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Nachbericht Militär

Herbstauktion der Hermann Historica oHG 2015

Nachbericht Militär

Eindrucksvolle Arbeiten altägyptischer Skulpteure, qualitätsvolle mittelalterliche Blankwaffen, meisterliche Handwerkskunst, rare russische Orden und Militaria sowie exquisite Alte Schusswaffen dominieren die 71. Auktion des Spezialauktionshauses.

München, November 2015 – Rund 7.300 Objekte aus allen Themengebieten des Hauses – Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte – kamen anlässlich der 71. Auktion der Hermann Historica oHG vom 27. Oktober bis zum 07. November in München zum Aufruf.

Antiken
Zu den Höhepunkten im Kapitel der Antiken erwuchsen ausdrucksstarke Artefakte altägyptischer Skulpteure. Kaum aufgerufen mit 5.000 Euro, überschlugen sich die Gebote im Saal, an den Telefonen und im Web für den Oberkörper einer Granitstatue aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Körper und Blick dem Betrachter frontal zugewandt, die Arme streng an die Seiten haltend, zeigte die 23,5 Zentimeter hohe Statue den zeittypischen unter dem Kinn geflochtenen Bart und das von einer in zwei Strähnen über die Schultern fallenden Perücke bedeckte Haupt. 25.000 Euro musste bei Zuschlag für diese wunderbare archaische Arbeit aufgebracht werden. Das annähernd Fünffache seiner Taxe von 1.800 Euro erzielte mit 8.500 Euro der Kopf eines Pharaos aus gleicher Zeit. Geschlagen aus hartem, sienabraunem Felsstein, zeigte sich auch hier der geflochtene Kinnbart, dazu eine Kappe mit Uräusschlange, der sinnträchtigen ägyptischen Kobra.

Seit Jahren ist die Nachfrage an kunstfertigen Werken antiker Waffen- und Rüstungsschmiede auf erfreulich hohem Niveau etabliert. So wundert nicht, dass auch in dieser Auktion einzigartige, in bester Qualität gearbeitete und teils langjährig in namhaften Sammlungen dokumentierte Blankwaffen und Helme das internationale Fachpublikum überzeugten. Ein chalkidischer Bronzehelm aus dem vierten Jahrhundert vor Christus mit hoher grünpatinierter Kalotte, Wangenschirmen, kurzem Nasal und typischen, erhabenen Reliefen als Rahmung der Augenausschnitte konnte zu seiner Taxe von 18.000 Euro zugeschlagen werden. Der Aufmerksamkeit der privaten und institutionellen Sammler entgingen auch nicht die Lose, deren Provenienz für die berühmte Kollektion Axel Guttmann, Berlin, belegt war. Mit 14.000 Euro respektive 8.000 Euro erzielten der in Apulien im fünften bis vierten Jahrhundert vor Christus gefertigte, pseudokorinthische Bronzehelm und das überaus seltene Schwert der Nordischen Bronzezeit aus dem neunten Jahrhundert vor Christus jeweils ihren Rufpreis. Beiden Objekten gemein war neben einer hervorragenden Erhaltung, eine prägnante Verzierung mit Fischgrätmuster. Während der ungewöhnlich elegante, vollständig geschlossene Helm mit profilierter Stirn und Augenbrauen ein umlaufendes Dekor zeigte, war die frühe Blankwaffe eben damit an Griff und nierenförmigem Knauf dekoriert.

Kunsthandwerk
Die Einleitung des Kataloges der Alten Waffen erfolgte traditionsgemäß mit dem Kapitel des Kunsthandwerks, ein Sammlungsgebiet, in dem auch in diesem Herbst wieder kostbare Wunderkammerobjekte angeboten werden konnten. Herausragend hier, ein in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gefertigter silberner Doppelbecher, der aus zwei passgenau gearbeiteten Trinkschalen bestand, die sich zusammengefügt zu einem Deckelgefäß ergänzten. Verziert mit gravierten Plaketten und Perlfries, fanden sich Vergleichsstücke zu diesem sehr frühen Beispiel eines gotischen Doppelscheuers unter anderem im Metropolitan Museum of Art in New York. Für das ebenso dekorative wie fachlich interessante Stück, moderat mit einer Taxe von 4.500 Euro angesetzt, musste die Versteigerung nach Vorgebotslage bereits im fünfstelligen Bereich beginnen. Der Hammer fiel dann bei erfreulichen 19.000 Euro zu Gunsten des europäischen Handels. Eine gravierte und reichvergoldete Michel Mann-Miniaturkassette mit Meistersignet forderte einem Liebhaber dieser unvergleichlichen wie bedeutenden Arbeiten in exquisiter handwerklicher Qualität bei einem Startpreis von 7.500 Euro das Gebot von 10.000 Euro ab. Um 1600 in Nürnberg gefertigt, bestach das zierliche Kleinod in den Maßen 4,5 x 7,2 x 5 cm mit bester Erhaltung und zeitgenössischem Dekor – während Darstellungen von Jesus und Maria den Deckel zierten, waren die Wandungen mit Apostel-Portraits versehen.

Alte Waffen
Keinen Wunsch offen an Vielfalt und Wertigkeit ließ in dieser Herbstauktion das Angebot an mittelalterlichen Blankwaffen. Besonderes Augenmerk lag hier auf der Versteigerung eines prächtigen gotischen Schwertes aus der Schlacht von Castillon (1453). In der vergangenen Dekade konnten wiederholt Waffen aus der dokumentierten Gruppe von rund 80 mittelalterlichen Schwertern aus der Lidoire nahe des Kampfschauplatzes Castillon-la-Bataille überaus erfolgreich im Hause auktioniert werden. Die nun aufgerufene ausdrucksstarke zweischneidige Waffe mit einer sehr breiten, auffallend kräftigen, sich gleichmäßig verjüngenden Klinge, zählte zu einer der schönsten der Gesamtgruppe überhaupt. Reste des Griffholzes fanden sich noch an der Angel und gravierte Zierlinien und Medaillons dekorierten den eisernen Scheibenknauf. Ein einzigartiges wie geschichtsträchtiges Stück, das mit dem Startpreis von 35.000 Euro seither eine neue Sammlung bereichert.






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  • 19.11.2015
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    Nachbericht: 71. Auktion der Hermann Historica oHG vom 27. Oktober bis zum 07. November 2015



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