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Silberschmied

Frauen-Silber. Paula Straus, Emmy Roth & Co.

Silberschmied

Silberschmiedinnen der Bauhauszeit Ausstellung vom 7. Juli bis 9. Oktober 2011 im Bröhan-Museum, Berlin

In der Ausstellung sind etwa 150 seltene Silber- und Goldschmiedearbeiten zu sehen, die ausschließlich von Künstlerinnen gestaltet wurden. Die Objekte stammen von Museen, Privatsammlern sowie aus dem Bestand des Bröhan-Museums. Der zeitliche Schwerpunkt liegt bei den Zwanziger Jahren. Erstmals werden hier interessante Frauenpersönlichkeiten aus dem deutschen Sprachraum vorgestellt, die zwischen den beiden Weltkriegen den Beruf der Silberschmiedin ergriffen, eine Werkstatt gründeten oder auch Anstellungen in bedeutenden Silberwarenfabriken fanden. Neben Paula Straus, Emmy Roth und anderen gehören auch die ersten Frauen dazu, die überhaupt eine Meisterprüfung als Gold- bzw. Silberschmiedin ablegten: Marga Jess 1912 in Deutschland, Martha Flüeler-Haefeli 1923 in der Schweiz und Eilfriede Berbalk 1924 in Österreich.

In der vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe übernommenen und auf neuesten Forschungsergebnissen beruhenden Ausstellung (Konzeption: Dr. Reinhard W. Sänger) wird deutlich, dass sich Frauen in dem traditionell von Männern dominierten Handwerkszweig der Gold- und Silberschmiedekunst zu behaupten wussten. Viele der Entwürfe zeugen von einer eigenwilligen persönlichen Handschrift und großem technischen Geschick.

Biografien zu den einzelnen Gestalterinnen geben Einblick in den historischen Kontext, in dem die Silberarbeiten entstanden sind. Dazu zählt auch der tiefe Einschnitt und irreparable Schaden, den die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 für die künstlerische Entwicklung in Deutschland bedeutete. Die jüdischen Künstlerinnen Emmy Roth und Paula Straus waren unmittelbar betroffen: Emmy Roth emigrierte und nahm sich 1942 in Tel Aviv das Leben; Paula Straus wurde 1943 in Auschwitz ermordet.

In den Zwanziger Jahren erfreute sich das Kunsthandwerk allgemein großer Beliebtheit. Hierin findet die Reformbewegung des Jugendstils ihre Fortsetzung, die der angewandten Kunst – damit der künstlerischen und Sublimierung des Alltags – einen gleich hohen Rang eingeräumt hatte wie der Bildenden Kunst. Dass gerade Frauen sich in den verschiedenen Sparten des Kunsthandwerks betätigten, hatte allerdings auch praktische Gründe: Künstlerinnen waren offiziell erst seit 1919/20 an deutschsprachigen Akademien zugelassen und konnten auch danach nur sehr schwer als Malerinnen, Bildhauerinnen oder Architektinnen Fuß fassen. Das Kunsthandwerk bot ihnen noch am ehesten eine berufliche Perspektive.

Die Ausstellung FrauenSilber verdeutlicht, wie kreativ die Silberschmiedinnen der 1920er/30er Jahre waren, zu welch vielfältigen, teilweise überraschend modernen Formen und Dekoren sie fanden, aber auch, welches Maß an persönlichem Durchsetzungsvermögen ihre künstlerische Tätigkeit erforderte. Es findet ein umfangreiches Rahmenprogramm, mit Führungen, Konzert, Vortrag statt. Weitere Informationen: www.broehan-museum.de

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: 224 Seiten, zahlreiche farbige Abb., Hardcover, Preis: 25,- € Kuratorin der Ausstellung in Berlin: Dr. Claudia Kanowski Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Corinna Päpke M.A. Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 18 Uhr, an allen Feiertagen geöffnet








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  • Emmy Roth Kaffee- und Teeservice Um 1930/31 Silber, Holz Jüdisches Museum Berlin Foto: Jens Ziehe
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    Bröhan Museum