• Menü
    Stay
Schnellsuche

Gugging

faces.! Mathias Braschler & Monika Fischer

Gugging

Die Ausstellung faces from gugging zeigt in Gugging entstandene Werke mehrer Künstler, die sich mit der Thematik des Porträts beschäftigen oder sich ihr, wie etwa Rudolf Horacek, verschrieben haben. Er war der Meister "analytischer Portraits", die zer- legte und von Schrift durchflochtene Gesichter zeigen und diese oft zum Verschwinden bringen. Neben ihm findet man Arbeiten von Künstlern wie Oswald Tschirtner, Fritz Koller, Johann Hauser, August Walla, Johann Garber, aber auch wenig bekannte, wie Johann Binner und Anton Dobay.

Mathias Braschler und Monika Fischer bereisen die ganze Welt und fotografieren Menschen in ihrer Umgebung und in besonderen Situationen, sind in der Lage, in inszenierter Fotografie die Personen in deren Identität wahrzunehmen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie wirklich so bildnerisch umgesetzt werden, wie sie sind. Man sieht ihren Gesichtern den Stolz an, mit dem sie sich präsentieren, wobei sie jegliche Angst vor dieser Entblößung verloren haben. Ob sie chinesische Bauern oder US-amerikanische Anwälte sind, oder die berühmtesten Fußballer der Welt verschwitzt direkt nach dem Spiel. Diese Abbildung der Individualität findet man sogar noch, wenn Braschler Menschen aller Hautfarben weiß bis auf die Augen anmalte.

Die neueste Portraitserie der heute im Haus der Künstler lebenden und tätigen Bewohner wurde im Jänner 2013 speziell für die Ausstellung im museum gugging gemacht. Sie zeigt diese unterschiedlichen Charaktere der Gugginger Künstler, deren Werke, weltweit bekannt, in unzähligen Museen und Galerien gezeigt werden.

Zum bildnerischen Werk der Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer Auszüge aus dem Katalogbeitrag der Kunsthistorikerin und Kulturpublizistin Margit Zuckriegl

Auszüge aus dem Katalogbeitrag der Kunsthistorikerin und Kulturpublizistin Margit Zuckriegl

"Das Künstlerduo Mathias Braschler und Monika Fischer sind „Menschenfänger". Sie agieren in ihrem persönlichen direkten Umfeld wie auch in den entlegensten Gegenden der Welt, sie zeigen uns Menschen, mit denen sie befreundet sind, die sie zu ihrem Umkreis zäh- len, aber auch Personen, die ihnen zufällig über den Weg laufen oder die sie gerade erst kennengelernt haben – berühmte Menschen und anonyme Passanten, urbane City-Stroller und Bewohner der Einsamkeit, heroische Uniformträger und nonchalante Couch-Potatoes – eine Bandbreite, die das Spektrum der menschlichen Befindlichkeiten und Bildlichkeiten auslotet. Ihre Netze sind engmaschig, sie werfen sie im Großstadtdschungel aus und in den Steppen Asiens, in Fußballstadien und Kasernen, in amerikanischen Vorstädten wie in der afrikanischen Savanne, und sie machen reiche Beute: ihre Menschbilder sind ein visuali- sierter Atlas der Ethnien und ein Koordinatensystem einer menschlichen Geographie über Erdteile, Nationen, Stadtgrenzen hinweg; ihr Blick fällt auf die engsten Spielräume eines Straßenzuges und auf die unendlichen Weiten eines unbegrenzten Horizonts, auf freies Grasland und stickige Werkstätten – immer gehört die Bühne und der Bild-Raum dem Auftritt der anvisierten Person."

"Die Gesichter sind wie Ausschnitte konzipiert, entstehen jedoch nicht als Teil einer größeren Aufnahme. Die Stabilität des Blickes, das Dulden des Gegenübers gehören zu den Konzentrationsübungen, die es dem Porträtierten nicht leicht machen, für eines der eindringlichen Fotos zur Verfügung zu stehen. Ein Moment des Zupackens, eine Zehntelsekunde des Auslösens – so entsteht ein Dokument der Anwesenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dennoch sind die Gesichter keine flüchtigen Momentaufnahmen oder skizzierte Augenblicksbilder – (...) das Dauerhafte von großen malerischen Bildnissen der Kunstgeschichte, die Zeitlosigkeit von Porträts jenseits von modischen Trends oder Stilrichtungen."

"(...) Diesem monumentalen Potenzial, das in den drastischen Gesichtern zu fühlen ist, verdanken sie auch das Unmittelbare und Drastische ihres Ausdrucks: Sie lassen den Betrachter nicht unbeteiligt, sie involvieren ihn, er liest in den Gesichtszügen wie in einer Story über Ungesagtes und Ungezeigtes. Gesichter wie Head-Lines: schlagend, drastisch, verknappt, aber voll von Expressivität und Intensität."

Katalog:
faces.! braschler / fischer. Johann Feilacher (Herausgeber), mit einem Beitrag von Margit Zuckriegl. 208 Seiten, Residenzverlag 2013. 60 Seiten. EUR 39,90. Erscheint am 26. März 2013

Biografische Notizen zu Mathias Braschler und Monika Fischer Mathias Braschler wurde 1969 im Aargau, Schweiz, geboren. Er studierte zwei Jahre Geographie und Moderne Geschichte an der Universität Zürich, bevor er 1994 seine Karriere in der Fotografie als Autodidakt begann. Er war für verschiedene Magazine und Zeitungen in der Schweiz tätig, als er 1998 nach New York zog, um sein erstes Buch „Madison Avenue“ zu realisieren. Für die nächsten Jahre lebte und arbeitete er in New York.

Monika Fischer wurde 1971 im St. Galler Rheintal, Schweiz, geboren. Bereits während ihres Studiums der Romanistik und Germanistik an der Universität Zürich nahm sie ihre Tätigkeit als Dramaturgie- und Regieassistentin am Opernhaus Zürich auf. Während mehrerer Jahre arbeitete sie mit verschiedenen bedeutenden Regisseuren zusammen. Neben der erfolgreichen Kollaboration mit Mathias Braschler hat Monika Fischer von 2003 bis 2005 ein Nachdiplomstudium in Szenografie an der Hochschule für Kunst in Zürich absolviert.

2003 begann die enge Zusammenarbeit von Mathias Braschler und Monika Fischer als Fotografenteam anlässlich des Projektes „About Americans“. Als Fotografenduo haben sie sich spezialisiert auf aufwendige Grossprojekte, in denen es immer um den Menschen geht.








Neue Kunst Ausstellungen
C/O Digital Festival
C/O Berlin präsentiert mit C/O Digital Festival . New Values...
Contain a Converse
Temporäres Kunstprojekt von Studierenden des Fachbereichs...
fluky flora | Olga Golos
Es scheint so, als hätten südliche Frühlingswinde ein...
Meistgelesen in Ausstellungen
Florentina Pakosta
Anlässlich ihres 85. Geburtstags widmet die ALBERTINA der...
Ikonen unter Hammer und Sichel
Das Dommuseum Wien präsentiert erstmals in der Europäischen...
Verbündet – verfeindet –
Burghausen, 25.04.2012 Ministerpräsident Horst Seehofer...
  • Chen Liqin_PRC068_M Chen Liqin (22), Worker at a chili drying spot in the desert Bulongji, Gansu, China © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Chen Liqin_PRC068_M Chen Liqin (22), Worker at a chili drying spot in the desert Bulongji, Gansu, China © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • Asamoah_ 2005 Gerald Asamoah, Faces of Football, 2005 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Asamoah_ 2005 Gerald Asamoah, Faces of Football, 2005 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • MRonaldo_HR Ronaldo, Faces of Football, 2006 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    MRonaldo_HR Ronaldo, Faces of Football, 2006 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • Nakamura_HR Sunsuke Makamura, Faces of Football, 2005 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Nakamura_HR Sunsuke Makamura, Faces of Football, 2005 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • 003_White Betty Mathias Braschler/Monika Fischer, Betty, White Portraits, 2002 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    003_White Betty Mathias Braschler/Monika Fischer, Betty, White Portraits, 2002 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • Two Indian brothers_SA_0304 Two Indian brothers - Deneshan Naidoo (22 y), Dhasegan Naidoo (28 y), Capetown, Western Cape, South Africa, Faces from Football, 2010 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Two Indian brothers_SA_0304 Two Indian brothers - Deneshan Naidoo (22 y), Dhasegan Naidoo (28 y), Capetown, Western Cape, South Africa, Faces from Football, 2010 © Mathias Braschler/Monika Fischer
    Museum Gugging
  • Gugging_Vondal_0060.jpg Mathias Braschler & Monika Fischer, Der Gugginger Künstler Karl Vondal, 2013
    Gugging_Vondal_0060.jpg Mathias Braschler & Monika Fischer, Der Gugginger Künstler Karl Vondal, 2013
    Museum Gugging