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Der Berliner Skulpturenfund »Entartete Kunst« im Bombenschutt

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Der Fund im Sommer 2010 glich einer Sensation und sorgte international für Aufsehen: Bei archäologischen Grabungen vor dem Berliner Roten Rathaus wurden im Brandschutt eines kriegszerstörten Hauses 16 Skulpturen aus Keramik, Bronze, Messing, Marmor und Steinguss entdeckt und geborgen. Sie konnten u. a. als Meisterwerke von Otto Baum, Otto Freundlich, Richard Haizmann, Karl Knappe, Marg Moll, Emy Roeder, Edwin Scharff, Naum Slutzky identifiziert werden, die rund 75 Jahre lang als verschollen galten. Wie rund 21.000 weitere Kunstwerke waren sie 1937 in einer beispiellosen Aktion von den Nationalsozialisten als »entartet« aus deutschen Museen beschlagnahmt worden. Der überwiegende Teil wurde zerstört oder an Kunsthändler zur Veräußerung weitergegeben. Umso größer war das Erstaunen über diesen Fund.

Mit Hilfe der Erforschungsstelle »Entartete Kunst« der Freien Universität Berlin und Unterstützung des Landesdenkmalamtes Berlin haben Wissenschaftler des Museums für Vor- und Frühgeschichte und der Neuen Nationalgalerie von den Staatlichen Museen zu Berlin die Fundumstände und das Schicksal der Skulpturen erforscht und in einem Begleitband zusammengefasst. Die Figuren sind zwischen 1918 und dem Beginn der 1930er Jahre geschaffen worden und befanden sich in den bedeutendsten deutschen Kunstsammlungen, wo sie jedoch nur wenige Jahre ausgestellt waren.

Die 16 Skulpturen weisen heute deutliche Spuren des Brandes nach der Bombardierung 1944 und der jahrzehntelangen Verschüttung auf. Ihr Zustand gibt eindringlich Zeugnis eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte und dessen Folgen für Kunst und Kultur. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses während der Präsentation in Berlin entstand die Idee, die Ausstellung auch anderen Museen zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wandert die Ausstellung durch Deutschland. Mit der Präsentation in Görlitz ist sie erstmals in Sachsen zu sehen.

Dora_KolischDas Kulturhistorische Museum Görlitz zeigt die Leihgaben der Staatlichen Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte in der Galerie der Moderne im Kaisertrutz. Aus diesem Kontext ergeben sich spannende Wechselbeziehungen zu zeitgleich in Görlitz und der Oberlausitz entstandenen Werken des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Ergänzend hat das Görlitzer Museum die Folgen der „Aktion Entartete Kunst“ für die eigenen Sammlungen aufgearbeitet. Auf Befehl der nationalsozialistischen Regierung waren 1937 auch in den damaligen Städtischen Kunstsammlungen Werke von Johannes Wüsten, Fritz Neumann-Hegenberg, Dora Kohlisch und Willi Oltmanns beschlagnahmt worden. Historische Fotografien werden die Kunstwerke während der Sonderausstellung abbilden.








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