Galerie Ernst

Galerie Ernst Hilger at PULSE NEW YORK

05.03.2009 - 08.03.2009
Galerie Ernst

Alle Arbeiten von Brian McKee reflektieren den Zusammenbruch moderner Gesellschaften und alter Zivilisationen. Dabei macht der amerikanische Photograph weder in seinen Arbeiten noch in seinen Aufnahmen Hinweise auf ein bestimmtes Land. Brian McKee benützt das lateinische Wort „urbanus" als Überbegriff, denn alle Orte, die er für die URBANUS-Serie photographierte, waren einmal Städte oder verkörperten die Idee einer Stadt. Gleichgültig, welches Projekt oder welches Thema behandelt wird, Brian McKees Bilder sind immer intensive Auseinandersetzungen mit historischen Orten.

All works by Brian McKee reflect the collapse of modern societies and civilizations. In doing so, the American photographer refers to a specific country in his work. He uses the Latin word "urbanus" - meaning urban - as an umbrella concept, since all towns of which he took pictures for the URBANUS project once were towns or represented the idea of a town. Irrespective of the project or subject - Brian McKee's pictures are never documentations but always in-depth analyses of the historic sites.

Brian McKee, Urbanus #34, 2004, Kodak endura on dibond, ed 6, 144 x 180 cm

Daylight Fan (Orbital Camera (Tageslichtventilator [Umlaufkamera]) ist eine neue, kleinformatige virtuelle Skulptur, die der Künstler John Gerrard geschaffen hat. Dieses Werk unterscheidet sich von den jüngsten Arbeiten John Gerrards, da hier die Möglichkeit der Manipulation und des Betrachtens einer virtuellen Szene fehlt. Bei diesem Werk muss man die Zeit verstreichen lassen, um den Gegenstand des Werkes im vollen Umlauf zusehen - in diesem Fall handelt es sich um einen silbernen Ventilator, der so programmiert wurde, dass er nur während der Tagelichtstunden in Betrieb ist. Die Kamera befindet sich im Ventilator und dreht sich mit Erddrehgeschwindigkeit langsam im Objekt. Sie braucht 24 Stunden, um einen vollen Umlauf zu beenden. Man sieht den Ventilator zu Mittag in Frontalansicht, und dann beginnt eine langsame Drehung um 360°, die einen vollen Tag und eine Nacht dauert. Die Arbeit befindet sich in einer virtuellen Darstellung eines Raums im berühmten Wittgensteinhaus in Wien. Sie bleibt im Lichtkreis eines vollen Jahrs mit 365 Tagen, so wie dies auch bei früheren Arbeiten der Fall war. Das Werk hat eine eigenartige, meditative Qualität und erinnert an die Werke des Künstlers mit den Ölförderpumpen. Hinter seiner Schlichtheit verbirgt das Werk die komplexe Interaktion von Kraft, Energie, Wechsel und Nachhaltigkeit. „Daylight Fan (Orbital Camera)" hat eine Auflage von 12 Stück. Sie dient der Unterstützung von John Gerrard / Animated Scene, einem großen gemeinsamen Projekt für die 53. Biennale in Venedig 2009 von John Gerrard / RHA Projects, Dublin.

Daylight Fan (Orbital Camera) is a new, small-scale virtual sculpture created by artist John Gerrard. This piece presents a break with John Gerrard's recent works in that the ability to manipulate and look around a virtual scene is absent. In this work one must wait in time to orbit the subject of the piece - in this case a silver fan, programmed to run only during the hours of daylight. Using the speed of the turn of the earth as guide, a camera in the piece slowly scrolls around the fan, taking 24 hours to complete a full orbit. Thus one sees the fan face on at midday and then one begins a slow 360° turn over the next full day and night. The work, which is sited in a virtual representation of a room from the famous Wittgenstein house in Vienna remains in the light orbit of a 365 day year as in previous works. The piece has a curious meditative quality, reminiscent of the artists recent oil pump works. Its simplicity masks a complex mediation on power, energy, exchange and sustainability. Daylight Fan (Orbital Camera) is presented in an edition of 12 in support of John Gerrard / Animated Scene a major Collateral Project of the 53rd Venice Bienniale 2009 by John Gerrard / RHA Projects, Dublin.

John Gerrard, Daylight Fan (Orbital Camera), 2009, Realtime 3D, 12+3, 17”screen, display Corrian

Eines der Schlüsselmotive/-objekte, welches beständig in den Werken von Sara Rahbar wiederkehrt und den Hauptteil ihrer Arbeiten bildet, ist ein Objekt, das bereits seit 4.000 Jahren besteht. Die Fahne, eine der ältesten bekannten Zeichen für Nationalismus und Zugehörigkeit, wird unter ihren kreativen Händen zur Basis ihrer gewebten Bilder. Auf dieser Grundlage platziert sie Symbole, welche sie beim Stöbern durch die Reste des Exodus findet, wo feine Stoffe und Stickereien letztendlich enden - auf Flohmärkten und in abgelegenen Zubehörlagern.

One of the key images/objects that is repetitively used by Sara Rahbar and which forms "the main" body of her work has been an object that has been around for the last 4.000 years. The flag, one of the oldest recognizable symbols of nationalism and belonging, in her spirited hands becomes a foundation for woven paintings, a base upon which to place the accumulated denotations that she rummages through; remnants of the exodus, where ultimately refined textiles and embroideries end up - the flea markets and remote accessory depositories. Text: Shaheen Merali

Sara Rahbar, God bless America, flag #34, 2008, textile, mixed media, 119 x 180 cm

Anastasia Khoroshilova widmet sich in diesem Zyklus verschiedenen Religionen in ihrem Heimatland jenseits der russisch orthodoxen Kirche. Die Bilder der jüdischen Schulkinder bilden den ersten Teil der Studie. Folgen sollen weitere Bilderserien, unter anderem von buddhistischen Gemeinden in Russland. Khoroshilova betrachtet die kleinen Gemeinschaften an den jüdischen Schulen als „Narrow Circle" - enge Kreise. Ihre Schwarzweiß-Porträts zeigen eine abgeschiedene Welt, die inmitten des russischen Molochs Moskau existiert. Aber es geht nicht um Ausgrenzung oder um leidvolle Erfahrungen der jüdischen Gemeinden in Russland und Europa. Ihre Bilder handeln von Identität, Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Khoroshilova versteht ihre eigene Rolle als Brücke. Sie will Barrieren aufreißen und Menschen zueinander führen: „Es geht um die Verständigung in unserer Gesellschaft. Die Vielen sollen die Wenigen verstehen lernen."

In this series of photographs, the Anastasia Khoroshilova artist focuses on various religions in her native country, beyond the Russian-Orthodox Church. The pictures showing Jewish school children are the first part of that study. Further series of pictures are to follow, including - amongst others - the Buddhist communities in Russia,. Khoroshilova considers the small communities at Jewish schools to be narrow circles. Her black-and-white portraits show a world apart that exists in the midst of Moscow, the Russian moloch. However, her concern is not marginalization, or the painful experiences of Jewish communities in Russia and Europe. Her pictures deal with identity, cohesion and reliability. Khoroshilova sees her role to be that of a bridge. She wants to tear down barriers and bring people closer to each other: We need understanding and communication in our society. The many should learn to understand the few.

Anastasia Khoroshilova, the narrow circle #11, 07, silver gelatine print on dibond, ed 6, 120x96 cm

Die Zeichnungen und Malereien des slowenischen Kuenstlers Miha Strukelj entfuehren uns in eine Welt voller historisch traumatischer Momente der Selbstzerstoerung und des Wahnsinns der Zivilisation. Seine Geschichten, welche die lyrischen und weltentrueckten Stadtlandschaften erforschen, lassen den Blick in das Herz des Großstadtlebens dringen, in der die Menschheit nur als unsicherer Zeuge der manifestierten Realitaet existiert, aber trotzdem von dieser fasziniert ist. Strukeljs Arbeitsprozess basiert auf dem Transfer digitaler Bilder auf das Medium der traditionellen Malerei (Vertreter Sloveniens auf der Biennale di Venezia 2009).

Slovenian painter Miha Strukelj take us into the world of traumatic historic moments of civilisational madness and self-destruction, while delving into the stories about lyrical and withdrawn urban landscapes, random glimpses into the core of the life of metropolis, where the human figure exists only as an insecure witness to the manifested reality, yet still charmed by it. Strukelj's working process is significantly based on transferring the mediated digital image into traditional painting and drawing mediums (Representative of Slovenia at the Venice Bienniale 2009).

Miha Strukelj, 10th Avenue, 2006, oil on canvas, 100 x 150 cm

Megan McLarney (geb. in Kansas City, Missouri) Wir beobachten, wie der Nebel ueber einen Berg rollt. Espen aechzen im Wind, die Sonne tanzt ueber den Wald. In den Werken von Megan McLarney werden diese kurzen Momente mit groesster Akribie erforscht. Die Kuenstlerin Megan McLarney ist davon besessen, Dinge aufzuzeichnen. In den vergangenen acht Jahren hat Megan McLarney eine einzigartige Methode entwickelt, mit der sie sowohl die natuerliche als auch die vom Menschen geschaffene Landschaft dokumentiert. Fuer ihre Technik verwendet sie eine stationaere Kamera, mit der sie einander ueberlappende Bilder eines bestimmten Ortes macht. Diese Bilder werden dann im Zuge der Nachbearbeitung so miteinander kombiniert, dass ein Panoramabild entsteht, das viel mehr Details zeigt, als man sie mit einem einzigen Bild festhalten koennte. Diese einzigartige Perspektive ermoeglicht es uns, Dinge zu sehen, die man zuvor vielleicht uebersehen hat. Was einmal Zufall war, ist nun von Bedeutung. Es spielt keine Rolle, ob das Werk als Video auf mehreren Monitoren oder als Foto-Serie gezeigt wird, es sind diese subtilen Veraenderungen in der Wahrnehmung, welche die Grundlage fuer die Kunstwerke von Megan McLarney bilden. Die Kuenstlerin lebt und arbeitet in New York City.

Megan McLarney (b. in Kansas City, Missouri) We watch as fog moves over a mountain, aspens quake in the wind, the sun flickers on a forest. In Megan McLarney's art, these minimal moments are examined with exacting scrutiny. Megan McLarney is an artist obsessed with recording. For the past eight years, McLarney has developed a unique method of documenting both the natural and man-made landscape. Her technique involves using a stationary video camera to shoot overlapping exposures at a specific location. The footage is then combined in post-production to construct a panoramic view with more detail than one could possibly capture with a single shot. This unique perspective allows us to see what may have previously been overlooked. What was once incidental now becomes significant. Whether it is in the form of a multi-monitor video or a series of photographic prints, it is this subtle change in perception that is the basis for all McLarney's art. The artist lives and works in New York City.

Megan McLarney, Leaves, Trees and the Forest, 2008, multi-monitor videowork

Oliver Dorfer (*1963 in Linz, Oesterreich) repraesentiert in der oesterreichischen Gegenwartskunst eine Position, die Traditionen einer motivorientierten Bildsprache der 1980er Jahre mit einer hohen Sensibilitaet fuer optische Systeme aktueller kuenstlerischer Erscheinungsformen verbindet. Er arbeitet an der Spannung zwischen der Allgemeingueltigkeit einfachster Geschichten und der komplexen Verschraenkung von Zeichen in unserer "Bild-Medien-Gesellschaft". In seinen neuen Arbeiten formen sich wenige, immer wiederkehrende praegnante Bilderzeichen zu Logos, Icons und Piktogrammen und erzeugen so eine unverwechselbare Bildsprache. Obwohl Oliver Dorfer mit Pinsel und Acryl auf Kunststoffgrund arbeitet, spricht der Kuenstler nicht von Malerei sondern dem Generieren von "pics" oder "visuals" und verweist in comic-haft anmutenden Bilderfolgen auf die Erzaehlformen von Comic, Pop und Trash.

Oliver Dorfer (b. 1963 in Linz, Austria) presents a position within the Austrian contemporary art, which connects the motif-orientated language of pictures of the 1980th with a high sensibility for optical systems of current artistic forms of appearances. He works on the tension between universal validity of the simplest story and the complex interleave of signs of our "pic-media-society". His new works show few recurring motives, which form logos, icons and piktograms, and create his distinctive visual language. Although he works traditional with brush and acryl on plastic, he talks about his paintings as "pics" or "visuals" and refers with his picture series in comic style on narations of comics, pop und trash.

Oliver Dorfer,  the northface, 2009, acrylic on acrylic, 200 x 200 cm

Further artists at PULSE New York 2009:
Maria Bussmann, Clifton Childee, Renata Poljak, Michael Scoggins, Spencer Tunick.

Ab 26. Februar 2009 zu sehen
Asgar/Gabriel bei WEIN & CO, Getreidemarkt 1, Wien 6
im Rahmen der VIENNA STRIPE - museum in progress - supported by WEIN & CO.

Zeitgleich mit Oswald Oberhuber / Galerie Ernst Hilger und Sara Rahbar, Nives Widauer / hilger contemporary ( bis 20/03/09 ) sehen Sie Erwin Bohatsch in der Galerie Charim, Dorotheergasse 12 (bis 30/04/09).

Weitere Informationen

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