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Honoré Daumier

Honoré Daumier in der Sammlung «Am Römerholz»

Honoré Daumier

Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» besitzt ein umfangreiches Ensemble an Gemälden und Zeichnungen von Honoré Daumier (1808-1879), die zu den Höhepunkten seines Schaffens gehören und den Bestand als eine der weltweit grössten und besten Daumier-Sammlungen ausweisen.
Honoré Daumier (1808–1879) Rückkehr vom Markt, um 1855/60, Öl auf Leinwand, 35,5 x 28 cm Anlässlich des 200sten Geburtstages des französischen Künstlers stellt das Römerholz diesen einzigartigen Fundus in einer neuen Präsentation. Integriert ist auch eine Auswahl graphischer Blätter, die im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten aufbewahrt werden. Während der gesamten Dauer der Veranstaltung zu Ehren Daumiers wird im Römerholz auch der Film der Kunsthistorikerin und Filmemacherin Judith Wechsler Honoré Daumier. Il faut être de son temps gezeigt. Der im Original französische Film wurde eigens für unsere Ausstellung ins Deutsche übertragen..
Darüber hinaus organisiert die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» ein Symposium, in dem sieben internationale Fachleute, die mit dem Werk Daumiers bestens vertraut sind, neues Licht auf bereits Bekanntes werfen und noch Unbekanntes aufdecken. Dieses Kolloquium ist gleichermassen an Fachleute wie an Daumier- und Kunstliebhaber gerichtet.

Honoré Daumier (1808-1879) wurde in Marseille geboren und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Paris. Die finanziellen Umstände der Familie zwangen ihn schon in jungen Jahren, seinen Lebensunterhalt weitgehend selbst zu verdienen. Und so experimentierte er bereits als Vierzehnjähriger mit der Technik der Lithographie.

Honoré Daumier (1808–1879), Die Graphikliebhaber, um 1860/63, Feder und Aquarell auf Papier, 18 x 24,4 cmDas Jahr 1830 brachte nicht nur für Frankreich, sondern auch für Daumier eine entscheidende Wende. Nachdem im Juli der Bourbonen-König Karl X. die neu gewählte Abgeordnetenkammer aufgelöst hatte, kam es zu einem Aufstand, an dessen Ende Louis-Philippe neuer König der Franzosen wurde. Zeitgleich begann Daumier seine über Jahre andauernde Tätigkeit als Pressezeichner, während deren er insgesamt etwa 4000 Lithographien schaffen sollte, zunächst für die satirische Zeitschrift La Caricature, ab 1832 dann für das ihr nachfolgende Satireblatt Le Charivari. Seine überspitzte Darstellung des Königs Louis-Philippe als Gargantua, einer Monsterfigur aus der gallischen Mythologie, die François Rabelais als Romanfigur hatte aufleben lassen, brachte dem Künstler 1832 eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten ein. Darauf nimmt die am 14. März 1834 in Le Charivari erschienene und hier ausgestellte Lithographie Souvenir de Sainte-Pélagie Bezug, die drei Gefängnisgefährten Daumiers in einer Zelle zeigt. Die Repressionen gegen die Presse in den folgenden Jahren zwangen Daumier, die politische Karikatur weitgehend aufzugeben und sich verstärkt der bürgerlichen Sitten anzunehmen, denen er bis zu seinem Lebensende sein kritisches und scharf beobachtendes Auge lieh.

Honoré Daumier (1808–1879), Singender Pierrot mit Mandoline, um 1873, Öl auf Holz, 35 x 27 cm1925 erwarb Oskar Reinhart bei der Galerie Ernst Arnold in Dresden en bloc 1800 Lithographien, die die meisten in Le Charivari erschienenen Folgen umfassen. Reinhart überliess dieses umfangreiche graphische Werk dem Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten und behielt Daumiers Gemälde und Zeichnungen in seiner ganz privaten Sammlung «Am Römerholz» zurück. Daumiers karikaturistisches Werk traf zwar auf Reinharts schon legendären Sinn für Humor, die eigentliche Liebe des Sammlers galt jedoch dem malerischen Œuvre, das sich allerdings zu Lebzeiten des Künstlers lange nicht derselben Popularität erfreute wie sein lithographisch-satirisches Schaffen und erst im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts in Deutschland wiederentdeckt wurde. Diese Aufwertung hatte Oskar Reinhart miterlebt, und entsprechend der deutschen Daumier-Rezeption feierte er den französischen Künstler als einen Brennpunkt der künstlerischen Entwicklung im Frankreich des 19. Jahrhunderts, die schliesslich zum Impressionismus führen sollte. Als einen «Triumph des Malerischen» wertete Reinhart die impressionistische Ära und stellte sie fortan ins Zentrum seines Interesses


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