet.



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  • Berta Zuckerkandl (c) IMAGNO picturedesk.com
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    Jüdisches Museum Wien
  • Portrait Fanny Arnstein (c) Jüdisches Museum Wien
    Portrait Fanny Arnstein (c) Jüdisches Museum Wien
    Jüdisches Museum Wien
  • Liesel Salzer, Portrait Hilde Spiel, 1934 (c) Sammlung Dr. Marie-Theres Arnbom
    Liesel Salzer, Portrait Hilde Spiel, 1934 (c) Sammlung Dr. Marie-Theres Arnbom
    Jüdisches Museum Wien
  • Kabinett, Salon Fanny von Arnstein am Hohen Markt (c) JMW
    Kabinett, Salon Fanny von Arnstein am Hohen Markt (c) JMW
    Jüdisches Museum Wien
  • Fotografie_Salon Wertheimstein (c) JMW
    Fotografie_Salon Wertheimstein (c) JMW
    Jüdisches Museum Wien
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