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Akademie der Künste Bilderkeller

Am 29. September macht die Akademie der Künste ihren sogenannten Bilderkeller für die Öffentlichkeit zugänglich. Im ehemaligen Heizungskeller des Akademie-Gebäudes am Pariser Platz hat sich eine Reihe von Wandbildern erhalten, die 1957 und 1958 für zwei Faschingsfeste entstanden waren. Gemalt von Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Ernst Schroeder und Horst Zickelbein – ehemaligen Meisterschülern der Deutschen Akademie der Künste – sind sie neben den Ausstellungssälen der einzige originale Rest des historischen Gebäudes. 1989 erstmals fotografiert, publiziert und seitdem behutsam konserviert, können sie nun nach fast dreißig Jahren erstmals besichtigt werden. Zu sehen sind Zeugnisse einer jungen Generation in der Ostberliner Malerei, die sich einem verordneten Optimismus entzogen.

Die Tradition der Meisterschülerausbildung war in der Nachfolge der Preußischen Akademie der Künste in der DDR weitergeführt worden. Betreut durch einzelne Mitglieder bot sie jungen Künstlern die Chance, für zwei Jahre relativ unabhängig in den Ateliers am Pariser Platz 4 arbeiten zu können. In der kulturpolitisch brisanten Zeit der 1950er und 1960er Jahre kam es allerdings zu erbitterten Debatten; ein wahrer Stellvertreterkrieg gegen einzelne Akademie-Mitglieder entbrannte. Zu ihnen gehörte der Bildhauer Fritz Cremer, der kurz vor dem Mauerbau 1961 eine Ausstellung junger Kunst initiierte, die zum kulturpolitischen Eklat führte. Cremer trat als Sekretär zurück und Akademie-Präsident Otto Nagel musste es ihm gleich tun – aus „gesundheitlichen Gründen“, wie es offiziell hieß. In den Wandbildern wird deutlich, dass es der Generation der um 1930 geborenen Meisterschüler um einen anderen als den von Staatsseite geforderten Realismus ging. Sie hatten wesentlichen Anteil an der Ausbildung der sogenannten Berliner Schule, ihre „Schwarzen Bilder“ wurden von der offiziellen Kunstkritik als unzeitgemäß, dekadent und formalistisch diffamiert. Der von außen empfundene Druck ließ die Künstler nur noch enger zusammenrücken und in ihren Bildern aufeinander reagieren. Im Freiraum der Faschingsgestaltung in der Akademie entlud sich die Experimentierlust. Hier tobte sich aus, was in Ausstellungen nicht gezeigt werden durfte. Zur Eröffnung des Bilderkellers werden Interviewfilme mit Jürgen Böttcher | Strawalde, Matthias Flügge, Dieter Goltzsche, Harald Metzkes und Werner Stötzer gezeigt, Einblicke in die Arbeit der Restauratoren gegeben sowie Tondokumente der damaligen Auseinandersetzung zu Gehör gebracht. Der Zugang zum Bilderkeller ist nur im Rahmen einer Führung möglich.

Der Bilderkeller am Pariser Platz 4
1907 hat die zunächst Königliche, dann Preußische Akademie der Künste das Gebäude am Pariser Platz 4 am Brandenburger Tor bezogen. Das ursprüngliche Palais wurde von Ernst von Ihne für die Akademie umgebaut und um Ausstellungsräume erweitert, die Ludwig Justi im Ausbau mit beeinflusste. Sie galten als die „schönsten Ausstellungsräume“ Berlins. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Künstlervereinigung durch die Generalbauinspektion Albert Speers aus dem Gebäude verdrängt und zog erst 1950 mit der Deutschen Akademie der Künste dort wieder ein. Diese nutzte die Liegenschaft als Atelier- und Werkstattgebäude u.a. für ihre Mitglieder und Meisterschüler.






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