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Kunstmuseum Stuttgart

360°: DIE RÜCKKEHR DER SAMMLUNG

Kunstmuseum Stuttgart

Vor einem Jahr hatte es die große Michel Majerus-Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart notwendig gemacht, die Werkschau der eigenen Sammlung aus dem Erd- und Unterge- schoss des Museums in die drei Etagen des Kubus zu verlegen. Nach dieser experimentellen Umkehrung dreht sich die Ordnung des Hauses jetzt ein weiteres Mal, sozusagen wieder vom Kopf auf die Füße: Ab 17. November sind über 300 ausgewählte Werke in den ur- sprünglichen Räumlichkeiten zu sehen. Konzipiert von Museumsdirektorin Ulrike Groos, ermöglicht die Präsentation auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche einen neuen Blick auf die Stuttgarter Sammlung. Gezeigt werden Neuankäufe des Museums und Dauerleihga- ben von Privatsammlern, die für das Kunstmuseum in den letzten Jahren gewonnen werden konnten, sowie bisher selten oder nie ausgestellte Arbeiten aus dem über 15.000 Werke umfassenden reichen Sammlungsbestand. Etliche Arbeiten können aufgrund aufwändiger Restaurierung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Neben bekannten Herzstücken der Sammlung von Künstlern wie Otto Dix, Willi Baumeis- ter, Adolf Hölzel, Fritz Winter sowie Dieter Roth, Wolfgang Laib und Dieter Krieg werden zum ersten Mal zentrale Werke von Joseph Kosuth ausgestellt. Ein besonderes Augen- merk der Neupräsentation richtet sich außerdem auf die Entwicklung der ungegenständ- lichen Malerei seit den 1950er Jahren mit Malern des Informel, der Konkreten Kunst und der Abstraktion im Allgemeinen. Georg Karl Pfahler, der ebenfalls erstmals umfassend ausgestellt wird, zeigt in seinem Werk exemplarisch den Übergang von Informel zur Konkreten Kunst. Parallel zur aktuellen Sonderschau »Das Auge der Welt. Otto Dix und die Neue Sachlichkeit« im Kubus des Museums darf natürlich auch in der Neupräsentation das Werk von Otto Dix, dem wohl berühmtesten Künstler der Sammlung, nicht feh- len: Präsentiert wird eine Auswahl seiner Gemälde und zum Teil noch nie gezeigte Zeichnungen des Künstlers.

Die Anfänge der Stuttgarter Kunstsammlung sind gleich im ersten Raum des Erdge- schosses in dichter Salonhängung, auch »Petersburger Hängung« genannt, zu sehen: Vor rund hundert Jahren begann die Stadt Stuttgart, Kunst aus der Region zu erwer- ben. Den entscheidenden Impuls gab der Italiener Graf Silvio della Valle di Casanova, der in Stuttgart Musik studierte und der Stadt 1924 zahlreiche Werke des Schwäbischen Impressionismus in einer Schenkung übertrug. Die Anordnung der Arbeiten aus den frühen Sammlungsphasen nach den Gattungen Porträt, Stillleben und Landschaft lässt Vergleiche zwischen den verschiedenen Epochen zu, die vom Schwäbischen Klassizis- mus bis zu neufigurativen Positionen der Gegenwart reichen. Realistische, expressive und neusachliche Tendenzen spiegeln die Entwicklung der Malerei vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute.

Künstler wie Christian Landenberger, Otto Reiniger und Hermann Pleuer belegen, wie vielfältig der französische Impressionismus auch in der schwäbischen Region aufgegrif- fen wurde. Später kaufte die Stadt Stuttgart Werke der klassischen Avantgarde an, wie Johannes Ittens »Bachsänger« von 1916. Die Arbeit »Fragment B 2« von Joseph Kosuth aus dem Jahr 1992 zeigt, dass sich die Sammlungsaktivitäten in den letzten Jahrzehnten internationalen Stilrichtungen wie der Konzeptkunst zuwandten und zunehmend Werk- gruppen weltweit agierender Künstler angekauft wurden. In Vergessenheit geratene Maler aus dem Umfeld der Stuttgarter Secession wie Wilhelm Blutbacher und Leonard Schmidt, der Landenberger-Schüler Jakob Bräckle oder die Hölzel-Schülerin Käthe Lö- wenthal finden sich ebenso in der städtischen Kunstsammlung wie die bekannten Künst- ler Emil Nolde, Oskar Schlemmer, Horst Antes, Ida Kerkovius oder Max Ackermann. Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss widmen sich vor allem Werken zentraler Künst- ler der Stuttgarter Sammlung wie Otto Dix, Willi Baumeister, Fritz Winter, Georg Karl Pfahler, K.R.H. Sonderborg, Thomas Grünfeld, Dieter Krieg und Uwe Lausen sowie Reinhold Nägele und Adolf Hölzel. Zudem werden Arbeiten aus der großen Sammlung Konkreter Kunst gezeigt, die das Ehepaar Heinz und Anette Teufel im Jahr 2009 dem Museum als Schenkung überließ. Im Bestand des Kunstmuseums befinden sich außer- dem wichtige Leihgaben aus der Züricher Camille Graeser-Stiftung.

Neben der langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Archiv Baumeister und der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter besteht seit Kurzem auch eine Kooperation mit der Stuttgarter Stankowski-Stiftung, mit der das Museum künftig eng zusammenarbei- ten wird. Diese neu geknüpfte Verbindung wird anhand von erstmals präsentierten Werken Anton Stankowskis sichtbar. In der Neupräsentation finden sich zudem zahlrei- che Zeugnisse der engen Beziehung zwischen städtischer Kunstsammlung und der Aka- demie der Bildenden Künste Stuttgart: Künstler wie Christian Landenberger und Robert Breyer, Adolf Hölzel und Willi Baumeister, K.R.H. Sonderborg und Joseph Kosuth bis hin zu Rainer Ganahl und Christian Jankowski waren oder sind Professoren der Stuttgarter Akademie.

Darüber hinaus sind in den neu konzipierten Räumen junge Künstlerinnen wie Josephine Meckseper, deren erste große Ausstellung 2007 im Kunstmuseum Stuttgart stattfand, Luka Fineisen oder Hague Yang zu entdecken. Eines der wichtigsten Ausdrucksmittel der in Berlin lebenden Südkoreanerin ist die Assemblage, bei der verschiedenste vorge- fundene Materialien und Gegenstände zu einem neuen Ganzen zusammenfügt werden. Ihre Lackarbeit »Sesame Summer-Harvest – thin« von 2011 hängt neben einer Auswahl von jenen experimentellen Lacktafeln, die Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Franz Krause in den 1940er Jahren bei der Wuppertaler Lackfabrik »Dr. Kurt Herberts & Co« zur künstlerischen Verwendung von Lackfarben anfertigten.






  • 17.11.2013
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    Öffnungszeiten
    Di bis So: 10 – 18 Uhr
    Fr: 10 – 21 Uhr
    Mo: Geschlossen
    Feiertagsregelung:
    Karfreitag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester geschlossen

    Neujahr geöffnet von 12 - 18 Uhr
    An allen übrigen Feiertagen ist das Museum von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dies gilt auch für Ostermontag und Pfingstmontag.

    Öffentliche Führungen
    Freitag, 25. Oktober, 18 Uhr
    Sonntag, 20. und 27. Oktober, 15 Uhr
    Öffentliche fremdsprachige Führungen (Englisch und Französisch)
    Freitag, 25. Oktober, 18 Uhr
    (Tickets 2,50 € / ermäßigt 1,50 € zzgl. Eintritt)



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