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„Eppur si muove – und sie bewegt sich doch! Villa Massimo zu Gast im Japanischen Palais“

Rom 24. Juni bis 25. September 2022 präsentieren die 18 Rompreisträger*innen der Jahrgänge 2020/21 und 2021/22 der Villa Massimo ihre in Rom entstandenen Werke in den Räumen des Japanischen Palais. Die Kunstwerke der Ausstellung „Eppur si muove – und sie bewegt sich doch! Villa Massimo zu Gast im Japanischen Palais“, sind zumeist in der Zeit der Zurückgezogenheit und Isolation entstanden und setzen sich mit der Verwundbarkeit von Individuen, Gesellschaften und der Natur, in der wir leben, auseinander. Zusätzlich wird das Rompreisträger-Duo Prinz Gholam am 22. Juni im Kleinen Schlosshof des Dresdner Residenzschlosses eine Performance aufführen.

Der Ausnahmezustand gab den Kunstschaffenden Zeit und Raum zum Nachdenken über die soziale, politische, kulturelle, psychische, aber auch ökologische Verfasstheit. Dies spiegelt sich in ihren Arbeiten wider. Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf den gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhalt, wie können wir neue Formen des Miteinanders erlernen und welche positiven Kräfte lassen sich aus der Krise ziehen? Hochkarätige internationale Künstler*innen aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik verwandeln das Japanische Palais in einen Ort der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Zeit und mit der Frage, wie sich die Welt verändern wird. Der Titel greift den trotzigen Kommentar des Physikers Galileo Galilei auf, der vor dem Papst in Rom seiner Entdeckung, dass wir als Erdbewohner nicht das Zentrum des Universums sind, abschwören musste.

Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotos, Videos und Installationen im Ausstellungsrundgang werden zudem Konzerte im Festspielhaus Hellerau und dem Jazzclub Tonne, eine künstlerische Performances im Neptunbrunnen und Lesungen im Japanischen Palais zum Programm beitragen.

Der Rompreis der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo gilt als bedeutendste Auszeichnung für deutsche oder in Deutschland wirkende Künstler*innen mittels Studienaufenthalten im Ausland. Die Villa Massimo wurde 1910 von Eduard Arnhold gegründet und dem deutschen Kaiser zum Zwecke der Künstlerförderung übergeben. Sie gehört heute der Bundesrepublik Deutschland und befindet sich im Geschäftsbereich der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Jährlich wird der sogenannte Rompreis an je neun Künstler*innen oder künstlerische Kollektive aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, musikalische Komposition und Literatur vergeben. Ziel ist es, Inspiration und künstlerische Orientierung ohne finanzielle Engpässe zu fördern, die durch einen 10-monatigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom gesichert werden.

Nachdem sich die Villa Massimo über 13 Jahre lang für einen Abend im Gropius Bau Berlin präsentierte und 2020 für drei Tage im Berliner KW Institute for Contemporary Art zu Gast war, verfolgt die Deutsche Akademie Rom seit 2021 die Idee, in den verschiedenen Bundesländern umfassende Werkschauen des jeweils letzten Rompreisjahrgangs zu zeigen. Das brandenburgische Schloss Neuhardenberg markierte 2021 als lokaler Partner den Auftakt. Die Partnerschaft mit den SKD wird den bisher umfassendsten Auftritt der Villa Massimo in Deutschland darstellen. In diesem Rahmen präsentieren sich die Jahrgänge 2020/21 und 2021/22 über eine mehr als dreimonatige Laufzeit.

 

Rompreisträger*innen 2020/21 und 2021/22

Bankleer (Kasböck / Leitner), Künstlerduo
Heike Baranowsky, Bildende Künstlerin
Unsuk Chin, Komponistin
Kenah Cusanit, Schriftstellerin
David Czupryn, Bildender Künstler
Gustav Düsing, Architekt
Something Fantastic, Architekt*innen Kollektiv
Franziska Gerstenberg, Schriftstellerin
Prinz Gholam, Künstlerduo
Heike Hanada, Architektin

Hanna Hartman, Komponistin
Susann Maria Hempel, Experimentalfilmerin
Benedikt Hipp, Bildender Künstler
Andrej Koroliov, Komponist
Hans Lüdemann, Komponist
Carsten Saeger, Bildender Künstler
Alexander Schimmelbusch, Schriftsteller
Ron Winkler, Schriftsteller

Performance von Prinz Gholam: „The Survivor and the Dreamer“, am Mittwoch, 22. Juni 2022, 18 Uhr, Kleiner Schlosshof, Residenzschloss Dresden
Das Rompreisträger-Duo Prinz Gholam ist über ihre Position im Japanischen Palais hinaus auch im Kleinen Schlosshof des Dresdner Residenzschlosses vertreten. Die am 22. Juni 2022 um 18 Uhr stattfindende Performance „The Survivor and the Dreamer“ wurde eigens für diesen Ort konzipiert. Die zweite Aufführung findet am 25. September um 17.30 Uhr statt. Zwischen beiden Terminen wird im Kleinen Schlosshof eine Installation mit in der Aktion verwendeten Papiermasken realisiert, die unter anderem von Werken aus der Sammlung des Kupferstich-Kabinetts inspiriert sind. Kurator ist Björn Egging, Konservator im Kupferstich-Kabinett der SKD. 

Für „The Survivor and the Dreamer“ hat sich Prinz Gholam von Tennessee Williams‘ Theaterstück „Camino Real“ von 1953 über das Schicksal des Helden in dem surrealen und feindlichen Umfeld einer fremden Stadt inspirieren lassen. Die Impulse für die Performance kommen dabei vom Setting des Stücks, einem düsteren Platz am Ende der Straße zwischen Luxushotels und Billigabsteigen, und von der Einbeziehung bekannter literarischer Figuren in das Personal der Geschichte. Die im Schlosshof ausgestellten gezeichneten Masken stellen zumeist Charaktere dar, die sich Prinz Gholam aus Bildern der Kunstgeschichte angeeignet hat. Der Titel der Performance bezieht sich auf zwei Nebenfiguren des Theaterstückes.

Die Performances von Prinz Gholam und die Installation der Masken im Kleinen Schlosshof werden gefördert von der Stiftung Kunst und Musik für Dresden und dem Verein der Freunde des Kupferstich-Kabinetts e.V.






  • 24.06.2022 - 25.09.2022
    Ausstellung »
    Staatliche Kunstsammlung, Dresden »

    Ausstellungsort Residenzschloss Laufzeit 19.11.2021—13.02.2022 Öffnungszeiten täglich 10—17 Uhr, Dienstag geschlossen Eintrittspreise regulär 6 €, ermäßigt 4,50 €, unter 17 frei, Gruppe ab 10 Personen 5,50 €



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  • Villa Massimo, Rom © Villa Massimo, Foto: Alberto Novelli
    Villa Massimo, Rom © Villa Massimo, Foto: Alberto Novelli
    Staatliche Kunstsammlung, Dresden