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Blumen für Kim

Blumen für Kim Il Sung.

  • Ausstellung
    19.05.2010 - 05.09.2010
    MAK »
Blumen für Kim

Kunst und Architektur aus der Demokratischen Volksrepublik Korea

Die Kunst der Demokratischen Volksrepublik Korea ist außerhalb des Landes weitgehend unbekannt. Die Ausstellung „Blumen für Kim Il Sung“ im MAK gibt erstmalig einen umfassenden Einblick in ihre zeitgenössische Kunst, Plakatkunst und Architekturproduktion. Zu sehen ist eine fremde Welt, die durch den Personenkult um die Herrscher Kim Il Sung und seinen Sohn Kim Jong Il bestimmt und von der Juche-Ideologie geprägt ist. „Kunst ist die einzig gesellschaftliche Kraft, die es vermag Grenzen zu überwinden“, erklärt Peter Noever, Direktor MAK, in Zusammenhang mit dieser Ausstellung. Noever weiter: „Blumen für Kim Il Sung ist in keinster Weise als politisches Statement zu sehen, sondern einzig und allein als einzigartige Chance zur Auseinandersetzung mit der idealisierenden Kunst der Demokratischen Volksrepublik Korea, die kaum bekannt ist. Mit der Schau im MAK durchbricht die Demokratische Volksrepublik Korea ihre Isolation zumindest hinsichtlich ihrer künstlerischen Produktion.“

[01] + [02] Blumen für Kim Il Sung. Kunst und Architektur aus der Demokratischen Volksrepublik Korea Nationalgalerie Pjöngjang Foto © Peter Noever/MAK

In enger Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie Pjöngjang werden an die 100 Werke – Ölbilder, Tuschmalerei, Aquarelle – und 30 ausgewählte Plakate präsentiert. Zudem werden großformatige Porträts der beiden Präsidenten Kim Il Sung und Kim Jong Il in der Ausstellung zu sehen sein. Unterstützt von der Architekturakademie Paektusan ist ein eigener Abschnitt der Architektur gewidmet, in dessen Mittelpunkt ein Modell des sogenannten Juche-Turms, des höchsten Steinturms der Welt, steht, das im Auftrag des MAK angefertigt wurde. Dabei handelt es sich um eines der vielen Monumente, die anlässlich des Geburtstags von Kim Il Sung errichtet wurden und einen Eindruck von der stadtplanerischen Idee vermitteln, die dem Wiederaufbau Pjöngjangs zugrunde liegt. Darüber hinaus ist ein Programm in Planung, das ergänzend eine Auswahl von Filmen aus der Demokratischen Volksrepublik Korea zeigen wird.

Malerei In der Regel gibt es zwei zentrale Kategorien in der Ölmalerei der Demokratischen Volksrepublik Korea: Einerseits traditionelle Themen wie Porträts, Landschaften, Szenen aus dem täglichen Leben der Werktätigen, Arbeiter, Bauern etc. und andererseits Darstellungen der beiden Präsidenten. Gebirge, idyllische Seengebiete bis hin zu impressionistisch anmutenden Landschaftsansichten werden eher traditionell dargestellt. In der Malerei werden die Errungenschaften des Staates und seiner Arbeiter gerühmt, Motive dafür liefern Straßenbau, Fabriken etc. sowie stolze, glückliche Menschen. Porträts der Präsidenten nehmen in der Demokratischen Volksrepublik Korea eine besondere Stellung ein, da sie als Nationalheiligtum gelten. Zum ersten Mal verlassen diese Bilder die Nationalgalerie Pjöngjang, um im MAK ausgestellt zu werden. Sie zeigen Vater und Sohn in der Regel mit Vertretern aus dem Volk in den unterschiedlichsten Situationen. Betont wird hierbei immer wieder die Nähe zu den Einwohnern. Die Tuschmalerei war neben der Kalligrafie die traditionelle Maltechnik, sie wurde allerdings erst in den späten 1950er Jahren als koreanische Kunstfertigkeit wieder anerkannt. Sie wird allmählich von offizieller Seite geschätzt und in den großen Künstlerstudios zu allen Themen ausgeführt.

Plakatkunst Bei Plakaten handelt es sich um Propaganda, die das politische System widerspiegeln. Sie zeigen auch sehr deutlich die Überzeugung und Entschlossenheit einem ideologischen Pfad zu folgen, der nicht angezweifelt wird. Anhand der Plakate lassen sich aber auch politische Entwicklungen nachverfolgen, ihre graduelle Veränderung im Zusammenhang mit den nationalen und internationalen Umständen. Gestalterisch gesehen stellen sie eine koreanische Variation der bekannten Propagandaplakate der Sowjetunion und der Volksrepublik China dar.

Partei- und Regierungserklärungen werden auf eine Überschrift reduziert und ständig in allen Medien wiederholt. Farben sind ein wichtiges Gestaltungsmittel für die Plakate: Rot, international als Symbol des Sozialismus anerkannt, wird am meisten eingesetzt. Es gibt ganze Plakatserien um das Motiv des Roten Banners. Rot kommt vor allem bei Plakaten zu den Themen Ideologie, politische Mobilisierung, Loyalität und Selbstaufgabe sowie Anti-Amerika-Kampagnen zum Einsatz, da es für Überzeugung, Entschlossenheit und Grausamkeit / Brutalität steht. Blau hingegen symbolisiert Ruhe, Frieden und Harmonie. Die koreanische Halbinsel wird auf Flaggen, die für Veranstaltungen beider Koreas benützt wird, in Blau dargestellt.

Der Mensch als Herr seines Schicksals steht ebenfalls im Fokus der Plakatkunst dieses Landes. Er wird selten als Individuum dargestellt, sondern als Prototyp einer sozialen Gruppe, versehen mit den dazugehörigen Attributen. Erstaunlicherweise erscheinen die beiden Präsidenten nicht auf den Plakaten. Sie beziehen sich jedoch sehr häufig auf historisch wichtige Persönlichkeiten oder Begebenheiten und schaffen somit einen geschichtlichen Rahmen für tagespolitische Ereignisse.


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  • [01] + [02] Blumen für Kim Il Sung. Kunst und Architektur aus der Demokratischen Volksrepublik Korea Nationalgalerie Pjöngjang Foto © Peter Noever/MAK
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