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Jons Dave

300 Werke von deutschem Surrealisten im Keller der Witwe wiederentdeckt

Jons Dave

Ein Fundschatz von 300 Bildern ereignete sich 2014 in Hamburg. Im Keller der Witwe wurden die Werke des jüdischen Malers Jons Dave alias Herbert Baumann 1911-1998 wiederentdeckt. Der Surrealist Jons Dave gehörte in den 60er und 70er Jahren zu den wenigen deutschen Malern, der seine Werke in den grossen Galerien der Welt wie im Muse- um of Art New York 1974, Galerie Cit‘e Internationale des Arts 1971 und im Royal Institut London 1972/73 ausstellte.

Vier Jahrzehnte im Keller verschwunden
Nach einigen Arbeiten in gegenständlicher Malerei, begann Jons Dave als Autodidakt in den 1960er Jahren zu malen und Lyrik zu verfassen. In der Zeit entwickel- te sich Daves „metaphysische“ Malerei zu einem neuen Stil, den seinerzeit der Hamburger KunstkritikerRolf Italiaander als „Phantastischen Surrealismus“ bezeichnete; „Seine Bilder erinnern zum Teil an den Phantastischen Realisten Hundertwasser, andernteils an Surrealisten, wobei seine Inhalte farbiger und lyrischer sind und sich durch eine üppige Formenvielfalt aus Symbolen und geomet- rischen Mustern auszeichnen, die phantastische, märchenhafte Geschichten zu erzählen scheinen.“

Der „Surrealismus“ geht auf Guillaume Apollinaire und dem französischen Schriftsteller und Kritiker André Breton zurück. Die seit 1921 in Paris geführte surrealistische Bewegung suchte die eigene Wirklichkeit des Menschen im Unbewussten und benutzten Traumerlebnisse als Quelle der künstlerischen Eingebung. Die künstlerischen Ausdrucksmittel waren vom Symbolismus, Expressionismus, Futurismus, den Schriften Lautréamonts, Arthur Rimbauds, Alfred Jarrys und den Theorien Sigmund Freuds beeinflusst.

Jons Dave alias Herbert Baumann wurde 1911 in Breslau geboren, studierte vor dem Krieg in Berlin Medizin. Sein Vater war Jude, seine Mutter Katholikin. Von seinem Grossvater, einem Rab- biner, wurde der Junge im jüdischen Glaube erzogen und lernte Hebräisch. Durch die Judenverfolgung des Naziregimes wurde die Familie brutal auseinandergerissen. Herbert Baumann wurde „zur Bewährung“ in ein Strafbataillon gesteckt und erfuhr bei einem Partisanen- Angriff in Italien schwere Verletzungen.

Während der späteren Inhaftierung in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Belsen, erlitt Baumann zudem schwerste Misshandlungen. Als Kriegsgeschädigter des Holocaust ließ Herbert Baumann sich in den 50er Jahren in Hamburg nieder und begann in den 60er Jahren sein furchtbares Traumata durch malen zu verarbeiten. Die Vielfalt an Details zeigt einen unverwechselbaren Stil und Technik; Inspiration von verschiedenen Einflüssen künstlerischer Ausdrucksformen, oft mit vorzeitreligiöser Symbolik.

Herbert Baumann alias Jons Dave malte vorwiegend in Mischtechnik, Acryl und Öl. Seine Bilder haben dabei eine Größe bis zu einem Format von 50 x 30 cm2. Ihm gelangen Bilder von kaleidoskopartigen Formenreichtum in leuchtenden Farben.

Der Kunsthistoriker Dr. G. Achamanate aus Zürich urteilt über Daves Stil: „Seine visionär empfangenen Impulse reichen in ferne Regionen. Wen mag es da verwundern, dass sein phantastischer Surrealismus fast kaleidoskopisch anmutet, dass alles übergangslos wirkt. Märchengleich zeigen s ich Wesenheiten, die künden von anderen Welten. Unermessliche Schöpfungskraft strahlen seine Schöpfungen aus... Alles mischt sich, alles lebt und webt diese farbenprächtigen Werke, die sich uns in stets wechselnden Eindrücken zeigen.“

Seine Werke tragen so phantasievolle Namen wie „Der Herrscher im Zwischenreich“, „Blick ins Märchenland“, „Im Reich der Elfen“, „Im Labyrinth der Sinne“ oder wie „Das philosophische Dreigestirn“.

Der Künstler Jons Dave präsentierte in den 70er Jahren seine Werke in New York: Lukas Phyllis Gallery, Museum of Art 1974, Ferner Boston, Philadelphia, Deutsche Kolonie San Francisco 1974. Frankreich: Paris, Galerie Cit‘e Internationale des Arts 1971, Clot & Bramsen 1972. England: Birmingham, Brighton, Gloucester, Liverpool sowie Royal Institut London 1972/73. Italien: Ufficio Pesaro, Galleria Umberto Bologna sowie San Marino Galleria Nazionale 1972/73. Dänemark: Gruppenausstellungen in 40 Städten Dänemarks; Kunstschulen und Vereinigungen 1971. Einzelausstellungen in 13 Städten 1971/85 Schloß Amalienburg 1972. Schweden: Borstahusens Konstförennings Stockholm und Göteborg 1972/73. Bundesrepublik Deutschland: Rolf Italiaander Museum Rade bei Hamburg 1970, Galerien Hamburg: AMSA Galerie Sylt und Arhus 1977 Schloss Weißenburg; Kunst & Handwerk im Alten Land 1988 München bei MBB und Galerie Hartmann 1972.

Jons Dave, die Phantastische Welt des Surrealismus Vier Jahrzehnte im Keller der Witwe in Hamburg verborgen und wiederentdeckt. Ab Juli 2015 können Jons Daves Werke öffentlich bestaunt und erworben werden.

Wo? In der neuen Art Gallery in Murnau am Staffelsee südlich von München, hier waren schon „der blaue Reiter“ Franz Marc, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zu Hause.








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