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Neueröffnung Design, SPIEGEL-Kantine, Dieter Rams-Hochschulbüro im MKG

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Design – Ressourcen: Ein wichtiger Motor von Design ist die Stimulation der Konsumgesellschaft. Die Folgen des Konsums, Massenproduktion und rücksichtsloser Umgang mit den Ressourcen kommen die Gesellschaft jedoch in ökologischer und sozialer Hinsicht teuer zu stehen. Im Kontext der ersten Ölkrise veröffentlichte der Club of Rome 1972 ein alarmierendes Statement über die Grenzen des Wachstums. Auf die euphorische Fortschrittsgläubigkeit der 1960er Jahre folgte die immer stärker werdende Angst vor der naturzerstörenden Wirkung der Industrialisierung: Nachhaltiges Design etablierte sich als einer der Grundpfeiler berufsethischer Orientierung, Ökologie wurde zu einer Quelle von Gestaltungsstrategien. Design für Nachhaltigkeit erzeugt Lösungen, die nicht nur einen gesellschaftlich sinnvollen Nutzen erbringen, sondern auch auf die Vermeidung ökologischer Schäden abzielen. Design für Recycling kümmert sich um die Kreislauffähigkeit der Produkte, ihre Ökobilanz. Ein frühes Beispiel hierfür liefert der Bürostuhl Picto der in Niedersachsen ansässigen Firma Wilkhahn. Schon längst begnügt sich ökologisches Design nicht mehr mit althergebrachten Alternativ-Ästhetik „Jute statt Plastik“, sondern bringt komplexe Produkte auch im High Tech Bereich hervor, die langlebig und recyclebar und dabei auf einem anspruchsvollen und individuellen, ästhetischen Niveau sind wie der Fernseher Jim Nature des französischen Stardesigners Philippe Starck. Immer wichtiger wird auch das sogenannte Base of Pyramid-Design, das nach Lösungen zur Verbesserung der Lebensgrundlage für die Ärmsten der Armen sucht. Eine prominente und sehr erfolgreiche Aktion ist das Projekt „One laptop per child“, das nicht nur einen „demokratischen“ Zugang zum globalen Wissen ermöglicht, sondern auch die schwierige Frage der Energieversorgung zu lösen versucht.

 

Design – Subversion: Seit den 1960er Jahren setzt im Designbereich eine zunehmende Konsumkritik ein. Die Dogmen der Moderne und Funktionalität und Funktionalität werden verabschiedet. Eine neue Gegenkultur bildet sich heraus, die ihre Anregungen aus den Subkulturen, der Musikszene oder der Pop- Art bezieht. Italien und Deutschland werden zu Hoch-burgen einer radikalen, gegen das Mainstreamdesign der Industrie gerichteten Bewegung. Mit seinem 1968 veröffentlichten Text „Die heiligen Kühe des Funktionalismus müssen geschlachtet werden“ versetzt Werner Nehls der Guten Form den Todesstoß. Die gezielte Funktionalismuskritik mündet schließlich in Subversion und Ironisierung, in Brechung gewohnter Funktions-, Form- und Materialzusammenhänge. Das anything goes beginnt das klassische Design zu unter-minieren, statt form follows function gilt nun form follows fun oder form follows fiction. Das Autorendesign entsteht, und damit werden auch die Grenzen zur Kunst fließender. Design wandelt sich zum Bedeutungsträger, Designer inszenieren neue sinnliche Erscheinungsweisen der Objekte und stellen dadurch eine neue emotionale Beziehung zwischen Benutzer und Objekt her. Hierzu gehören der Pratone von Gruppo Strum oder die Tischlampe Tahiti von Ettore Sottsass, der zu einem Sitzmöbel transformierte Einkaufswagen von Stiletto. ebenso wie Schminkspiegel TV Mediengeil des Hamburger Ateliers Möbel perdu. Und wohl keine Werbekampagne hat die Öffentlichkeit so sehr berührt wie die subversiv verstörenden Plakate, die Oliviero Toscani für die Firma Benetton entwarf.

 

Design – Kommunikation: Kommunikation bildet das Nervensystem der Globalisierung. In diesem Sinne bedarf es einer universellen Zeichensprache, die in möglichst vielen Kulturen verständlich ist. In einer “world without words“, einer Welt der visuellen Codes liefern Piktogramme ein internationales und sprachunabhängiges Referenzsystem. Sie weisen die Richtung, helfen Grundbedürfnisse zu decken und erklären Verhaltensregeln. Einer der wichtigsten Entwerfer für Piktogramme war der an der Ulmer Hochschule für Gestaltung tätige Ottl Aicher. Vor allem mit seinen Piktogrammen für die Olympiade in München 1972 setzte er neue Standards. Brands – Markennamen und Logos – dienen ebenfalls der Verständigung auf dem globalen Markt. Beim Branding bewegt man sich in einem kodifizierten Machtsystem von Kapital, Produktion und Handel. Durch den Designboom der 80er Jahre bekommt das Design eine neue Rolle in der Unternehmenspolitik. Im Kampf gegen die Konkurrenz blieb vielen Firmen bei qualitativ gleichwertigen Produkten nur noch das Branding: die Gestaltung von Produkten als Imageträger für das Unternehmen sowie für den Konsumenten.

 






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  • Verner Panton, SPIEGEL-Kantine, Snackbar, 1969, Detail, Foto: Michael Berhardi/Spiegel Verlag
    Verner Panton, SPIEGEL-Kantine, Snackbar, 1969, Detail, Foto: Michael Berhardi/Spiegel Verlag
    Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Sessel Donna (UP5) mit Hocker Bambino (UP6), Entwurf Gaetano Pesce (*1939), Ausführung Fa. Cassina & Busnelli, Novedrate/Como, 1969, Paris, Polyurethanschaum, Nylon-Jersey, Donna 110 x 110 x 120 cm; Bambino D 41 cm, Foto: Herstellerfoto
    Sessel Donna (UP5) mit Hocker Bambino (UP6), Entwurf Gaetano Pesce (*1939), Ausführung Fa. Cassina & Busnelli, Novedrate/Como, 1969, Paris, Polyurethanschaum, Nylon-Jersey, Donna 110 x 110 x 120 cm; Bambino D 41 cm, Foto: Herstellerfoto
    Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Raum „Design – Subversion“, Raumansicht 1, Foto: Marcelo Hernandez
    Raum „Design – Subversion“, Raumansicht 1, Foto: Marcelo Hernandez
    Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg