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Venetian Heritage

Schätze des Jüdischen Ghettos in Venedig

Venetian Heritage

IN VENEDIG Restauriert von Venetian Heritage Mit der Unterstützung von Maison Vhernier

2016 begeht das Jüdische Ghetto von Venedig sein 500-jähriges Bestehen. Venedig galt jahrhundertelang als Zentrum jüdischer Kultur und das Ghetto als Heimat einer blühenden internationalen jüdischen Gemeinde. Anlässlich dieses Jubiläums hat die internationale Organisation Venetian Heritage in Zusammenarbeit mit Maison Vhernier die Sonderausstellung Schätze des jüdischen Ghettos in Venedig vom 28. April bis 6. Juli 2014 im Winterpalais organisiert. Das Ghetto wurde, obwohl es als Ort der Segregation geschaffen worden war, zu einem Zentrum der Begegnung für zahlreiche jüdische Gruppierungen aus verschiedenen Ländern und zu einem wichtigen Impulsgeber für die jüdische Kultur in vielen anderen Teilen der Welt. Von 1516 bis 1797, etwa drei Jahrhunderte lang, lebte eine Gemeinschaft mit Mitgliedern verschiedener ethnischer Herkunft (Deutsche, Italiener, Juden aus dem Osten und dem Westen) in der tolerantesten Stadt Europas zusammen.1943 wurde eine Reihe wertvoller Objekte vor den Nazis versteckt. Die kostbaren Gegenstände waren in Vergessenheit geraten, ehe sie vor wenigen Jahren während der Restaurierung der Scola Spagnola wiederentdeckt wurden. Die Schau illustriert den Reichtum und die Schönheit eines gelebten Judentums bis zu dessen Zerstörung durch den Nationalsozialismus, die Bewahrung der Gegenstände vor dem Raub und ihre zufällige Wiederentdeckung vor wenigen Jahren.

Die vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert von venezianischen Kunsthandwerkern geschaffenen Kultobjekte sind Teile eines Erbes, das deutlich macht, wie die venezianische Kultur dank ihrer ethnischen Vielfalt und ihrer Multikulturalität beispielgebend für Europa wurde. Sie finden im ehemaligen Winterpalais des für seine Weltoffenheit und seine weitläufigen Interessen bekannten Prinzen Eugen den idealen Ausstellungsrahmen. Die restaurierten Kultobjekte, die bei ihrer Auffindung in sehr schlechtem Zustand waren, stellen einen kleinen Teil der Sammlung des Jüdischen Museums Venedig dar und legen nun in wiederhergestelltem Glanz eindrucksvoll Zeugnis von der Bedeutung venezianischer Goldschmiedekunst ab.

Bei den gezeigt Silber- und Bronzeexponaten, handelt es sich großteils um Ritualobjekte, die in venezianischen Synagogen als Kultgegenstände bei Gottesdiensten und zu besonderen Anlässen an Feiertagen verwendet wurden. Liturgische Objekte sind z. B. die hölzernen Tikim (Tora-Behälter), in denen die Tora-Rollen aufbewahrt werden, wenn sie nicht in Verwendung sind, und die prächtigen Tora-Kronen und Rimmonim-Paare, die die Schriftrollen bzw. die Tikim schmückten. Über jedem Tik hängt ein Ner Tamid (ewiges Licht), dessen Schein den Tik oder einen größeren Schrein in der Synagoge erhellt. Zwei Gewürzbüchsen, die für das Hawdala- Ritual zum Ausklang des Sabbats verwendet werden, bei dem die Gläubigen nach der Freude des Sabbats in den Alltag zurückkehren, werden hier ebenso gezeigt wie zwei Jadot (Tora- Zeiger), die während des Gottesdienst eingesetzt werden. Gegenstände, die mit überlieferten Speiseriten in Zusammenhang stehen, sind z. B. der Krug (Waschkrug) und die Schale, die zum Waschen der Hände vor dem Essen dienen, sowie die beiden Seder-Teller, die am Seder-Abend verwendet werden.

Als im September 1943 die Nazis Italien besetzten, wurden die Objekte versteckt. Erst vor wenigen Jahren wurden sie wieder aufgefunden. Dank der Initiative von Venetian Heritage sowie der Firma Vhernier konnten sie restauriert und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Sie werden in Zukunft das Herz des Museo Ebraico di Venezia bilden, das anlässlich der 500-Jahr- Feier des venezianischen Ghettos wiedereröffnet werden soll.

Venedig im 18. Jahrhundert
Im Venedig des 18. Jahrhunderts wurde der Tourismus zu einem aufstrebenden Wirtschaftszweig. Den Charme Venedigs machte nicht zuletzt seine kosmopolitische Atmosphäre aus. Veduten hielten für die Besucher die kostbaren Erinnerungen an die entrückte Atmosphäre der Stadt und Sehenswürdigkeiten wie die Kirche Santa Maria della Salute, die Rialtobrücke oder den Dogenpalast fest. Die Gemälde waren dazu bestimmt, zu Hause an einem Ehrenplatz im Salon zu hängen und als Souvenir und Statussymbol davon zu künden, dass die Besitzer zu jenen Privilegierten gehörten, die eine Bildungsreise durch Italien unternehmen konnten.

Das Jüdische Ghetto von Venedig
Da es Christen nicht erlaubt war, Geld gegen Zinsen an andere Christen zu verleihen, spielten Juden als Geldgeber, Pfandleiher oder Gebrauchtwarenhändler in der venezianischen Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Während es Juden zuvor für höchstens 15 Tage im Jahr gestattet gewesen war, sich in Venedig aufzuhalten, wurde ihnen ab 1509 erlaubt, sich in der Stadt niederzulassen, allerdings unter strengen Auflagen. Sie durften ihre Religion nicht offen ausüben, keinen Grundbesitz erwerben, keine sexuellen Beziehungen zu Christen eingehen und sie mussten auffällige gelbe oder rote Hüte tragen.

1516 bestimmte der Senat von Venedig das Gelände einer ehemaligen Gießerei (geto) zum Wohngebiet für Juden mit dem Argument, dass es diesen nicht erlaubt sein könne, überall in der Stadt zu wohnen und jederzeit gehen zu können, wohin sie wollten. Das Ghetto war vollkommen abgeschirmt: Zwei Tore wurden errichtet, die während der nächtlichen Ausgangssperre für Juden geschlossen blieben. Es war mit mehreren Tausend Bewohnern auf einer Fläche von etwa 2,4 Hektar extrem dicht besiedelt; fünf große Synagogen standen den verschiedenen ethnischen Gruppen zur Verfügung. Trotz der starken Einschränkungen galt Venedig als einer der am besten geeigneten Wohnorte für Juden.






  • 28.04.2014 - 26.07.2014
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  •  Tora-Behälter (Tik) 18. Jhdt. Holz, vergoldet, Textil © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Tora-Behälter (Tik) 18. Jhdt. Holz, vergoldet, Textil © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Österreichische Galerie Belvedere
  • Tora-Krone, 1796 Teilw. versilbert © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Tora-Krone, 1796 Teilw. versilbert © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Österreichische Galerie Belvedere
  • Paar Chanukka-Wandleuchter (Channukiot) Spätes 19. Jhdt., vermutlich Venedig Bronze © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Paar Chanukka-Wandleuchter (Channukiot) Spätes 19. Jhdt., vermutlich Venedig Bronze © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Österreichische Galerie Belvedere
  • Hängeleuchter (Ner Tamid) 18. Jhdt. Silber, vermutlich Venedig © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Hängeleuchter (Ner Tamid) 18. Jhdt. Silber, vermutlich Venedig © Sammlung der Jüdischen Gemeinde Venedig
    Österreichische Galerie Belvedere
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