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Sattlers Kosmorama - Eine Weltreise

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    Sattlers Kosmorama - Eine Weltreise
    04.03.2013 - 03.11.2013
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Mit dem Zeitalter der Entdeckungen kam auch bei der breiten Bevölkerung die Sehnsucht nach fremden Ländern auf. Dieses neuartige „Fernweh“ wurde im 19. Jahrhundert nicht nur durch Reiseliteratur gestillt, sondern auch durch „Optische Zimmerreisen“, bei denen spezialisierte Reisemaler Landschafts- und Stadtansichten aus aller Welt präsentierten. Einer der besten und erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft war Hubert Sattler (1817 – 1904). Erstmals seit langem wird eine größere Auswahl seiner faszinierenden Bilder wieder in Wien gezeigt, die Ausstellung in der Hermesvilla entstand in Kooperation mit dem Salzburg Museum.

Als Sohn Johann Michael Sattlers, des Schöpfers des berühmten Salzburg-Panoramas, wuchs Hubert Sattler in das Metier eines Reisemalers und Schaustellers hinein. Die ganze Familie bereiste von 1829 bis 1839 große Teile Nord- und Westeuropas per Schiff, um das Panorama von Salzburg in München, Wien, Prag, Hamburg, Berlin, Kopenhagen, Amsterdam, Paris, Brüssel und anderen Städten auszustellen. Um 1840 übernahm Hubert Sattler die Leitung des Unternehmens, das sich inzwischen auch auf Kosmoramen – großformatige Darstellungen geografischer und kulturhistorischer Besonderheiten aus aller Welt – spezialisiert hatte. Da Sattler großen Wert auf authentische Wiedergabe legte, war sein Repertoire unmittelbar von seinen Reisen beeinflusst, auf denen er eigenhändig Skizzen anfertigte und in späteren Jahren zusätzlich Fotos erwarb. Zu Hause fertigte Sattler dann, von diesen Vorlagen ausgehend, großformatige Gemälde an.

Die Kosmoramen wurden damals allerdings nicht wie herkömmliche Bilder an der Wand präsentiert, sondern zur Erhöhung der illusionistischen Wirkung von abgedunkelten Räumen aus durch stereoskopische Vorrichtungen betrachtet. Hubert Sattler perfektionierte das traditionelle Guckkastenprinzip zu einer Art Hohlwelt-Perspektive, die den Betrachter in das Bild förmlich hineinzieht.

Abenteuerlust und Geschäftssinn
Im Frühjahr 1842 brach Hubert Sattler zu seiner ersten Studienreise auf, die von Konstantinopel über Syrien und den Libanon ins Heilige Land führte. Von September 1844 bis Februar 1845 bereiste er Ägypten, Nubien und den Sinai. Sattler bewies mit seiner Unternehmung sowohl Abenteuerlust als auch Geschäftssinn, da diese Länder seit jeher eine besondere Faszination ausgeübt hatten. Kein anderer österreichischer Künstler konnte zu dieser Zeit behaupten, Ägypten aus eigener Anschauung zu kennen – die Reisebedingungen verbesserten sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die orientalischen Kosmoramen beeindrucken mit ihrer bis ins letzte Detail glasklaren Wiedergabe und zeigen uns den Künstler auf der Höhe seines Könnens. Italien lernte Hubert Sattler auf seiner Rückreise von Ägypten 1845 kennen. Anhand von datierten Skizzen können wir seinen Weg über Malta, Messina, Taormina, Neapel, Sorrent, Pompeji, Rom, Padua, Venedig und Genua verfolgen. Sehr ergiebig war auch eine Reise durch Spanien, die zwanzig Jahre später stattfand und besonders eindrucksvolle Ergebnisse bescherte.

Eine besondere Vorliebe hatte Sattler für Hafenansichten und Schiffe. Das hängt einerseits mit der größeren Bedeutung des Fluss- oder Seewegs zur damaligen Zeit zusammen, andererseits aber mit Sattlers persönlichen Lebensumständen – er hatte ja bereits als Kind etliche Seereisen mit seiner Familie unternommen. Während Sattler sonst konsequent einen sachlichen Darstellungsstil pflegte und ohne reißerische Elemente auskam, ließ er bei den Seestücken Ausnahmen zu. Die Tatsache, dass auch regelmäßig Ansichten von Gebirgslandschaften gezeigt wurden, lässt auf den hohen Kurswert dieses Themas in der breiten Öffentlichkeit schließen. Besonders in den Jahren zwischen 1860 und 1870 häufen sich bei Sattler, der sich bei der Auswahl stark von kommerziellen Erwägungen leiten ließ, die Gebirgsmotive. Vertreten sind vor allem die Gipfel- und Gletscherregionen der Schweiz, Frankreichs, Südtirols und der Pyrenäen. Der Künstler achtete darauf, dass Fels und Eis zwar in überplastischer Schärfe hervortraten, aber nicht als unbezwingbar erschienen. An der Beherrschbarkeit der Natur sollte kein Zweifel aufkommen.

Erfolg am Broadway
Hubert Sattler tourte unermüdlich durch Europa, um seine Kosmoramen vorzuführen. Neben Naturwundern wie dem Grand Canyon zeigten sie auch die wachsenden Städte der Welt wie New York, Mexico City oder Kairo. Zum finanziellen Erfolg des Unternehmens trug der Verkauf von Klein- und Kleinstgemälden bei. Höhepunkt von Sattlers Karriere war ein ausgedehntes Gastspiel am New Yorker Broadway („für ein überaus mäßiges Eintrittsgeld von 25 Cents für die Person“), Berühmtheiten wie die Sängerin Jenny Lind und die Schriftsteller James Fenimore Cooper, William Thackeray und Washington Irving machten ihre Aufwartung. Anschließend gastierte Sattler mit seinen Bildern auch in Boston und Philadelphia. Während dieser Schaustellungen malte er eine Reihe neuer Werke und fand Zeit, nach Motiven für künftige Bilder Ausschau zu halten. Zu diesem Zweck bereiste er Teile der Vereinigten Staaten, Mexiko, die westindischen Inseln und Yukatan. Die für heutige Betrachter besonders erstaunlichen Stadtansichten von New York, Boston und Mexico City wurden bald nach Sattlers Heimkehr 1854 fertiggestellt.






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    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr

    Eintritt:
    EUR 6,- / EUR 4,- (SeniorInnen, Wien-Karte, Ö1-Club, Menschen mit
    Behinderung, Studierende bis 27 Jahre, Lehrlinge, Präsenz- und
    Zivildiener, Gruppen ab 10 Personen)
    Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren - Eintritt frei!
    Jeden ersten Sonntag im Monat für alle BesucherInnen – Eintritt frei!

     

     

     

    Ausstellungsort: Hermesvilla, Lainzer Tiergarten, 1130 Wien



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