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Der Reiz des H

Der Reiz des Harems

Der Reiz des H

Bietfreudig zeigte sich das Publikum bei den Frühjahrsauktionen „Alte Kunst" bei VAN HAM besonders an den Telefonen. Qualität war sehr gefragt und so konnten die Top-Lose auch zu Top-Preisen verkauft werden. Dicht beboten war die orientalische Haremszene von Rudolph Ernst, die sich durch ihre besondere Provenienz auszeichnete. Amerikaner, Engländer, Russen, Griechen - die Interessenten kamen aus allen Himmelsrichtungen. Den längsten Atem aber hatte schließlich ein eigens angereister türkischer Sammler, der das Gemälde für 335.500 Euro erwarb (Lot 230/ Taxe: € 170.000-18.000).

Ernst, Rudolphe 1854 Wien - 1932 Fontenay-aux-Roses

VAN HAM konnte seiner Spitzenstellung in Deutschland im Bereich der Neueren Meister voll gerecht werden und erzielte hervorragende Ergebnisse. „Le maison de Garde Barrière" von Gustave Loiseau, das in einer herrlich lichten Sommerlandschaft gelegen ist, wurde zu einem Ergebnis von 89.000 Euro einem Luxemburger Privatmann zugeschlagen. Am 6. November letzten Jahres ist genau dieses Werk bei Christie's in New York durch gefallen (Lot 342/ Taxe: € 65.000).

Auch die Exoten spielten ganz vorne mit. Das Giraffenbild von Richard Berret Davis, der von König George IV. von England um 1827 beauftragt wurde, die nach London gebrachte Nubische Giraffe zu malen, war einem englischen Händler schließlich 32.500 Euro wert. Er musste sich gegen Telefonbieter aus dem eigenen Land, aber auch aus Italien, Griechenland und der Schweiz durchsetzen (Los 204/ Taxe: 7.000-8.000). Ferner stießen die Affengemälde von Gabriel Cornelius von Max auf großes Interesse. Jedes einzelne honorierte ein Amerikaner mit 18.000 Euro (Lot 349-351/ Taxen zwischen € 5.500 - 8.000).

Gute Ergebnisse erzielten auch die Künstler aus heimischeren Gegenden. Zwei Werke der schönen deutschen Malerei kamen aus der Düsseldorfer Malerschule. Einen Weltrekord erzielte das sommerliche Stück von Gustav Marx, das den Düsseldorfer Hofgarten zeigt. Mit knapp 21.000 Euro übertraf es weit die Taxe von 2.200 Euro und blieb wie Alexander Kösters Werk „Am Bodensee" in Deutschland (Lot 320/ Taxe: € 15.000-16.000/ Ergebnis: € 27.500 Euro).
Ein besonders gutes Ergebnis erzielte VAN HAM - genau wie im Vorjahr - für den holländischen Künstler Louis Apol. Die Winterlandschaft im Schlosspark geht für 55.000 Euro in sein Ursprungsland zurück (Lot 156/ Taxe: € 7.000-8.000).

Schon im Vorfeld der Auktion sorgten die Spanier für Aufsehen. Von der erfolgreichen Restitution beflügelt, stieg das Gemälde von Augustin Salina y Teruel auf 15.000 Euro (Lot 426/ Taxe: € 3.300-3.800). Ein Amerikaner setzte sich gegen eine Vielzahl von Spaniern und Italienern durch, so dass das Werk nun über den großen Teich zieht. Eine Überraschung war Antonio Casanovas „Audienz". Hier hatten die überwiegend spanischen Telefonbieter das Nachsehen hinter einem Russen, der das Werk für 42.500 Euro erwarb (Lot 193/ Taxe: € 16.000-18.000). 1896 malte Francisco Pradilla y Ortiz „Las velas latinas en Porto d'Anzio". Das Gemälde des Spaniers findet sich nun im englischen Handel wieder, der das Werk für 61.000 Euro kaufte (Lot 400/ Taxe: € 30.000-33.000).

Auch Werke aus dem Osten fanden ihre Bewunderer, so dass gleich drei Weltrekorde erzielt wurden. So zum Beispiel das winterliche Markttreiben - vermutlich in Preußisch-Eylau, heute Russland - von Johann Alfred Severin Nikutowski. Es erzielte - laut artprice - einen Weltrekord. Für 55.000 Euro geht es in eine deutsche Stiftung (Lot 374/ Taxe: € 15.000-18.000). Ebenfalls ein Rekord laut artprice ist das große Stück des Polen Walery Eljasz-Radzikowski, das den Tod des Stanislav Zolkiewski in der Schlacht bei Cecora 1620/21 zeigt. Es wurde mit 30.000 Euro sehr gut verkauft und geht in das Heimatland des Künstlers zurück (Lot 225/ Taxe: € 7.000-8.000). Das vorliegende Werk tanzender russischer Bauern von 1927 gilt als ein Hauptwerk des in Tschechien beheimateten Künstlers Michal Petrovic Zavistowsky. Zum Rekordergebnis von 36.000 Euro wurde es einem griechischen Sammler zugeschlagen (Lot 496/ Taxe: € 15.000-20.000).

Neben den Gemälden des 19. Jahrhunderts erbrachten einige Alte Meister gute Ergebnisse. Eine Schweizer Stiftung konnte sich dem Reiz der Predellentafel, Hans Leonhard Schäuffelein zugeschrieben, nicht entziehen. Die drei Teile wurden zu einem Ergebnis von 33.750 Euro zugeschlagen (Lot 128/ Taxe:
€ 27.000-28.000). Ein gutes Ergebnis erzielte die Kreuztragung des Johann Heinrich Schönfeld. Für 46.000 Euro verbleibt es im deutschen Handel (Lot 130/ Taxe: € 22.000-25.000).

Das Highlight unter den Skulpturen wurde für 116.000 Euro nach Deutschland verkauft. Die Figur des Heiligen Elisäus aus Lindeholz schuf Franz Ignaz Günther. Seine ausdrucksstarken Gewandfiguren stellen einen Höhepunkt der Rokoko-Bildhauerei dar (Lot 22/ Taxe: € 80.000-85.000).

Die kleinen Formate der Zeichnungen lassen nicht auf ihren Preise schließen. Die Darstellung Gottvaters mit dem gekreuzigten Christus und den Engeln von Giovanni Domenico Tiepolo ist zu einem Ergebnis von 27.500 Euro einem Pariser zugeschlagen wurde. Dieser musste sich am Telefon gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten, von denen die meisten eigene Landsleute waren (Lot 135/ Taxe: € 4.000-6.000). Adolfs Menzels „Herrenfrühstück" kletterte auf 20.000 Euro und bleibt im deutschen Handel (Lot 353/ Taxe: € 9.5000-12.000).

Markus Eisenbeis zeigt sich mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Die wertbezogene Verkaufsquote beträgt knapp über 80 Prozent. „Ein im momentanen Umfeld sehr zufrieden stellendes Ergebnis, das dem Vorjahr entspricht."


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  • Loiseau, Gustave
Paris 1865 - 1935
La maison de Garde Barrière. Das Haus des Bahnwärters. Signiert unten links: Loisseau. Öl auf Leinwand. 54 x 65,4cm. Rahmen.

Rückseitig:
-einige Etiketten. Ein Label mit folgender Beschriftung: 6041 -Loiseau La maison du garde barriere.

Provenienz:
-Galerie Durand-Ruel et Cie., Paris.
-Marie-Luise Dieck, Paris.
-Rheinischer Privatbesitz.

Didier Imbert hat die Echtheit des Gemäldes bestätigt. Vermutlich ist das Bild um 1898 gemalt worden.
    Loiseau, Gustave Paris 1865 - 1935 La maison de Garde Barrière. Das Haus des Bahnwärters. Signiert unten links: Loisseau. Öl auf Leinwand. 54 x 65,4cm. Rahmen. Rückseitig: -einige Etiketten. Ein Label mit folgender Beschriftung: 6041 -Loiseau La maison du garde barriere. Provenienz: -Galerie Durand-Ruel et Cie., Paris. -Marie-Luise Dieck, Paris. -Rheinischer Privatbesitz. Didier Imbert hat die Echtheit des Gemäldes bestätigt. Vermutlich ist das Bild um 1898 gemalt worden.
    VAN HAM Kunstauktionen KG
  • Nikutowski, Johann Arthur Severin
1830 Salwarschinen - 1888 Düsseldorf

Viehmarkt auf dem Marktplatz von Preußisch-Eylau (?). Signiert und datiert unten links: A. Nikutowski 1881. Öl auf Leinwand. 69 x 101cm. Rahmen.
Rückseitig:
Auf der Leinwand Stempel des Herstellers.

Salwarschinen, der Geburtsort von Johann Arthur Severin Nikutovski, gehörte zum Kreis Preußisch- Eylau (bei Königsberg/Kaliningrad). Die Kreisstadt Preußisch-Eylau dürfte der nächst größere Ort mit großem Marktplatz und dem entsprechenden Markttreiben gewesen sein. Die Geschichtsschreibung verzeichnet den Ort für das 19. Jh. als zentrale Einkaufsmöglichkeit für die gesamte Umgebung. Die Bekleidung der Figuren dieser turbulenten, winterlichen Marktszene, zeigt eine Mischung aus polnisch/russischen Bauern, städtlichen Marktbesuchern und deutschen Soldaten. Auch Preußisch-Eylau wurde in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges schwer zerstört, so dass eine Identifizierung der den Marktplatz angrenzenden Gebäude nicht möglich ist.
    Nikutowski, Johann Arthur Severin 1830 Salwarschinen - 1888 Düsseldorf Viehmarkt auf dem Marktplatz von Preußisch-Eylau (?). Signiert und datiert unten links: A. Nikutowski 1881. Öl auf Leinwand. 69 x 101cm. Rahmen. Rückseitig: Auf der Leinwand Stempel des Herstellers. Salwarschinen, der Geburtsort von Johann Arthur Severin Nikutovski, gehörte zum Kreis Preußisch- Eylau (bei Königsberg/Kaliningrad). Die Kreisstadt Preußisch-Eylau dürfte der nächst größere Ort mit großem Marktplatz und dem entsprechenden Markttreiben gewesen sein. Die Geschichtsschreibung verzeichnet den Ort für das 19. Jh. als zentrale Einkaufsmöglichkeit für die gesamte Umgebung. Die Bekleidung der Figuren dieser turbulenten, winterlichen Marktszene, zeigt eine Mischung aus polnisch/russischen Bauern, städtlichen Marktbesuchern und deutschen Soldaten. Auch Preußisch-Eylau wurde in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges schwer zerstört, so dass eine Identifizierung der den Marktplatz angrenzenden Gebäude nicht möglich ist.
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