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Josef Ignaz Mildorfer. Rebell des Barock

Zum dreihundertsten Geburtstag Josef Ignaz Mildorfers (1719–75) widmet das Belvedere dem Barockmaler eine Ausstellung in der Reihe IM BLICK. In seinem Jubiläumsjahr erhält der gebürtige Tiroler damit die erste Einzelpräsentation. Im Besitz des Belvedere ist eines der musealen Hauptwerke des Künstlers, die Heilige Dreifaltigkeit mit den Heiligen Rochus, Florian, Sebastian und Johannes von Nepomuk. Das Altarbild kam Anfang des 20. Jahrhunderts als Schenkung in die Sammlung und wurde anlässlich der Ausstellung restauriert. Dies ist einer der Gründe, warum das Belvedere das Œuvre von Josef Ignaz Mildorfer in der Ausstellungsreihe IM BLICK präsentiert. Seine Kunst lässt sich überdies hervorragend mit der Barocksammlung des Belvedere vernetzen, die einen profunden Bestand an Werken Kunstschaffender aus seinem Umkreis an der Wiener Kunstakademie aufweist.

Generaldirektorin Stella Rollig: „Werke von Künstlern der Wiener Akademie um die Mitte des 18. Jahrhunderts nehmen in der Barocksammlung des Belvedere eine bedeutende Stellung ein. Unsere Bestände prägender künstlerischer Kräfte dieser Zeit, wie Paul Troger und Franz Anton Maulbertsch, eignen sich ideal, um den bislang noch weniger bekannten Mildorfer in diesen größeren Kontext zu stellen.“

Die Ausstellung im Oberen Belvedere legt das Augenmerk auf drei zentrale Aspekte des künstlerischen Wirkens von Josef Ignaz Mildorfer: seine Rolle als Schüler und als Professor für Malerei an der Wiener Kunstakademie, seine Aufträge für Kirche, Adel und Bürgertum sowie seine seltenen Schlachtenbilder.

Die Kuratorin der Ausstellung Maike Hohn: „Ausstellungen gilt es in erster Linie aus der eigenen Sammlung heraus zu denken. Da lag es nahe, Mildorfers Verbindung zur Akademie und seine Aufträge für verschiedene Käuferschichten in den Blick zu nehmen. Es war mir wichtig, Mildorfer nicht nur als Künstler vorzustellen, sondern ihn auch als soziale Figur in seiner Zeit und in seinen Netzwerken von Kollegen und Auftraggebern zu verorten.“

MILDORFER ALS SCHLACHTEN- UND PANDURENMALER
In frühen Jahren erprobte sich Mildorfer in einer kleinen Anzahl von Werken im Genre der Schlachtenmalerei. Er reagierte damit auf den zeitgleich tobenden Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–48), den die junge habsburgische Herrscherin Maria Theresia an verschiedenen Fronten des Reichs führte. Mildorfers sogenannte „Panduren“, Darstellungen von Kämpfern der militärischen Hilfstruppen aus den südöstlichen Grenzländern des Habsburgerreichs, reflektieren das Zeitgeschehen und das rege öffentliche Interesse, das an den fremdartig wirkenden und verwegenen Kriegern bestand.

MILDORFER UND DIE WIENER AKADEMIE
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts war die Wiener Kunstakademie ein Ort der Avantgarde. Ab den 1740er-Jahren prägten rund zwei Jahrzehnte lang Maler aus dem Tiroler Raum wie Michael Angelo Unterberger, Paul Troger oder Mildorfer die Institution. Künstler loteten dort Extreme in Bewegung, Ausdruck und Licht aus. Der sogenannte „Wiener Akademiestil“ konnte sich zeitweilig als künstlerisches Phänomen etablieren, wurde jedoch recht bald vom Vormarsch der klassizistischen Tendenzen eingeholt. Mildorfer war – zunächst als Schüler, dann als Professor für Malerei – Teil dieser Entwicklung, die die gängigen künstlerischen Konventionen infrage stellte.

MILDORFERS AUFTRÄGE FÜR KIRCHE, ADEL UND BÜRGERTUM
Mildorfer führte im Lauf seines Lebens zahlreiche Aufträge aus. Zu seinen Förderern der ersten Stunde zählte die Kirche, später folgten Werke für Adel und Bürgertum. Besonders prominent ist Mildorfer in der unweit von Wien gelegenen Marienwallfahrtskirche am Hafnerberg (Niederösterreich) vertreten, für die er mehrere Altarbilder und Fresken ausführte. Das dortige Kuppelfresko zählt zu seinen Hauptwerken. Hof und Adel forderten bei Mildorfer ab dem Ende der 1740er-Jahre immer wieder Werke an – Mildorfers Fresken für Maria Theresia und Franz I. Stephan im Menageriepavillon in Schönbrunn und in der Maria-Theresien-Krypta der Wiener Kapuzinergruft haben sich bis heute in situ erhalten.

ZUR AUSSTELLUNG
Die Ausstellung im Oberen Belvedere umfasst etwas mehr als fünfzig Exponate, darunter Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Archivalien. Den oben genannten Themenschwerpunkten von Mildorfers Schaffen ist jeweils ein Raum gewidmet. Sein Œuvre wurde für die Schau im Oberen Belvedere aus verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen in Österreich, Italien, Tschechien und Deutschland zusammengetragen.
Die Ausstellungsreihe IM BLICK im Oberen Belvedere wurde konzipiert, um Künstlerinnen und Künstler sowie Werke aus der Sammlung vorzustellen und wissenschaftlich zu bearbeiten.






  • 19.09.2019 - 06.01.2020
    Ausstellung »
    Österreichische Galerie Belvedere »

    BELVEDERE 21
    Quartier Belvedere, Arsenalstraße 1,, 1030 Wien
    Österreich
    01.03.2019 - 02.06.2019
    Dienstag 11 bis 18 Uhr
    Mittwoch 11 bis 21 Uhr
    Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
    An Feiertagen geöffnet



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  • Josef Ignaz Mildorfer, The Munich Surrender, 1742, oil on canvas, Salzburg Museum (Sammlung Rossacher) © Salzburg Museum
    Josef Ignaz Mildorfer, The Munich Surrender, 1742, oil on canvas, Salzburg Museum (Sammlung Rossacher) © Salzburg Museum
    Österreichische Galerie Belvedere
  • Josef Ignaz Mildorfer, Vierteiliger alttestamentlicher Engelzyklus: Tobias mit dem Engel Raphael, späte 1740er-Jahre, Öl über Tempera auf Leinwand, Hofburg Brixen © Hofburg Brixen, Foto: Jürgen Eheim
    Josef Ignaz Mildorfer, Vierteiliger alttestamentlicher Engelzyklus: Tobias mit dem Engel Raphael, späte 1740er-Jahre, Öl über Tempera auf Leinwand, Hofburg Brixen © Hofburg Brixen, Foto: Jürgen Eheim
    Österreichische Galerie Belvedere
  • osef Ignaz Mildorfer, Die Heilige Dreifaltigkeit mit den Heiligen Rochus, Florian, Sebastian und Johannes von Nepomuk (ehemaliges Altarbild der Kapelle von Schloss Thurnmühle in Schwechat), um 1755, Öl auf Leinwand Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien
    osef Ignaz Mildorfer, Die Heilige Dreifaltigkeit mit den Heiligen Rochus, Florian, Sebastian und Johannes von Nepomuk (ehemaliges Altarbild der Kapelle von Schloss Thurnmühle in Schwechat), um 1755, Öl auf Leinwand Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien
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