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Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Hinter 13 Türen – die verborgene Welt der Puppentheatersammlung

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

„Wo ist der Hohnsteiner Kasper?“ lautet die Frage im Gästebuch der Puppentheatersammlung, wenn sie eine Ausstellung über die Puppenspielerfamilie Apel zeigt, und „wo sind die herrlichen Puppen der Apels?“, wenn die Ausstellung die Geschichte der Kasperfigur zeigt. Die Antwort lautet beide Male: „im Depot!“. Der Hintergrund solcher Fragen ist das Fehlen einer ständigen Ausstellung, bei der die wichtigsten Schätze der sächsischen Puppentheatergeschichte permanent zu sehen wären.
Für viele Dresdner ist die Puppentheatersammlung noch immer ganz eng mit der ehemals ständigen Ausstellung im Radebeuler Hohenhaus verbunden. In dieser gründerzeitlich eingerichteten Villa tummelten sich die Theaterfiguren zwischen historischen Möbeln und Wandverkleidungen. Es war eine eigenwillige, verwunschene Atmosphäre von zauberhaftem Reiz. 2003 wurde das private Hohenhaus verkauft und die Puppentheatersammlung musste ausziehen. Seit dieser Zeit fristet sie ihr weitgehend verborgenes Dasein im Provisorium der Garnisonkirche. Zwar zeigt sie ihre Schätze in wechselnden Sonderausstellungen im Jägerhof, doch reicht die dortige Ausstellungsfläche bei weitem nicht aus, um diese bedeutende Sammlung in einer ständigen Ausstellung adäquat zu präsentieren. Weniger als 1 Prozent davon ist jährlich im Wechsel zu sehen.
100.000 Stücke umfasst die Sammlung insgesamt. Allein 15.000 Theaterfiguren und 35.000 Requisiten und Hinterlassenschaften rund um große und kleine Theater. Der Rest sind Dokumente, Archivalien und eine umfangreiche Bibliothek.

In ihrer Anfangszeit war die Puppentheatersammlung in einem Nebengebäude des Japanischen Palais untergebracht, dann im heutigen Kulturrathaus in der Neustadt, um schließlich 43 Jahre im Hohenhaus in Radebeul-Zitzschewig zu verbringen, atmosphärisch schön, aber sammlungstechnisch äußerst beengt. Der jetzige provisorische Standort in der Garnisonkirche bietet zwar deutlich mehr Depotfläche, reicht aber noch immer nicht aus. Fülle und Enge charakterisieren die im ganzen Haus verstreuten Räume, ein unversöhnliches Gegensatzpaar, das nur durch große Disziplin und Ordnungssinn beherrschbar ist. Dabei ist nicht nur die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung, sondern auch ihre digitale Erfassung und Vernetzung dank des Provenienzrecherche-, Erfassungs- und Inventarisierungsprojektes „Daphne“ schon sehr weit fortgeschritten.

Die diesjährige Ausstellung möchte dazu einladen, einen Blick hinter die 13 Türen zu werfen und sich auf dem Pfad zwischen Fülle und Enge, von dem Zauber der schlafenden Schätze berühren zu lassen. Die Inszenierung hat der Bühnenbildner Tom Böhm eingerichtet. Die Akteure sind die Besucher selbst. Und natürlich gibt es wieder viele Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen, Dinge auszuprobieren und einige der schlafenden Schätze zum Leben zu erwecken, egal ob man selbst ins Rollenfach der weisen Großeltern, der ungestümen Liebhaber oder der naiv-neugierigen Kinder gehört. So viel Puppentheatersammlung war hier noch nie. Herzlich willkommen.

Hinter 13 Türen – die verborgene Welt der Puppentheatersammlung Eine Ausstellung der Puppentheatersammlung im Museum für Sächsische Volkskunst
2. März 2013 bis 9. März 2014
Ort: Museum für Sächsische
Volkskunst, Jägerhof
Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr, Montag geschlossen








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  • Ein Blick in Marionetten-Depot. Figuren verschiedener sächsischer Bühnen aus dem 19. Jahrhundert (c) Foto Frank Höhler
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    Staatliche Kunstsammlung, Dresden
  • Ein Blick in Marionetten-Depot. Figuren verschiedener sächsischer Bühnen aus dem 19. Jahrhundert (c) Foto Frank Höhler
    Ein Blick in Marionetten-Depot. Figuren verschiedener sächsischer Bühnen aus dem 19. Jahrhundert (c) Foto Frank Höhler
    Staatliche Kunstsammlung, Dresden
  • Ein Blick in Marionetten-Depot. Figuren verschiedener sächsischer Bühnen aus dem 19. Jahrhundert (c) Foto Frank Höhler
    Ein Blick in Marionetten-Depot. Figuren verschiedener sächsischer Bühnen aus dem 19. Jahrhundert (c) Foto Frank Höhler
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