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MICHAEL ORNAUER DAS GEWICHT DER FARBE

In der kommenden Ausstellung „Das Gewicht der Farbe“ zeigt die Galerie Suppan neue Arbeiten des jungen aufstrebenden Künstlers Michael Ornauer. Präsentiert werden Werke aus folgender seiner drei Serien: Stripes, Monochome und Organisch-Abstrakt.

Es mag an Michael Ornauers Lehrjahren in der figurativen Malerei liegen, dass seinen Werken die Kraft innewohnt auf dem begrenzten Bildträger einen eigenen Kosmos entstehen zu lassen. „See all without looking“, zitiert der Künstler den Musiker George Harrison und suggeriert damit das schier unendliche Potenzial in den Schichten seiner Malerei. Unter Ornauers Pinsel entstehen haptische Bildwerke, die wieder und wieder neuentdeckt werden können und ein Sattwerden von vornherein auszuschließen scheinen. Der Künstlerhand gelingt es vielgestaltige Gedankenstränge und ungezählte Pinselbewegungen unabhängig vom Format – Ornauer arbeitet sowohl in präzisen Miniaturen als zuletzt auch in großen Gesten – immer wieder zu einem vollen Ganzen zu einen. Zwischen der Verführung absoluter Harmonie und der Anziehungskraft der Bruchstelle verhandelt Michael Ornauer authentische Maßstäbe der Ästhetik, die an Paul Cèzannes Idee – „Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft“ – erinnern.

1979 in Wien geboren studierte Michael Ornauer Gegenständliche Malerei in den Meisterklassen von Hubert Schmalix und Amelie von Wulffen. 2008 graduierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien und wurde zwei Jahre später für den Georg Eisler Preis des Bank Austria Kunstforums nominiert. Es folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie eine Anstellung als freier Dozent an der renommierten Städelschule in Frankfurt. 2017 bricht Ornauer mit der Figuration und wendet sich zur Gänze der Abstraktion zu. Vom Hintergrund seiner gegenständlichen Malereien heraus entwickelt er Kompositionen, die eine tiefe Beschäftigung mit der Farbe ins Zentrum rücken.

Farbigkeit steht auch im Fokus der gegenständlichen Ausstellung. Hier offeriert der Künstler drei fortlaufende Werkgruppen, die nicht einfach voneinander abzugrenzen sind, sondern ineinandergreifen. So liegen den Monochromen Werken farbprächtige Paletten zugrunde und den Organischen Malereien stille Momente. Die Streifenbilder suggerieren Neuordnungen, wie sie auch in den organisch gewachsenen Farbpaletten zum Ausdruck gebracht werden. Kiloweise Farbe auf selbstaufgezogenen Leinwänden, dann und wann vom Künstler selbst gerahmt, widerspiegeln Ornauers umfassendes Handwerk, ein technisches Geschick, das keinen Quadratmillimeter eines Bildwerkes dem Zufall überlässt, immer aber der Führung der künstlerischen Intuition gehorcht. Geleitet von asiatischen Denkweisen arbeitet er sich auch an Imperfektionen ab. An jenen Momenten, die erst durch ihre Asymmetrie Vollkommenheit suggerieren. Ornauer praktiziert Zen, was auch bedeutet, dass Achtsamkeit und tägliche Meditation für seine Arbeitsweise zentral sind. Wesentlich ist die japanische Ästhetik des Wabi-Sabi. Sie wird vor allem im Monochromen sowie an jenen Bildstellen, wo Ornauer in das Öl der Leinwand schneidet, kratzt und schleift nachvollziehbar. Das japanische „Wabi“ steht für das Karge, das Einsame, das Elende, während „Sabi“ für die Erfahrung, die Spuren des Lebens, die Patina steht.

Trotz aller Vielschichtigkeit die Michael Ornauer anbietet, wirken die Arbeiten nie übertrieben, eklektisch oder wirr. Gegenteilig, die Gabe des Künstlers Gleichzeitigkeit darstellbar zu machen eröffnet eine ganzheitliche Ästhetik. Glaubhaft gerade deshalb, weil Ornauer gezielt auswählt wo Verwandtschaften in Farbe, Material und Auftrag im richtigen Maß aus Harmonie und Disharmonie zusammenwirken.

Artist Talk mit Paula Watzl, Autorin und Kunsthistorikerin, findet am 21. Juni um 18 Uhr statt.






  • 14.06.2021 - 24.07.2021
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    Suppan Fine Arts »

    Opening Day | 14. Juni, 14-19 Uhr Artist Talk | 21. Juni, 18 Uhr Ausstellung | 14. Juni – 24. Juli

    Habsburgergasse 5, 1010 Wien DI – FR 11-18 Uhr
    Sa 11-14 Uhr



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