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Raum & Fotografie

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Den Veränderungen der Auffassung von Raum sowie dessen medialer Darstellung aus historischer und globaler Sicht geht das Museum der Moderne Salzburg in der Ausstellung Raum & Fotografie nach. Exemplarisch werden darin die veränderten fotografischen Sichtweisen auf und in den Raum internationalen Vergleichen unterzogen. Salzburg, 20. November, 2017. Räumliches Sehen und Vorstellungen von räumlichen Dimensionen, ihrer Ausdehnung und Veränderung entsprechen eigentlich nicht der Zweidimensionalität der technischen Aufnahme. Gerade aus diesem Grund setzen sich Fotograf_innen seit den Anfängen der Fotografie mit der Darstellung von Raum auseinander. In Raum & Fotografie präsentiert das Museum der Moderne Salzburg zu dieser Thematik erstmals Werke von 35 Künstler_innen aus vierzehn Ländern, mit Exponaten von 1860 bis heute. Das inhaltliche Spektrum der Ausstellung reicht von Arbeiten zu architektonischen und virtuellen Räumen, u. a. von Wolfgang Tillmans, bis hin zu Fotografien zu sozialen, ökonomischen und konzeptuellen Themen etwa von Santu Mofokeng.

„Als Kompetenzzentrum für künstlerische Fotografie verknüpfen wir in dieser Ausstellung das Medium der Fotografie mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen zum Raum, insbesondere auch zu immer häufiger auftretenden Grenzen und Normierungen“, so Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg. „Unser Anliegen ist es, Fotografie einerseits in formaler und technischer Hinsicht sowie andererseits in ihrer Entwicklung von Genres und Themen in unterschiedlichen geografischen und sozialpolitischen Zusammenhängen zu beleuchten.“ Die historische Tiefe und kulturelle Breite von Raum & Fotografie unterstreicht Christiane Kuhlmann, Kuratorin für Fotografie und Medienkunst: „Wir zeigen neben Arbeiten aus der Anfangszeit der Fotografie vor allem auch zeitgenössische Werke von Künstler_innen, die von außerhalb Europas stammen und aufgrund ihrer unterschiedlichen sozialen Prägungen und Lebensbedingungen Raum anders wahrnehmen und interpretieren, als es aus eurozentrischer Sicht lange Zeit üblich war.“ Die fotografischen Exponate reichen von einer begehbaren Camera obscura, in der das Licht der Salzburger Altstadt zum projizierten Bild wird, bis hin zu der Installation How Not to Be Seen (2013) von Hito Steyerl, in der man – entgegen aktueller Überwachungsszenarien – unsichtbar werden kann.

Thematisch gliedert sich die Ausstellung Raum & Fotografie in sechs Kapitel, beginnend mit frühen Bildverfahren und experimenteller Fotografie als Urform des Mediums. Mit den technischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und damit einhergehenden neuen Methoden und Möglichkeiten der Kamera, menschliche Sichtweisen und räumliches Sehen zu imitieren, beginnt das nächste Ausstellungskapitel. Dem „Neuen Sehen“, das im frühen 20. Jahrhundert durch die Entwicklung moderner Kameratechniken entstand und zusammen mit den Ideen des „Neuen Bauens“ eine Neubetrachtung des architektonischen Raums mit sich brachte, ist ein weiterer Themenschwerpunkt gewidmet. Neusachliche Fotograf_innen wie der Bauhauslehrer László Moholy-Nagy nahmen diese Neubetrachtung zum Anlass für ihre experimentellen Bildkonzepte, die eine Erweiterung der Seheindrücke ermöglichten. Die anschließenden Kapitel befassen sich mit der fotografischen Wiedergabe des gebauten Raums und dem Einfluss von Architektur auf die Gesellschaft. Die Expansion der Städte mit der Entstehung von Randbezirken und Wohntürmen ist ein Thema der Arbeiten des Konzeptkünstlers Stephen Willats und des Fotografen Wolfgang Tillmans, aber auch der Bildhauerin Isa Genzken.

Die Videoinstallation Book for Architects von Tillmanns, die 2014 auf der Architekturbiennale in Venedig vorgestellt wurde, zeugt von der Faszination, die das Leben in der Stadt und die gegensätzlichen gestalterischen Einzelentscheidungen für den Künstler haben. Mit dem Film The Forgotten Space (2010) von Allan Sekula und Noël Burch und Dayanita Singhs Museum of Chance von 2015 widmet sich der abschließende Teil der Ausstellung den Grenzen in politischen Systemen, Wirtschaftsräumen und solchen, die vor allem virtuell bestehen.






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  • 25.11.2017 - 22.04.2018
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  •      Florence Henri    Ohne Titel, 1928 Silbergelatineabzug auf Barytpapier Sammlung FOTOGRAFIS der Bank Austria © Galleria Martini e Ronchetti, Genua, 2017
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    Museum der Moderne Salzburg
  • Beaumont Newhall    The Chase National Bank, New York, 1928 Silbergelatineabzug auf Barytpapier Courtesy: Sammlung Fotografis der Bank Austria
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    Museum der Moderne Salzburg
  • Jindrich Eckert    Junge Frau am Fenster mit Buch, um 1870 Albuminabzug © Albertina,  Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Wien
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    Museum der Moderne Salzburg