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Lubomir Hnatovic & Natascha Renner Landschaften – Land(e)scapes

  • Ausstellung
    09.02.2023 - 01.03.2023
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All diese historischen Entwicklungsschichten und Linien liegen den Arbeiten von Lubomir Hnatovic zugrunde. Seine Lichtakzente erinnern an den holländischen Maler Jan Veermer oder an den großen britischen Landschaftsmaler William Turner. Mit Letzterem verbindet ihn auch die sehr spezielle hell-dunkle Farbschichtung. Turner stellte viele Regelungen und Annahmen der zeitgenössischen Farbtheorie in Frage. Dadurch entstanden bis dahin ungeschaute, ungewöhnliche farbliche Räume. Auch die Tongebung von Hnatovics Malerei ist, wie jene William Turners, eigenwillig, expressiv und lichtverspielt. Auf acrylgrundierter Leinwand entfalten sich in dünnen Ölfarbschichten aufgetragene Licht-Schattenräume.

Hnatovic ist dabei ein Meister der Verhüllung und Abstraktion: schlichtes Schichten von Farben, zunehmendes Verdichten bis hin zu einem beinahe Verschwinden von Form und Struktur kennzeichnen den Entstehungsprozess seiner Landschaften. Das endgültige Bild entsteht durch unsichtbare, innerliche Enthüllung des Malers, die als Verhüllung auf die Leinwand gebracht wird. Lubomir Hnatovics Landschaften formen sich durch flüchtige Pinselstriche und Farbvermischungen, die sich in scheinbar konturlosen Weitenauflösen.

Auszug aus dem Katalogtext „Landschaften“ von Lubomir Hnatovic, Barbara Mithlinger I November 2022

Artist statement I Natascha Renner“vom Wind Bewegt“

...auf Wiesen vom Wind bewegten Gräsern, in einem kleinen Ort in mitten Russlands saß ich und träumte von Weitem und Grenzenlosem, ich spürte den Wind, wie er durch mein Haar weht und was er in sich trägt - den Duft von Wieseblumen und Gräsern, eines nahenden Gewitters und den von Regen durchnässter Erde.

Große Bleistiftzeichnungen auf Papier von abstrahierten Landschaften zeigen Gräser, die fast im Wind wehenden Haaren ähneln. Das Haar der Mutter Erde, so nannte der deutscher Staudengärtner Karl Foerster Gräser. Die Gräser sind Assoziationen aus meinem Leben, passierte Erlebnisse, Eindrücke, Impulse aus einer vergangenen Zeit und aus meinem Ursprungsland Russland die mich bis heute geleiten. Die Sehnsucht nach Freiheit, dem Grenzenlosen und Unbekannten.

Ursprünglich beschäftigte ich mich mit Malerei und Menschenportraits. Gesichter sind auch Landschaften die Erzählungen in sich tragen. Die Hinwendung von Malerei zu gezeichneten Landschaften mit aus der Natur geschöpften Motiven, ist der Wunsch nach Klarheit und die Suche nach Ursprünglichem.

Von großen Holzschnitten des schweizer Künstlers Franz Gertsch bekam ich auch leitende Impulse für meine Arbeit. Der Kurator und Direktor des Sinclair-Hauses Johannes Janssen beschrieb Gertsch’ Arbeiten zum Thema „Schwarzwasser“ als atmosphärisches Stimmungsbild: „An einem Novembermorgen 1990 spazierte ich mit meiner Kamera den Fluss entlang. Es war neblig und es hatte den ersten Raureif. Als der Nebel sich lichtete, kam die Sonne durch, und ihre Strahlen brachten den Raureif zum Schmelzen. Tropfen und kleine Eisstückchen fielen von den Bäumen ins Wasser, und so entstand dieses Licht-Wasser-Spiel.“

Die Inspiration für meine Landschaftszeichnungen überkam mich an einer Küste die ich auf einer Reise durch Südfrankreich bekam. Die Bilder haben sich in mein Gedächtnis eingeprägt und dieser einzigartige Augenblick gab mir ein Gefühl von Schwerelosigkeit und Glück. Daraufhin setzte ich mir ein Ziel, nämlich dieses überwältigende Gefühl auf einem Blatt Papier festzuhalten bevor es mir wieder entschwand.

Lubomir Hnatovic wurde am 7. Oktober 1957 in Brodske (Slowakei) geboren. Wie bei vielen KünstlerInnen sind die Wurzeln seiner Begabung in der Kindheit zu finden. Sein Vater ist ein begabter Hobbymaler, Fotograf und Möbelbauer. Ein schwer behinderter jüngerer Bruder, für den der sechsjährige Lubomir die engste Bezugsperson war, sollte sein Weltbild und damit sein künstlerisches Schaffen wesentlich beeinflussen.

Nach einer Lehre als Schlosser – den Beruf wird er nie ausüben – besuchte er kurz die Akademia vytrarnych umeni in Bratislava und später, nach seiner Emigration in den Westen in den frühen achtziger Jahren, die Zeichenklasse bei Prof. Oberhuber in der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Doch von diesen beiden „Ausflügen“ in akademische Ausbildungsstätten abgesehen, ist Lubomir Hnatovic Autodidakt. Er hat sich seine Meister selbst gesucht. Große Maler wie Goya, Velásquez, Ribera und in jüngerer Zeit Francis Bacon haben etwas in seiner Seele angesprochen, was er allmählich zu seinem ganz persönlichen Stil jenseits aller Moden und marktstrategischen Überlegungen entwickelt hat. Anfänglich schlägt der junge Emigrant sich und seine kleine Familie vorerst als Werbebroschürenverteiler,

Schwimmbadreiniger, Buchbinder, Gartenarbeiter und schließlich als Hausmeister durch. Er renovierte Wohnungen, ja ganze Schlösser. Seine diversen Arbeitgeber waren auch die ersten, die seine Bilder, die neben den anstrengenden Brotberufen entstanden, entdeckten und zu sammeln begannen. Heute lebt und arbeitet Lubomir Hnatovic fast ausschließlich von und für seine Kunst in Wien.

NATASCHA RENNER
1974 in Russland in der Tschuvaschischen Republik geboren.Lehre an der Schule mit Schwerpunkt Kunst.Arbeit im Theater als Dekorateurin und Bühnenbildassistent 2009-2013 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Grafikklasse von Prof. Gunter Damisch (2013 Abschluss mit Diplom)Lebt und Arbeitet in Wien.






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