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Lichtgefüge – Das Licht im Zeitalter von Rembrandt und Vermeer

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Siebzig hochkarätige Werke der barocken Malerei versammelt die kommende Sonderausstellung „Lichtgefüge – Das Licht im Zeitalter von Rembrandt und Vermeer“ im Museum Schloss Wilhelmshöhe in Kassel. Der Blick richtet sich auf einen beachtenswerten Aspekt der Malerei, der die Künstler immer wieder vor große Herausforderungen stellte und zu immer neuen Lösungen führte: die Übersetzung von Licht in Malerei. Vor allem im 17. Jahrhundert entwickelte sich parallel zu den naturwissenschaftlichen Forschungen dieses Thema zu einem zentralen Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. In keiner Epoche zuvor zeigte sich eine vergleichbare Vielfalt an Darstellungen, die das Licht thematisierten und in denen dieses gleichsam die Sprache der Malerei bildete.

In Kooperation mit der Berliner Forschungsgruppe „Historische Lichtgefüge“ werden erstmals die unterschiedlichen Facetten der Lichtmalerei des 17. Jahrhunderts anhand von Gemälden, Graphiken und optischen Geräten untersucht. Zeitgenössische naturwissenschaftliche Traktate werden mit den Werken in Beziehung gesetzt. Leihgaben aus renommierten Sammlungen ergänzen die hervorragenden Bestände der Gemäldegalerie der Museumslandschaft Hessen Kassel, wodurch ein umfassender Blick auf die Lichtgefüge in der Malerei ermöglicht wird.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden die Malerei mittelalterlicher Werke auf Goldgrund und die Weiterentwicklung über die Renaissance bis zum römischen Barock. In Jahrhunderten verändern sich die Auffassungen und Funktionen des innerbildlichen Lichts ständig. Den wechselnden Epochen können dabei jeweils bestimmte Anordnungen oder Gefüge des Lichts zugewiesen werden, die vor dem Hintergrund der jeweiligen Lebenswelten und historischen Auffassungen nachvollziehbar werden.

Erst die fundamentalen Neuerungen durch Caravaggio beeinflussten die Lichtbehandlung in der Malerei entscheidend und stellten eine Basis für die Glanzleistungen der Lichtmalerei im 17. Jahrhundert in den Niederlanden dar. Nördlich der Alpen wurden diese unter anderem von den Utrechter Künstlern wie Gerard van Honthorst aufgegriffen, weiterentwickelt und verbreitet.

Im Anschluss an diese Themen widmet sich die Ausstellung den verschiedenen Gattungen, die die Vielfalt und Bandbreite der niederländischen Lichtmalerei vor Augen führen. Von Tag- und Nachtlandschaften, Interieurdarstellungen, Stillleben und Bildnissen führt der Weg über Rubens zu Rembrandt und Vermeer, die in der Behandlung des Lichts ganz eigenständige Lösungen finden. Mit diesen Künstlern wird eine neue Dimension der holländischen Helldunkelmalerei erreicht, die im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaftstheorien genauer betrachtet wird.

Die physikalischen Phänomene des Lichts sind wiederholt Gegenstand der Forschung gewesen, die auf ältere optische Theorien aufbauten. Vorstellungen – wie sie etwa von Descartes entwickelt wurden – mit den künstlerischen Lichtauffassungen in Beziehung zu setzen, führt zu der Frage, ob man im 17. Jahrhundert von einer allgemeinen Lichtkultur sprechen kann, die sich auf verschiedene Disziplinen erstreckte und einem einheitlichen Diskurs folgte. So können etwa Parallelen zwischen Rembrandts oder Vermeers Lichtbehandlung und Descartes’ Abhandlungen zum Licht nachgezeichnet werden. Die malerischen Techniken der minutiösen Abschattungen und scharfen Kontrastsetzungen erscheinen neu aus dem Blickwinkel der barocken Naturphilosophie, in der man sich mit der Ausbreitung des Lichts ebenso befasst wie mit der Entstehung der Farben.

Zum Abschluss ergänzen künstlerische Arbeiten der Gegenwart den Parcours durch die niederländische Lichtmalerei und schärfen mit ihren modernen Positionen den Blick auf die Phänomene der Kunst des 17. Jahrhunderts. Sie führen den Einfluss der barocken Lichtkultur auf zeitgenössische Werke eindrucksvoll vor Augen und bieten dadurch auch eine neue Perspektive auf die Gemälde der Alten Meister. Fotografische Arbeiten mit der Camera Obscura, Belichtungen bei Tag und Nacht sowie die Übersetzung der Malerei in das digitale Medium und die dritte Dimension sind nur einige Beispiele dieser bis heute andauernden Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Darstellbarkeit des Lichts.

Eine Ausstellung der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Forschungsgruppe Historische Lichtgefüge (www.lichtgefuege.de). Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Ausstellung:  Lichtgefüge – Das Licht im Zeitalter von Rembrandt und Verme








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