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RESTAURIERT: HENDRICK TER BRUGGHENS „ZECHER“

Die gemeinsam mit dem Centraal Museum in Utrecht konzipierte Ausstellung zeigt über 70 der schönsten und wichtigsten Werke der bedeutendsten „Caravaggisten“, darunter Gemälde von Orazio Gentileschi, Bartolomeo Manfredi, Jusepe de Ribera, Valentin de Boulogne und Caravaggio selbst. Der überwiegende Teil der aufsehenerregenden Leihgaben aus rund 50 Museen, kirchlichen Einrichtungen und von Privateigentümern weltweit wird das erste Mal in Deutschland zu sehen sein. Darunter Caravaggios berühmter „Hl. Hieronymus“ aus dem Kloster Montserrat bei Barcelona, Gerard van Honthorsts „Konzert“ aus der National Gallery of Art in Washington und dessen „Enthauptung des heiligen Johannes“, die heute noch an ihrem ursprünglichen Bestimmungsort, der Kirche Santa Maria della Scala in Rom, als Altarbild dient. Besondere öffentliche Aufmerksamkeit wird die spektakulärste Leihgabe der Ausstellung erfahren: Caravaggios „Grablegung Christi“ aus den Vatikanischen Museen in Rom.

Welch ein Schock muss es für die drei jungen Utrechter Maler Hendrick ter Brugghen (1588-1629), Gerard van Honthorst (1592-1656) und Dirck van Baburen (um 1595-1624) gewesen sein, als sie in Rom erstmals auf die atemberaubenden und unkonventionellen Gemälde Caravaggios trafen. Seine Werke, von neuartigem Realismus und mysteriösem Licht gekennzeichnet, waren stilprägend für viele Künstler aus Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Die Ausstellung widmet sich der Kernperiode des europäischen Caravaggismus, der Zeit von 1600-1630. Es werden diejenigen Maler gezeigt, die in Rom mit dem Werk Caravaggios in Kontakt gekommen sind. Die Werke der Utrechter Caravaggisten stehen dabei im Fokus. Durch eine direkte Gegenüberstellung mit den Bildern ihrer europäischen Kollegen wird der besondere Stil der holländischen Maler auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Unverkennbar sind die mit Kerzen und Fackeln dramatisch ausgeleuchteten und bühnengleich inszenierten Figurenbilder von Gerard van Honthorst. Vielfach nachgeahmt und erfolgreich, erhielt er in Italien den Beinamen „Gherardo delle notti“ (Gerard der Nachtstücke). Dass die Gemälde der Utrechter eindeutig als holländisch zu erkennen sind, liegt auch daran, dass Baburen und ter Brugghen den Realismus Caravaggios noch weiter entwickelten und sogar vor der Darstellung hässlicher Details nicht Halt machten. Aufgrund ihrer eigenen kulturellen Identität differieren ihre Bilder signifikant von denen der französischen, flämischen, italienischen und spanischen Caravaggisten. Im Gegensatz zu vorangegangenen Ausstellungen geht es in der Münchner Schau neben den Gemeinsamkeiten primär um die Unterschiede zu dem großen italienischen Barockmaler Caravaggio.

Die dramatische, bühnengleich inszenierte Kunst der Caravaggisten ist Ausgangspunkt für ein umfangreiches Rahmenprogramm, bei dem die Malerei mit ihren Schwesterdisziplinen Musik und Theater auf einzigartige Weise in Dialog tritt. Die in der Ausstellung gezeigten Künstler suchten mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten der Malerei, mit Pinsel und Farbe, Emotionen, Affekte und Bewegungen in Momentaufnahmen auf die Leinwand zu bannen, Mitgefühl zu erzeugen und den Betrachter ihrer Arbeiten in den Bann zu reißen. Gleiches gilt wohl für den Komponisten, den Musiker und den Schauspieler. Aber mit welchen Gestaltungsmitteln tut er dies? Wie würde ein Komponist, ein Regisseur, ein Dramaturg oder auch ein junger Maler die caravaggesken Bildthemen heute umsetzen? Diesen Fragen geht das Projekt „Utrecht, Caravaggio und Europa“ mit seinen Partnern, dem Opernstudio der Bayerischen Staatsoper, der Hochschule für Musik und Theater in München und der Akademie der Bildenden Künste, nach.








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  •  Hendrik ter Brugghen, Der Zecher, 1627  Leinwand, 71,3 x 60 cm  © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München,  Foto: Nicole Wilhelms
    Hendrik ter Brugghen, Der Zecher, 1627 Leinwand, 71,3 x 60 cm © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Foto: Nicole Wilhelms
    Bayerische Staatsgemäldesammlungen