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Intensive Planungsphase für die Sanierung des Schlosses auf der Berliner Pfaueninsel

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Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) setzt die Planungen für die Sanierung des Schlosses auf der Berliner Pfaueninsel fort. Nach der Schließung des Hauses im August 2018 haben Gutachter und Planer damit begonnen, das Bauwerk vom Keller bis zum Dach zu untersuchen, Schäden aufzunehmen bzw. Schadensursachen festzustellen. Dies ist die Voraussetzung für die bevorstehenden Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen, die hauptsächlich in den Sommermonaten stattfinden müssen, um die empfindlichen, originalen Oberflächen im Inneren des Gebäudes zu schonen. Während der bis voraussichtlich 2024 andauernden Arbeiten bleibt das Haus geschlossen. Die Pfaueninsel selbst und die Meierei (in der Sommersaison) sind jedoch weiterhin für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Ermöglicht werden die Wiederherstellungsmaßnahmen mit Mitteln aus dem zweiten Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (SIP 2, Masterplan), das der Bund (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) sowie die Länder Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) und Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) bis 2030 für die Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft aufgelegt haben. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf ca. 4,2 Millionen Euro. Für die planerische und die bauliche Umsetzung sind jeweils drei Jahre vorgesehen (2018 bis 2024).

Das Haus
Schloss Pfaueninsel wurde 1794 bis 1795 vom Potsdamer Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel für König Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) und seine enge Vertraute Wilhelmine Rietz, die spätere Gräfin Lichtenau (1753-1820), als ländlicher Rückzugsort errichtet. Das Schloss und Park Pfaueninsel sind Teil der UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“. Der Bau zitiert äußerlich die Form eines „römischen Landhauses“, das man sich damals als ruinenhafte Kastellburg vorstellte. Bei näherer Betrachtung zeigt sich die Fassade jedoch als hölzerne Staffage. Im Kontrast dazu birgt das Innere aufwendige, im Stil der Erbauungszeit gestaltete Schlossräume, die mit ihrer Ausstattung gleichermaßen auf die Antike wie auf ferne Südseeregionen verweisen. Dass sich eine Folge von Innenräumen aus der Zeit um 1800 bis heute nahezu unverändert erhalten hat, ist einmalig in der Berlin-Brandenburgischen Kulturlandschaft.

Die Baugeschichte
1793 bis 1794       
Planung des Schlosses als ein mit Borke verkleideter Fachwerkbau durch Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel, unter Anleitung von Wilhelmine Rietz (geb. Enke), ab 1796 Gräfin Lichtenau, ehemalige Mätresse und Vertraute König Friedrich Wilhelms II.

1794 bis 1795
Erste Bauphase: Errichtet wird ein Fachwerkbau mit Ziegelausfachung auf einem massiven Keller. Der besseren Fernwirkung wegen wird das Haus nicht mit Borke, sondern mit Eichenbrettern verkleidet, die mit heller Ölfarbe und Sandsteinstaub gestrichen werden. Die Brücke der Turmfront wird als Holzkonstruktion ausgeführt. Das Schloss erhält ein Dach aus grau gestrichenem Eisenblech, die Kuppel auf dem Südturm wird Kobaltblau gestrichen. Das illusionistische Gemälde eines Fallgitters vor offener Landschaft im Torbogen der Fassade stammt von dem Berliner Theatermaler Peter Ludwig Burnat (1762-1817).

1802 bis 1804       
An der Beplankung der beiden Türme treten erste Schäden auf. Die Fugen werden versuchsweise mit Teer versiegelt und die Türme verputzt. Da dies nicht die erhoffte Wirkung zeitigt, erfolgt eine Neubeplankung sowie der Einbau einer Feuchtesperrschicht über dem Sandsteinsockel.

1807
Die Holzbrücke wird durch eine 1806 gegossene eiserne Brücke ersetzt. Nach einem kleinen Brückensteg in Paretz ist dies der erste Großguss der 1804 gegründeten Berliner Betriebsstelle der Königlich Preußischen Eisengießerei.

1826
Betonung der Südseite und der beiden Türme durch Aufbringen einer plastischen Holzquaderung.

1842
Die Eisenblecheindeckung des Daches wird durch Zinkblech ersetzt.

1869
Das Schloss erhält ein neues Zinkdach. Wahrscheinlich ist die Pyramidenform des Daches in diesen Zeitraum zu datieren. Zuvor war ein flaches Satteldach vorhanden.

1909 bis 1911
Die Fassade erhält einen Eisenbetonputz mit plastischer Quaderteilung.

1974 bis 1976
Die Betonverkleidung wird abgenommen und durch eine neue bemalte Holzverkleidung ersetzt. Neuschöpfung der Nischenbemalung im Torbogen durch den Berliner Künstler Thomas Harndt (1932-2016).

Die Nutzungsgeschichte
1793
König Friedrich Wilhelm II. sucht für sich einen Rückzugsort in räumlicher Beziehung zum Marmorpalais im Potsdamer Neuen Garten.

1794 bis 1795
Der König besucht regelmäßig die Baustelle, bewohnt das Schloss jedoch nicht mehr. Mit dem Tod des Königs 1797 zerschlagen sich die Hoffnungen der Gräfin Lichtenau, das Schloss mit ihrer Familie zu bewohnen.

1798 bis 1839
König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) besucht die Insel regelmäßig mit seiner Gemahlin, Königin Luise (1776-1810), und den gemeinsamen Kindern. Er bewohnt während dieser Aufenthalte das Schloss. Später nutzt die königliche Familie die Pfaueninsel und das Schloss für Familienzusammenkünfte im Gedenken an Luise.

seit 1840
Das Schloss wird nach dem Regierungsantritt von König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) ausschließlich museal genutzt. Bereits seit den 1820er Jahren ist die Insel ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner.








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  • Schön, aber sanierungsbedürftig: das Schloss auf der Berliner Pfaueninsel. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Schön, aber sanierungsbedürftig: das Schloss auf der Berliner Pfaueninsel. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
  • Rissbildungen im Treppenturm. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Rissbildungen im Treppenturm. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
  • Brücke und Dach müssen ebenfalls instand gesetzt werden. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Brücke und Dach müssen ebenfalls instand gesetzt werden. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
  • Witterungsschäden an den Fenstern. Foto: SPSG / Elvira Kühn
    Witterungsschäden an den Fenstern. Foto: SPSG / Elvira Kühn
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