Kunsthaus Zürich bilanziert 350‘000 Eintritte und einen Mitglieder-Rekord
Mit mehr als 350‘000 Eintritten per Ende 2011 und über 21‘000 Mitgliedern startet die Zürcher Kunstgesellschaft ins Jahr der Volksabstimmung über die Kunsthaus-Erweiterung. «Ein Wintermärchen», «Deftig Barock» und «Gauguin» sind Höhepunkte im Programm 2012.
Das Programm 2011 hat dem Kunsthaus Zürich sein zweitbestes Besucherergebnis in 10 Jahren gebracht. Gezählt wurden mehr als 350‘000 Eintritte (2010: 419‘000, 2009: 227‘000). Die Anzahl der Mitglieder in der Zürcher Kunstgesellschaft erreicht mit 21‘650 Personen einen Höchststand (Vorjahr 19‘631). Zu dem guten Ergebnis beigetragen haben insbesondere die letzten Wochen der Ausstellung «Picasso» (83‘000 Besucher) sowie die Präsentationen «Franz Gertsch» und «Miró, Monet, Matisse. The Nahmad Collection» mit 67‘000 bzw. 87‘000 Eintritten.
OPERATIVER VERLUST. VERHALTENER AUSBLICK In der Mittelbeschaffung zur Finanzierung der Kunsthaus-Erweiterung ist die Kunstgesellschaft binnen Jahresfrist einen grossen Schritt vorangekommen. Gönner und Sponsoren haben inzwischen CHF 50 Mio. zugesagt. Verfehlt wurde hingegen das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts. Kosten im Zusammenhang mit der Erweiterung (Projektmanagement, Fundraising) sowie die aus Platznot erforderliche externe Unterbringung der Beuys-Schenkung belasten das Ergebnis 2011. Die vorläufige Rechnung weist ein Defizit von ca. CHF 313‘000 aus. Für 2012 wird im besten Fall ein ausgeglichenes Resultat erwartet.
POPULÄRE UND HERAUSFORDERNDE THEMEN Auf einen Publikumsrenner im Herbst und die damit verbundenen Eintritte und Erlöse wird wegen der bevorstehenden Volksabstimmung zur Kunsthaus-Erweiterung verzichtet. Stattdessen gibt es im Grossen Ausstellungssaal eine spektakuläre Präsentation von Meisterwerken aus der Sammlung sowie architektonische Modelle zu sehen – ein Vorgeschmack auf das, was die Besucherinnen und Besucher ab 2017 im neuen Kunsthaus erwarten dürfen.
NEUES AUS DER SAMMLUNG Nach Abschluss der Restaurierung mehrerer Plastiken von Aristide Maillol werden diese ab dem 17. April 2012 erstmals als Gruppe und zusammen mit Skulpturen von Auguste Rodin präsentiert. Im März beginnt die Restaurierung des bedeutenden Werks von Ferdinand Hodler «Wahrheit (1. Fassung)» von 1902. Anfang 2013 ist eine Präsentation der restaurierten Fassung im Kontext mit der zweiten und mit vorbereitenden Zeichnungen geplant. Die Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft haben die «Bilderwahl» entschieden. Eine grosse Mehrheit sprach sich für das fotografische Werk «Weihnachten» (1993) von Roman Signer aus. Die Accrochage eröffnet am 2. November 2012. Unter den Neuzugängen in der Sammlung sind einige, die 2012 noch zur Ausstellung gelangen werden: Das in kräftigen Farben leuchtende expressionistische Gemälde «Selbstbildnis» (1927) von Max Haufler, das «Bruststück eines schwarzen Mädchens» (1925) von Albert Müller und die von Oscar Tuazon 2011 aus Holz und Stahl konstruierte monumentale Plastik «Dead ahead». Wie es für das Kunsthaus Tradition ist, wurde auch aus Ausstellungen heraus gekauft, z.B. Roman Ondáks Installation «Enter the Orbit» (2011) oder «Silvia III» (2004) von Franz Gertsch.
AUSSTELLUNGEN 2012 WINTERMÄRCHEN. 10. Februar – 29. April 2012 Der wohl kostbarste Schlitten der Welt ist nur eines der Objekte, das im Rahmen der Ausstellung «Wintermärchen» bewundert werden kann. In Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum in Wien wird mit über hundert Objekten und Bildern deutlich, warum der Winter für die Künstler die beliebteste Jahreszeit war. Seien es burleske Szenen eines holländischen Eisvergnügens oder munteres Treiben in einem warmen Alkoven-Bett, pelzverbrämte Kurtisanen oder fröstelnde Bauernkinder, Karneval und Fastenspeisen, Wintersonne oder Schneegestöber – keine andere Jahreszeit eröffnet ein solch breitgefächertes Spektrum künstlerischer Ideen auf allen Gebieten der angewandten Kunst, der Malerei oder der Bildhauerei. Ein unterhaltsamer und informativer Parcours führt durch vier Jahrhunderte Kunst und Kunsthandwerk über den Winter – von den holländischen Meistern rund um Breughel bis zu anrührenden Seltsamkeiten der Salonmalerei und lichtdurchfluteten Meisterwerken des Impressionismus aus dem Pariser Musée d’Orsay.
POSADA BIS ALŸS. MEXIKANISCHE KUNST VON 1900 BIS HEUTE. 16. März – 20. Mai 2012 Der mexikanischen Kunst geht es um existenzielle Momente von Leben und Tod. Ihre Vertreter verweisen auf die mexikanische Geschichte und setzen soziale wie politische Ereignisse künstlerisch um. In der Sammlung des Kunsthauses befinden sich die grafischen Blätter José Guadalupe Posadas (um 1852–1913), einem der wichtigsten Künstler Mexikos. Seine Werke treffen auf Arbeiten zeitgenössischer Künstler wie Carlos Amorales (*1970), Teresa Margolles (*1963) und Francis Alÿs (*1959).
ADRIAN ZINGG – WEGBEREITER DER ROMANTIK. 25. Mai – 12. August 2012 Es ist die erste Museumsausstellung dieses einflussreichen Vertreters der Landschaftsdarstellung zwischen europäischer Aufklärung und Dresdener Frühromantik. Adrian Zingg (1734–1816) stammte aus St. Gallen. Er durchwanderte das Elbsandsteingebirge, das er in zahlreichen Ansichten erschloss und das seither als Sächsisch-Böhmische Schweiz bekannt wurde. Zinggs grossformatige Sepiablätter beeinflussten eine ganze Künstler-Generation. Seine Motivwahl und Landschaftsauffassung prägten die Souvenirproduktion des frühen Tourismus.
DEFTIG BAROCK – VON CATTELAN BIS ZURBARÁN. MANIFESTE DES PREKÄR VITALEN. 1. Juni – 2. September 2012 Deftig ist in dieser Ausstellung die Kunst in ihrer Direktheit und Lebensnähe. Als deftig lässt sich auch das Prinzip der konfrontativen Begegnung der Werke aus zwei weit auseinander liegenden Epochen bezeichnen. Dabei geht es um das Aufspüren einer Haltung, die mit künstlerisch sensualistischer Intelligenz die Vorstellung von «prallem Leben» beschwört, die auch dessen Verlust beklagt und darüber hinaus Fragen zur Kunst selber stellt. Der Barock wird mit Dynamik, Sinnenfreude, Verschwendung, mit dem Theatralen gleichgesetzt, mit der Abkehr von der ruhigen Feierlichkeit der klassischen Formen, aber auch mit einer Epoche der Instabilität und der zerbrechenden Ordnungen. Erst seit den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts geniesst die Kunst des Barock eine unangefochtene Wertschätzung. Die von Bice Curiger kuratierte Ausstellung umfasst Werke von Pieter Aertsen, P.P. Rubens, Francisco de Zurbarán sowie von Maurizio Cattelan, Nathalie Djurberg, Cindy Sherman und Oscar Tuazon. Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst.
ROSA BARBA. 6. Juni – 9. September 2012 Rosa Barba (*1972) gehört zu den weltweit wichtigsten filmisch arbeitenden Künstlerinnen ihrer Generation. Das Kunsthaus Zürich ist das erste Museum in der Schweiz, das der Künstlerin eine Einzelausstellung ausrichtet. Dafür realisiert Barba neue Arbeiten, die nur in Zürich zu sehen sein werden.
PAUL GAUGUIN. DAS GRAFISCHE WERK. 28. September 2012 – 20. Januar 2013 Paul Gauguin (1848–1903) ist weltberühmt als einer der Gründerväter der modernen Malerei. Kaum bekannt ist sein vielfältiges und innovatives grafisches Werk. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Holzschnitte. Präsentiert werden rund 60 Blätter der allerhöchsten Qualität und Seltenheit, fast das gesamte grafische Werk Gauguins.
DAS NEUE KUNSTHAUS. 5. Oktober 2012 – 6. Januar 2013 Die Kunsthaus-Erweiterung entwickelt sich überaus dynamisch. Ein Grund, mit grossen Modellen und interessanten Details darzustellen, warum das Kunsthaus wächst und wie die Idee eines Museums des 21. Jahrhunderts in der Architektur von David Chipperfield Gestalt annimmt. Wie wird man als Besucher künftig empfangen, welcher Raumeindruck entsteht, und vor allem – welche Kunst wird geboten? Die Ausstellung thematisiert Präsentationskonzepte und vereinigt wichtige Werke und Werkgruppen aus der Sammlung, die im Erweiterungsbau präsentiert werden sollen. Darunter sind Neuerwerbungen, Dauerleihgaben und bisher selten gezeigte Stücke. Mit der Simulation des Raumeindrucks anhand eines betretbaren Modell-Raums im Massstab 1:3 wird die Möglichkeit gegeben, den Erweiterungsbau fundiert kennen zu lernen. Das Kunsthaus möchte sehen, ob die Besucherinnen und Besucher sich wohl fühlen, ob das Neue Kunsthaus den Ansprüchen genügen, ja sie vielleicht sogar übertreffen wird. Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich.
LATIFA ECHAKHCH. 16. November 2012 – 10. Februar 2013 Die französisch-marokkanische Künstlerin Latifa Echakhch (*1974) behandelt politische und kulturelle Strukturen und Systeme. Den voreingenommenen Blick auf das Fremde reflektiert sie in poetischen und zugleich konzeptuellen Arbeiten. Dafür überführt sie Gebrauchsgegenstände aus westlichen oder östlichen Kulturkreisen in eine sinnliche, materialbetonte Inszenierung.
ALLGEMEINE HINWEISE Das Jahresprogramm 2012, Angebote der Kunstvermittlung, der Bibliothek und der Grafischen Sammlung sind auf www.kunsthaus.ch veröffentlicht. Öffnungszeiten des Museums: Sa/So/Di 10-18 Uhr, Mi/Do/Fr 10-20 Uhr. Feiertagsöffnungen siehe Website. Die Eintrittspreise liegen zwischen CHF 10.– (reduziert) und CHF 25.– (Kombi-Ticket: Ausstellung plus Sammlung). Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft geniessen freien Eintritt und zahlreiche weitere Vorteile (Jahresbeitrag CHF 30.– für Jugendliche bis 25 Jahre, CHF 95.– für Erwachsene, CHF 160.– für Paare).
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16.03.2012 - 20.05.2012
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19.01.2012
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16.12.2011 - 04.03.2012
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12.11.2011
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21.10.2011 - 15.01.2012
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06.10.2011
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16.09.2011 - 27.11.2011
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16.09.2011 - 27.11.2011
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06.09.2011
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10.06.2011 - 28.08.2011
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10.06.2011 - 28.08.2011
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10.06.2011 - 28.08.2011
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13.05.2011 - 14.08.2011
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13.05.2011
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11.05.2011
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10.05.2011 - 18.09.2011
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05.05.2011
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04.05.2011
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