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Akt und Aktion

Akt und Aktion

Akt und Aktion

Zum siebten Mal findet vom 2. bis 16. August 2009 im Waidhaus in Görlitz eine Werkschau mit Bildern und Skulpturen der internationalen Künstlergruppe Arthalog statt. Unter dem Titel "Akt und Aktion" soll die wesensgleiche Verbindung von Kunst, Körper und Bewegung deutlich werden. Die Kunstwerke beanspruchen keine Erklärung, Einführung oder Interpretation, sie wollen für sich selber sprechen. Die Kunstwerkschau der Künstler aus Deutschland, den USA, Frankreich und Italien möchte den Zugang zu den assoziativen und gefühlsbetonten Bereichen der Kunst durch die Präsentation von Arbeiten in Alltagssituationen sowie durch handwerkliche Disziplin und Qualität erleichtern. Die Veranstalter wünschen den Ausstellungsbesuchern und Waidhausgästen gleichermaßen viel Freude beim künstlerischen Rundgang durch das Haus.

Das Waidhaus, der älteste Profanbau der Stadt Görlitz, beherbergt seit 1993 die Werkstätten des Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege, das 1991 auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gegründet wurde. Es liegt direkt neben der Peterskirche im Zentrum der Stadt. Im 16. Jahrhundert diente er als Speicher für das Färbemittel Waid, das vor allem in Thüringen kultiviert wurde. Der blaue Farbton der Pflanze wurde zum Färben von Leinen, aber auch - aufgrund seines Holzschutzeffekts - zum Streichen von Türen, Fenstern und sogar Kircheninnenräumen verwendet.

Bereits vier Jahrhunderte zuvor war das Gebäude für die Stadtentwicklung von Bedeutung. Es war Teil des Vogtshofs, der dem Landesherren gehörte. Im darauffolgenden Jahrhundert erhielt Görlitz das Stapelrecht, also das Recht, von durchziehenden Kaufleuten zu verlangen, in der Stadt für einen gewissen Zeitraum ihre Waren abzuladen und zum Verkauf anzubieten. Dies verhalf den Görlitzer Bürgern zu ihrem Reichtum. Der in der Substanz romanische Bau hat sich trotz wechselnder Nutzung über die Jahrhunderte in seiner prägnanten Form als wichtiges Element der Stadtkrone über der Neiße erhalten. Zwischenzeitlich diente er als Schule.

Heute wird das Waidhaus vom Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege genutzt, das hier ein umfangreiches Programm an Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen für Handwerker und Restauratoren anbietet (weitere Infos unter: http://www.denkmalzentrum.de). Mit dem Fortbildungszentrum, der DenkmalAkademie, der Jugendbauhütte Görlitz, dem Görlitz Kompetenzzentrum sowie bisher über 80 Förderprojekten ist Görlitz der Förderschwerpunkt der DSD in Sachsen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat die private Bonner Stiftung dank der Spenden von über 190.000 Förderern und erheblichen Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, über 420 Millionen Euro für rund 3.500 bedrohte Denkmale in ganz Deutschland zur Verfügung stellen können.

Die Ausstellung im Waidhaus ist bis zum 16. August 2009 zu besichtigen: montags bis sonntags 11.00 bis 13.30 Uhr und 16.00 bis 19.00 Uhr.

Bonn, den 31. Juli 2009


Ausstellung






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