Die Luftpumpe

Die Luftpumpe am Himmel

04.05.2007 - 14.10.2007
Die Luftpumpe

Wissenschaft in Sachsen zur Zeit August des Starken und August III.

Eine Ausstellung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Schloss Moritzburg und Fasanenschlösschen

in Zusammenarbeit mit dem Mathematisch-Physikalischen Salon, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Eine Luftpumpe am Himmel?

1750 belegte der französische Astronom Nicolas Louis de Lacaille einige Regionen des südlichen Sternenhimmels, die noch nicht benannt waren, mit Namen. Im Gegensatz zu den klassischen Sternbildern, die nach mythologischen Gestalten benannt sind, trugen seine Konstellationen meist die Namen von technischen Errungenschaften: Luftpumpe, Zirkel, Chemischer Ofen, Pendeluhr, Mikroskop, Winkelmaß, Oktant, Schiffskompass, Teleskop. Indem ein Sternbild den Namen eines faszinierenden neuen wissenschaftlichen Instruments erhielt, wurden zugleich auch deren Erfinder geehrt. So auch im Falle der Luftpumpe – so der historische Name für Vakuumpumpen -, die von Otto von Guericke erdacht und von Robert Boyle weiterentwickelt wurde.

Etwa zur gleichen Zeit entstand der Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdner Zwinger als eine Schausammlung sächsischer Wissenschaftsgeschichte. Für die Ausstellung im Schloss Moritzburg wurden deshalb Lacailles Sternenbilder als Folie gewählt. Eine Ausstellung, die jene Gegenstände in hervorragenden Beispielen zeigen kann, nach denen Lacaille seine Sternbilder benannt hat, und die, in einem weiteren Rahmen, sich generell der Wissenschaft in Sachsen zur Zeit Augusts des Starken und seines Sohnes Augusts III. widmet. So werden Projekte einiger der erfindungsreichsten und begabtesten Köpfe Sachsens in der augusteischen Zeit dargestellt, wie etwa Ehrenfried Walther von Tschirnhaus‘ Suche nach dem Arkanum, Adam Friedrich Zürners Aufbau eines Netzes von sächsischen Postmeilensäulen oder das mechanische Laboratorium des Reichsgrafen Hans von Löser.

In sechs Stationen beleuchtet diese Ausstellung Aspekte der Wissenschaftsgeschichte Dresdens wie auch der Sammlungsgeschichte des Mathematisch-Physikalischen Salons. Facettenreich wird die Rolle wissenschaftlicher Forschung und deren Wahrnehmung am Dresdner Hof gezeigt, so dass der Besucher eindrucksvoll nachvollziehen kann, dass es auch in der Vergangenheit bedeutende Hightech-Forschung in Sachsen gab.

Die Ausstellung zeigt ca. 70 Exponate von teilweise einzigartiger Qualität. Es erscheint ein 48seitiges Begleitbuch zum Preis von 8 Euro.

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