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Regensburg

Schöpfungen aus Papier

Regensburg

Die Jugendbauhütte Regensburg ist im sogenannten Obermünsterviertel ansässig, das zum UNESCO-Welterbe der Stadt gehört. Dieses Viertel wird in den kommenden Jahren grundlegend saniert, steht aber in der Öffentlichkeit immer wieder wegen der dortigen Interessenkonflikte im Visier. In diesem Zusammenhang hat die Jugendbauhütte mit ihren 23 Jugendlichen des Freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege im Oktober letzten Jahres ein Fachseminarprojekt gestartet, um auf Spurensuche zu gehen und das Image des Kneipen- und Diskothekenquartiers positiv zu stärken. Bei ihren Recherchen stießen die jungen Menschen auf eine Persönlichkeit, die in der Stadt weitgehend vergessen ist, Jakob Christian Schaeffer (1718-1790). Der evangelische Theologe lebte und wirkte in der Pfarrergasse des Obermünsterviertels, wo er unter anderem ein Naturalienkabinett betrieb.

Um die Leistungen des seinerzeit bedeutenden Naturforschers und Erfinders aus dem 18. Jahrhundert in angemessener Weise zu würdigen, präsentiert die Jugendbauhütte Regensburg vom 3. Juni 2012 bis zum 1. Juli 2012 die Ausstellung "SCHÖPFUNGEN AUS PAPIER — Eine Hommage an Schaeffer" im Historischen Museum der Stadt Regensburg, der ehemaligen Minoritenkirche St. Salvator. In ihr werden insbesondere Schaeffers Experimente zur Papierherstellung vorgestellt. Eröffnet wird die Exposition am Sonntag, den 3. Juni 2012, dem offiziellen UNESCO-Welterbetag, um 14.00 Uhr in Gegenwart zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Schaeffer gilt als der erste Wissenschaftler, der systematisch Versuche unternahm, um Papier ohne die Verwendung von Hadern herzustellen. Dem 1718 in Querfurt geborenen Naturforscher, der nach dem Theologiestudium in die Freie Reichsstadt Regensburg gekommen war, war jedoch der bleibende Erfolg nicht vergönnt. Erst Friedrich Gottlob Keller (1816-1895) gelang es mit dem Holzschliff Mitte der 1840er Jahre, einen Ersatzrohstoff in die Papierherstellung einzuführen.

Um zu veranschaulichen, wie wertvoll und begehrt Papier für die Menschen früherer Zeiten war, schöpft Andreas Jörg Heilmair während der Ausstellung turnusmäßig in einer dort aufgebauten Werkstatt Papier von Hand. Auch heute noch hat handgeschöpftes Papier weiterhin einen besonderen Wert. Dabei ist die Herstellungstechnik über die Jahrhunderte gleich geblieben.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz arbeitet mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) e.V. zusammen, denen die Betriebsführung der Jugendbauhütten obliegt. An dem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege (FJD), einer besonderen Form des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), können junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren teilnehmen. Der Einsatz der weiblichen und männlichen Teilnehmer im Jahr pro Hütte beginnt am 1. September und dauert gewöhnlich 12 Monate. Die praktische Ausbildung erfolgt durch die Tätigkeit in sogenannten Einsatzstellen, wie gemeinwohlorientierten Organisationen, Betrieben und Büros, die in verschiedenen Bereichen der Denkmalpflege arbeiten. Die theoretische Unterweisung erhalten die jungen Leute in sechs einwöchigen Seminaren. Hier werden Kenntnisse im traditionellen Handwerk, in Kunstgeschichte, Stilkunde, Baustofflehre und Denkmalrecht vermittelt.

Weitere Informationen: Jugendbauhütte Regensburg, Malergasse 7, 93047 Regensburg, Tel. 0941-59936009 oder per E-Mail: fjd.by@ijgd.de.

Bonn, den 31. Mai 2012/Schi








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