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Jenisch Haus Louis Gurlitt. Ein Künstlerleben

Hamburg

Gurlitt hatte viele berühmte Anhänger und Käufer, sowohl aus Adels- als auch Bürgerkreisen. Aber letztendlich konnte er seine Popularität nicht bis zum Ende seines Lebens aufrecht- erhalten, da er es nicht vermochte, seinen Stil dem Zeitgeist gemäß zu variieren. Gurlitts Ehefrau, Elise Gurlitt, schrieb am 20.3.1871 an die Söhne Wilhelm und Louis: „Was mir so wehe tut und was ich mich scheue anzusprechen, seine Leistungen sind nicht der Art, daß man mit Sicherheit, sei es welche Stadt es wäre, auf bestimmten Verdienst zählen kann. Ob nun die neue Umgebung, ob Papa durch das Sehen anderer Arbeiten einschlagen kann, daran zweifle ich, denn schon Jahren fühlte Papa, daß er in seiner Art zu schaffen allein stünde, daß er veraltet sei und sagte‚ ‚helfen kann mir niemand‘“.

AUSSTELLUNGDIDAKTIK: ERPROBUNG NEUER PRÄSENTATIONSFORMEN
Dem Landschaftsmaler Louis Gurlitt, 1897 in Altona verstorben, wurde bereits anlässlich seines 100. Todestages eine große Sonderausstellung im Altonaer Museum gewidmet, die anschließend noch in Flensburg und Kopenhagen gezeigt wurde. In der Ausstellung waren zahlreiche Gemälde und einige Zeichnungen aus allen Schaffensperioden Gurlitts zu sehen, in denen er vor allem Landschaften aus Skandinavien, Bayern, Italien, Griechenland und Schleswig-Holstein gemalt hatte. Mit der Ausstellung sollte Gurlitts Werk wiederentdeckt und die Entwicklung seiner Malerei vorgestellt und kunsthistorisch eingeordnet werden. In der nun geplanten Ausstellung wird nicht das breite Werk, sondern es sollen ausgewählte Arbeiten Gurlitts präsentiert werden. Es ist geplant, die Bilder nach bestimmten Kategorien aufzuschlüsseln und auf unterschiedlichen Bedeutungsebenen zu untersuchen, die dann zur Gesamtinterpretation führen. Die Schau soll neue Aspekte der Auseinandersetzung mit Landschaftsmalerei ermöglichen. Die Exponate, die die Gemälde erläuternd begleiten sollen, entstammen nicht nur der bildenden Kunst, sondern es werden auch Briefe, Tagebücher, Postkarten, populäre Druckgrafik, Lithografien, Fotografien, Stereofotos, Urkunden, 3D-Objekte aus dem Nachlass Gurlitts etc. zu sehen sein. Bildvergleiche mit anderen Künstlern sollen die Einordung Gurlitts in die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts vereinfachen. Zudem geben die Briefe und Tagebucheinträge Auskunft über die Person Louis Gurlitt. Es entsteht das Bild eines europaweit agierenden Künstlers, der in seiner Zeit steht und der an den unterschiedlichen Wünschen seiner Kunden orientiert ist. Es wird deutlich, wie diese Wünsche Moden unterlagen und wie Gurlitt diese Moden und den Geschmack seiner Käufer – die sowohl aus Bürger- als auch Adelskreisen stammten – mit beeinflusst hat.

Themen
Biografie Gurlitts: Briefe, Tagebücher Landschaftsmalerei im 19. Jh. (künstlerisches Umfeld Gurlitts/ Vergleiche mit anderen Künstlern) Maltechnik (Zeichenschule: Präsentation der Kompositionsgabe und Maltechnik Gurlitts via neue Medien) Panorama Naturwissenschaftliche Aspekte im Werk Gurlitts: Vegetation „Boutique“: Die Auftraggeber und Käufer | Salonkultur 19. Jh. Geschichte: Deutsch/Dänischer Konflikt

Zusammenarbeit mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg Wie bereits 2008 im Pilotprojekt „Zimmer mit Ausblick“ erprobt, haben Nachwuchskünstler der Hochschule für bildende Künste Hamburg den Dialog mit dem Maler Gurlitt und der Landschaftsmalerei aufgenommen und sich intensiv mit dem Begriff der Landschaftsmalerei und dem 19. Jahrhundert befasst. Sie ergänzen die Ausstellung „Louis Gurlitt. Ein Künstlerleben“ durch ein Kabinettprojekt, das sich auf künstlerische Weise mit dem Blick auf die Landschaft und ihrer Darstellung auseinandersetzt. Mitwirkende Studenten sind: Sophie Uessler, Eunike Pipenhagen, Jonathan Rüde, Gina Fischli, Fabian Prissok, Stella Rossier, Matvey Slavin, Lucia Kaufmann, Andrea Rickhaus, Clara Wellner Bou, Yu-Ling Hsueh, Sakura Hada, Valerie von Könnemann, Jonas Hinnerkort und Maja Bruns.

Das Jenisch Haus zählt zu den schönsten historischen Gebäuden Hamburgs. Es ist in einem ausgedehnten Landschaftsgarten an der Elbe gelegen. Von den südlichen Räumen bietet sich ein großartiger Blick auf Strom und Schiffe.

Ursprünglich war das Jenisch Haus der Sommersitz des Hamburger Kaufmanns und Bausenators Martin Johan Jenisch d. J. Es wurde 1831 bis 1834 nach Entwürfen von Franz Gustav Forsmann und Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen Stil erbaut. Heute Museum für Kunst und Kultur an der Elbe, zeigt es im Erdgeschoss repräsentative Säle mit reichen Stuckaturen und Parkettböden sowie Mobiliar, Gemälde und Skulpturen aus der Erbauungszeit. In den oberen Etagen präsentieren wechselnde Ausstellungen interessante Themen aus der Kunst- und Kulturgeschichte insbesondere des 19. Jahrhunderts. Die Säle im Erdgeschoss stehen für festliche Empfänge und Trauungen bereit. Das Museumscafé verfügt auch über eine Außenterrasse.

Katalog:
Der besondere Charakter der Ausstellung bedingt auch eine besondere Art der Publikation. An Stelle eines Ausstellungskataloges wird es ein Hörbuch zur Ausstellung geben, welches einen Einblick in das Leben Gurlitts gibt. Unter dem Titel „Gurlitt und die Frauen“ widmet sich das Hörbuch den fünf wichtigsten Frauen im Leben des Künstlers. So werden seine drei Ehefrauen Elise Saxild, Julie Bürger und Else Lewald vorgestellt und zwei weniger glückliche Liebschaften mit Virginie Bidoulac und Fanny Lewald, der Schwester seiner letzten Ehefrau. Die Authentizität der Informationen wird durch Verwendung von Briefen Gurlitts an seine Eltern und Frauen, außerdem durch ein erst kürzlich entdecktes Tagebuch seiner zweiten Ehefrau gewährleistet.








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  • Louis Gurlitt, Blick von Stoefs auf die Hohwachter Bucht, um 1861, Foto Altonaer Museum
    Louis Gurlitt, Blick von Stoefs auf die Hohwachter Bucht, um 1861, Foto Altonaer Museum
    Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte
  • Louis Gurlitt, Zeichenschule, Bäume am Wegesrand, ab 1857, Foto Altonaer Museum
    Louis Gurlitt, Zeichenschule, Bäume am Wegesrand, ab 1857, Foto Altonaer Museum
    Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte
  • Wilhelm Marstrand, Bildnis Louis Gurlitt, 1854, Privatbesitz, Foto Altonaer Museum
    Wilhelm Marstrand, Bildnis Louis Gurlitt, 1854, Privatbesitz, Foto Altonaer Museum
    Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte