Wien
Pop and the Sixties
„Alles Pop!“ heißt es ab Februar im mumok. Parallel zur weltweit größten Ausstellung des Frühwerks von Claes Oldenburg, einem Hauptvertreter der amerikanischen Pop Art, zeigt das mumok die Sammlungspräsentation Pop and the Sixties. Die rund 60 Werke umfassende Schau bildet den erweiterten Kontext zur Sonderausstellung, sie zeigt Analogien auf und beleuchtet das internationale Umfeld des Phänomens Pop Art. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Robert Indiana, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, David Hockney, Richard Hamilton oder Raymond Hains.
Pop Art
Die Werke der Pop Art sind rasch zu Ikonen eines gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruchs geworden. Keine andere Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts konnte sich in so kurzer Zeit auf dem internationalen Kunstmarkt durchsetzen und in renommierte Museen Eingang finden. Die von der Pop Art forcierte Darstellung des „American Way of Life“ beinhaltete eine Rückkehr zur Alltagsrealität und zu realistischen Kunstformen, die in unterschiedlichen Ausprägungen auch für die europäischen Kunstströmungen der 1960er-Jahre, wie etwa Nouveau Réalisme, Fluxus und Arte Povera bestimmend wurden. Nachdem die internationalen Spielformen der Abstraktion ihre Vorherrschaft eingebüßt hatten und zur akademischen Mode verkommen waren, dominierte die Wiederkehr des Realen in der Kunst. Darin spiegelt sich eine im Umbruch befindliche Gesellschaft, deren äußeres Erscheinungsbild von Konsum, Werbung und Medien geprägt war. Die Ausstellung veranschaulicht anhand einer Auswahl repräsentativer Arbeiten aus der Sammlung dieses spannende Kapitel wirklichkeitsnaher Kunstgeschichte.
Dank des Sammlerehepaares Peter und Irene Ludwig sowie der Österreichischen Ludwig-Stiftung verfügt das mumok über einen international bedeutenden Bestand an Pop Art. Das Ehepaar Ludwig gehört zu den frühesten und konsequentesten Sammlern der Pop Art. Mit hohem Qualitätsanspruch und Weitblick trugen sie eine der weltweit wichtigsten Sammlungen zusammen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung präsentiert zahlreiche bekannte Arbeiten der Pop Art, darunter Andy Warhols Orange Car Crash (1963), eines der Hauptwerke in der Sammlung des Museums. Hinter dem Glamour und dem Starkult, die mit der Person Warhols einhergehen, offenbart sich auch eine Auseinandersetzung mit dem Tod in einer kommerziell geprägten und diesseitsorientierten Gesellschaft. Während Roy Lichtensteins Arbeit Mirror in Six Panels No. 1 (1970) einen gelungenen Diskurs über das Verhältnis von Wirklichkeit und Illusion darstellt, spielt Robert Indiana mit Love Rising /Black and White Love (for Martin Luther King) (1968) in signethaftem Schwarz-Weiß auf die Rassendiskriminierung an und verleiht damit der Vorstellung von Liebe eine zeitgeschichtliche Dimension. An den Arbeiten von Jasper Johns lässt sich wiederum der Wechselbezug zwischen realistischer Darstellung und Gegenstandswelt als zentrales Thema der Pop Art ablesen. Robert Rauschenberg, der in seinen Combine Paintings – eine Kombination aus Malerei, Fotografie und Objektkunst – der Heterogenität verschiedenartigster Gegenstände und Materialien innerhalb eines Werks eine Form zu geben suchte, ist mit mehreren Arbeiten in der Ausstellung vertreten.
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