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Schmidt Kunstauktionen Dresden 65. Kunstauktion

Otto Dix erlebte den Ersten Weltkrieg als Soldat an der Front und hielt in schonungsloser Weise seine Eindrücke in zahlreichen Zeichnungen fest. Durch die "wahnsinnige Übung von vier Jahren", wie Dix diese Zeit nannte, erwarb er sich ein künstlerisches Formenreservoir, eine manuelle Perfektion sowie eine absolute Sicherheit des optischen Zugriffs. So schuf Dix in einer Phase produktiver Freiheit in direktem Kontakt mit seiner gesellschaftlichen Umwelt Arbeiten von provokativer Schärfe und Eindringlichkeit: drastische sozialkritische Darstellungen als Ausdruck einer desolaten Zeitstimmung. Es sind grotesk deformierte Gestalten, Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten wie Dirnen, Matrosen, Spieler, Arbeiter, Zirkusgestalten aber auch vornehme Großstädter, die bei Dix agieren. Radikal, oft in ironischer und parodistischer Weise legt Dix in seinen Arbeiten psychologische Wahrheiten frei. In dieser Zeit, 1920, entstand die mit 18.000 Euro geschätzte Radierung "Matrose und Mädchen", welche ein Jahr später in der Mappe "Radierwerk II. 5 Radierungen" in einer Auflage von 20 Exemplaren erschien. Dix interpretierte den Typus des Matrosen als einen freien, exzessiven, antibürgerlichen Männertypus. Der Matrose bot dem Künstler eine Projektionsfläche, freie Sexualität zu zeichnen, die außerhalb bürgerlicher Normen im Hinblick auf die Geschlechterrollen eine Gleichwertigkeit impliziert. Die Gespielin des Matrosen ist das Mädchen bzw. die Prostituierte. Die Zigarette im Mund mit direktem, selbstbewussten Blick kann sie als eine ihrem Begleiter "gleichwertige antibürgerliche Randfigur der Gesellschaft" gesehen werden. Das bemerkenswerte Blatt aus dem Nachlass Friedrich Bienerts ist mit 18.000 Euro geschätzt.

Im Bereich des Kunsthandwerkes sollte der "Bär" aus dem Tafelaufsatz "Reineke Fuchs" von Max Esser, Meissen, entworfen 1922, nicht unerwähnt bleiben. Die Figur, welche vom Künstler eigenhändig signiert und datiert ist, gehört zu einem aus 75 Teilen bestehenden Ensemble in Anlehnung an Johann Wolfgang von Goethes' Epos. Dieser gilt als eines der Hauptwerke der Pfeifferzeit, in Anlehnung an die barocke Tafelkultur als Gesamtkunstwerk konzipiert. Die bewegte, außerordentlich fein staffierte Figurine ist mit 2.400 Euro geschätzt.

Zur Vorbesichtigung lädt das Haus vom 10. September bis 18. September 2020 in der Zeit von 10 bis 20 Uhr, Sa. von 10 bis 16 Uhr, unter Beachtung der behördlichen Auflagen zur Beschränkung der maximalen Kundenanzahl im Geschäft sehr herzlich ein.

AUSGESUCHTE KÜNSTLER
Nikolai Vasilievich Alexeev | Bartold Asendorpf | Rudolf Ausleger | Bernardo Bellotto, gen. Canaletto | Albert Heinrich Brendel | Kurt Bunge | Johann Anton Castell | Otto Dix | Arno Drescher | Michael Dresden Arlt | Albert Ebert | Elisabeth von Eicken | Walter Eisler | Max Esser | Max Feldbauer | Walter Friederici | Helene Funke | Sergei Gerasimov | Alexander Gerbig | Christian Friedrich Gille | Hermann Glöckner | Richard Guhr | Herta Günther | Johannes Heisig | Ursula Hensel-Krüger | Otto Herbig | Erhard Hippold | Matthias Zágon Hohl-Stein | Johann Baptist Homann | Günter Horlbeck | Sorin Ilfoveanu | Hans Jüchser | Werner Juza | Johann Joachim Kaendler | Friedrich August Kannegießer | Edmund Kesting | Manfred Kielnhofer | Hans Kinder | Bernhard Kretzschmar | Andreas Küchler | Gotthardt Kuehl | Michael Kunert | Gero Künzel | Wilhelm Lachnit | Emily Lengnick | Eduard Emil August Leonhardi | Carl Lohse | Elfriede Lohse-Wächtler | Wilhelm Morgner | Albert Ernst Mühlig | Judith Ostermeyer | A.R. Penck | Stefan Plenkers | Friedrich Preller d.J. | Curt Querner | Hans Theo Richter | Adrian Ludwig Richter | Theodor Rosenhauer | Wilhelm Rudolph | Helmut Schmidt-Kirstein | Sascha Schneider | Rudolf Schramm-Zittau | Alois Gustav Schulz | Georg Siebert | David Teniers d.J. | Fritz Tröger | Utagawa Hiroshige | Bruno Voigt | Johann Georg Wagner | Adolf Wilhelm Walther | Albert Wigand | Paul Wilhelm | Rainer Zille | u.v.a.






  • 19.09.2020
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    65. Kunstauktion  -  19. September 2020

    Vorbesichtigung ab 08. September, Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-16 Uhr



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