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SPLASH BACK

SPLASH BACK
Eröffnung am Samstag, 5. Oktober, 18:00 Uhr (bis 01:00 Uhr)
in Kooperation mit Laura Mars Gallery, Berlin
Bettina Allamoda, Alekos Hofstetter, Richard Schmalöer, Christine Weber, Ina Weber
19 Uhr: Richard Schmalöer, Architekt spricht zur Ausstellung
Film nur zur Langen Nacht der Museen:
Maximilien Van Aertryck / Axel Danielson – "Ten Meter Tower" (Swedish Title: "Hopptornet"), 2016, 16 min. 37 sec.

Der Swimmingpool ist ein Liebling der Nachkriegsmoderne: als öffentliche Einrichtung verbunden mit der Verheißung, dass jedermann ein Recht auf Freizeit hat; im privaten Besitz dagegen als Statussymbol, entweder als Freizeittempel im Untergeschoß oder im Garten des Bungalows. Nicht nur während des Wirtschaftswunders liebten die Menschen Freizeitaktivitäten am und im Pool: man optimiert den Körper, stellt seinen Reichtum zur Schau oder taucht einfach unter seinesgleichen ab. Die Vorstellung von Freizeit und Zerstreuung, glatten Wasserflächen und blauer Transparenz markiert einen Fluchtpunkt aus dem Alltag. Aber der Freizeitbegriff ist heute, wie auch früher, diffuser Natur, denn in ihm vereinen sich sowohl zeitliche als auch emotionale Handlungselemente.

Die Ausstellung SPLASH BACK in der GALERIE LISI HÄMMERLE nutzt das Phänomen Swimmingpool, um die Frage nach der Relevanz der Nachkriegsmoderne und ihrer Architektur (vor dem Horizont ihres fortschreitenden Verschwindens aus unserer Umwelt) in post-postmoderne Lichtverhältnisse und ihre Reflexionen zu stellen. Wenn wir uns bemühen, die heutige Distanz zur Nachkriegsmoderne und ihrer Konsequenz zu bestimmen, entsteht ein Zustand der Verletzlichkeit, denn es gehen damit auch Verlusterfahrungen einher. Der Swimmingpool wird von den teilnehmenden Künstlern als assoziatives Sammelbecken, als „Pool der Differenzen“ genutzt. Und somit wird die Vielschichtigkeit, Versprengtheit, Diskontinuität und Brüchigkeit des Begriffs der Moderne zum Thema der Ausstellung. In der Nachkriegsmoderne waren Swimmingpools ein reizvolles Thema für die Kunst. In den sechziger Jahren malte David Hockney sein Swimmingpool Bild "A Bigger Splash". Zu sehen ist ein Swimmingpool mit Sprungbrett vor einem kalifornischen Bungalow und ein Wasserspritzer – es ist der Moment eines Sprungs ins Wasser. Weder sieht man die Person, die soeben in den Pool gesprungen sein muss, 

noch schlägt das Wasser rund um die Einsprungstelle Wellen. Es ist eine Verfälschung der Realität durch das Weglassen der natürlichen Gegebenheiten. Dieses Werk ist ein Sinnbild der Ambivalenz: es steht sowohl für den Wohlstand der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft, aber auch für den Überdruss dieser Gesellschaft, deren Selbstzufriedenheit zum Verlust ihres "Drives" geführt hat. Abgesehen von Hockneys Schlüsselwerk ist der 1967 in die Kinos gekommene Film "Die Reifeprüfung" von Mike Nichols ein wichtiger Referenzpunkt zum Thema Swimmingpool, mit seiner ikonographischen Sequenz im Pool, in der Dustin Hoffmann gelangweilt unter Wasser verharrt. Der Pool ist zur Insignie des (Un-)Glücks geworden und markiert einen diffusen Raum. So auch bei John Cheevers Kurzgeschichte "The Swimmer" (1964) und dem darauf basierenden Film von 1968: Nachdem er den "Lucinda River" aus Vorstadtpoolen durchschwommen hat, steht Burt Lancaster verwirrt vor seinem verlassenen Haus. Text: Alekos Hofstetter / Mit freundlicher Unterstützung von Daniel Wild.

BETTINA ALLAMODA
Ausgangspunkt der Arbeiten von Bettina Allamoda bildet die Analyse und Freilegung verborgener Politiken der Sichtbarkeit, die in die Oberflächen populärer kultureller Phänomene wie Mode, Kunst und Architektur eingeschrieben sind. In ihren Spandex Studies untersucht sie, wie körperliche durch mediale Erfahrung überformt wird und überträgt diese in den Bereich der Skulptur und Collage, indem sie ihm die Form einer paradigmatischen, abstrahierten, aber dennoch konkret raum-zeitlichen Erfahrung gibt. Die Thematisierung des Körpers im Raum im Hinblick auf architektonische Kontexte, sowie Dehnbarkeit/Torsion stellt dabei einen besonderen Schwerpunkt dar. In ihren Untersuchungen zur Mediatisierung von Geschichte und Dokumentation (Archäologie der Gegenwart), unterschiedliche diskursive Felder durchkreuzend, reflektiert Allamoda die Implikationen aktueller Ereignisse und medial verstreuter Bilder, wobei die Frage nach der gesellschaftlichen Rolle und Funktion der Kunst immer wieder neu gestellt wird.

ALEKOS HOFSTETTER
Bauten der Nachkriegsmoderne funktioniert Alekos Hofstetter in seinen Zeichnungen des Werkzyklus TANNHÄUSER TOR zu utopischen Kultstätten um. Die neu geschaffene Bildwelt des TANNHÄUSER TORS mit ihren Neu- und Umbauten hat nichts mit brutalistischer Nostalgie gemein. Die in den Zeichnungen oft durchgeführte fantastische Verpflanzung von modernistischen Bauten in abstrakte Zusammenhänge konstruiert eine neue Distanz und ermöglicht dem Betrachter eine Neubewertung der Nachkriegsmoderne durch Rekontextualisierung. Beton. Es kommt eben drauf an, was man draus macht. Hofstetter holt paradoxerweise auf dem Wege der Entrückung zurück, was in die Ferne abgeglitten war, und liefert analytisch klar einen wichtigen künstlerischen Beitrag zu dem längst überfällig gewordenen sozial-ästhetischen Diskurs um die Verödung, die die fortschreitende Verdrängung der Moderne nach sich zieht.






  • 05.10.2019 - 08.10.2019
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    Öffnungszeiten: Mi bis Fr 15 – 19 Uhr und Sa 11 – 14 Uhr



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