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Erzdiözese Wien übergibt an Maruša Sagadin den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst 2022

  • Ausstellung
    23.11.2022

Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien übergibt an Maruša Sagadin den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst 2022

Der Preis ist mit € 11.000 dotiert und mit einer Ausstellung im JesuitenFoyer verbunden. Im Interesse der Fortführung der Sammlung Otto Mauer im Dom Museum Wien kauft der Otto Mauer Fonds eine repräsentative Arbeit der Preisträgerin an. 2022 hat der Otto Mauer Fonds das Höchstalter für Bewerber:innen zum Msgr. Otto Mauer Preis auf 45 Jahre angehoben und trägt damit längeren Ausbildungswegen und etwaigen Karenzzeiten Rechnung. Die Erhöhung des Alters wirkte sich auch auf die Anzahl der Bewerber:innen aus. Es haben sich 178 Künstlerinnen und Künstler um den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst 2022 beworben.

Ausstellung im JesuitenFoyer ab 10. Dezember
Vom 10. Dezember 2022 bis 04. Februar 2023 zeigt die Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2022 Maruša Sagadin ausgewählte Arbeiten im JesuitenFoyer in der Bäckerstraße 18, 1010 Wien. Die Eröffnung findet am Freitag, den 09. Dezember 2022 um 18.00 Uhr statt.

Öffnungszeiten: DO, FR 16 – 18, SA 11 – 13, 24.12.2022 – 11.01.2023 durchgehend geschlossen. Eintritt frei. Es gelten die zu diesem Zeitpunkt gültigen Covid-Regelungen.

Info https://jesuitenkunst.at, http://www.otto-mauer-fonds.at, http://www.sagadin.at/marusa/

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises für bildende Kunst 2022, bestehend aus Dorit Margreiter (Künstlerin, Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2002), Stella Rollig (Generaldirektorin und Wissenschaftliche Geschäftsführerin, Belvedere), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien), Maja Vukoje (Künstlerin) und Gustav Schörghofer SJ, entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst Maruša Sagadin zuzuerkennen.

"Maruša Sagadins künstlerische Praxis an der Schnittstelle von Architektur, Skulptur und Malerei überzeugte die Jury durch ihre unverkennbare Eigenart, durch ihre Farben und durch ihre Form. Die Farben sind kräftig, Blau, Gelb, Rosa, Orangebraun, Weiß. Die Formen erinnern an Werke der Popkunst aus den 1970er oder 80er Jahren, Claes Oldenburg kommt einem in den Sinn, oder Laubsägearbeiten mit deutlichen Bezügen zu den Umrissen von Körpern oder Buchstaben.

All das wirkt sehr anziehend, entgegenkommend, einladend. Einladend insofern, als Betrachterinnen oder Betrachter von diesen Skulpturen immer wieder eingeladen werden, sie zu benützen, auf ihnen zu sitzen, etwas, vielleicht ein Glas Bier, auf ihnen abzustellen oder auf eine andere Weise sich körperlich zu ihnen in Beziehung zu setzen.

Alle Arbeiten von Maruša Sagadin haben einen ganz eigenen Humor, der sich nicht zuletzt in der Beziehung zwischen den Skulpturen und deren Titeln wie „Schnelle Beine“ (2019) oder „Das Herz in der Hose“ (2018) artikuliert. Die Arbeiten begegnen einem nicht von oben herab, als „hohe Kunst“, sondern befinden sich auf einer Ebene mit denen, die ihnen begegnen. Sehr schön zeigt das ein großes Objekt im Skulpturengarten des Belvedere 21, „B – Girls, Go!“, eine riesige Kappe über einem niedrigen Podest. Sie bietet Raum für Auftritte und Inszenierungen und schafft zugleich einen geschützten Bereich. Performance ist hier Eigenschaft der Skulptur und zugleich das, was von der Skulptur von einer Betrachterin, einem Betrachter, eingefordert wird zu einer Vervollständigung des Werks.

Die Arbeiten von Maruša Sagadin sind also zum einen reizvolle und sehr überlegt gestaltete Gebilde, zum anderen sind sie eine Herausforderung an alle, die mit ihnen zu tun bekommen. Insofern sind sie ein äußerst wichtiges Element in einer Gesellschaft, der ein innerer Zusammenhalt zunehmend abhanden zu kommen scheint. Sie schaffen Orte der Zusammenkunft, Orte der Begegnung. Sie tun das spielerisch und zugleich subversiv-kritisch, charmant und eigentlich unwiderstehlich."

Zum Werk
In ihren Werken verbindet Maruša Sagadin Architektur, Bildhauerei und Performance. Im Mittelpunkt ihrer ästhetischen Auseinandersetzung steht die Übertragung von architektonischen Notionen in dreidimensionale Bildwerke. Oft kommentiert sie soziale und politische Brennpunkte im Hinblick auf die Art des Bauens, des Standorts, der Gestaltung, den Nutzer:innen und Auftraggeber:innen. Maruša Sagadin durchleuchtet geschlechtliche, sprachliche und kulturelle Konnotationen und bricht mit den tradierten Normen und Strukturen der Architektur. Bei der Gestaltung ihrer Werke bedient sie sich verschiedener Verfahrenstechniken wie der Vergrößerung, Übertreibung, Verfremdung oder Zweckentfremdung von Alltagsobjekten unter Anwendung von ungewöhnlichen Farbkombinationen. Hauptmaterial ist günstiges Fichtenholz, aber auch klassische Baumaterialen wie Beton oder Styropor finden Verwendung. Ein weiteres Gestaltungselement ist die Übermalung. Oft verändert sie die Erscheinungsform von Werkstoffen durch das Auftragen von dicken Farbschichten, um das darunter liegende Material zum Verschwinden bringen. Auf diese Weise erhalten ihre Werke diesen typischen Cartoon Charakter.

Ihre Arbeiten reflektieren ästhetische Praxen wie die des ungarisch-britischen Architekt Ernő Goldfinger (1902–1987), der sich zu klaren Formen, die sehr oft rational ausgerichtet waren, bekannte und der erst kürzlich verstorbene spanisch-italienische Architekt Ricardo Bofill (1939–2022), der seinen neuen Formen des Zusammenlebens und der Konstruktion poetische Räumen, surrealistischer Strukturen und dramatischer Blicke die Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend mitbestimmt hat.






  • 23.11.2022
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    Öffnungszeiten: DO, FR 16 – 18, SA 11 – 13, 24.12.2022 – 11.01.2023 durchgehend geschlossen. Eintritt frei. Es gelten die zu diesem Zeitpunkt gültigen Covid-Regelungen.



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  • Maruša Sagadin, Schlechte Laune ohne Kiosk und Küche, 2020, Foto: Cäcilia Brown; courtesy Christine König Galerie, Wien, © Bildrechte, Wien, 2022
    Maruša Sagadin, Schlechte Laune ohne Kiosk und Küche, 2020, Foto: Cäcilia Brown; courtesy Christine König Galerie, Wien, © Bildrechte, Wien, 2022
  • Maruša Sagadin, B-Girls, Go!, Foto: Ulrich Dertschei, im Auftrag von KÖR Wien, 2018, © Bildrecht, Wien 2022
    Maruša Sagadin, B-Girls, Go!, Foto: Ulrich Dertschei, im Auftrag von KÖR Wien, 2018, © Bildrecht, Wien 2022