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Der am 26. März 2008 in Köln verstorbene Designer und Zukunftsforscher Walter Papst zählt zu den bislang eher unbekannten, aber bedeutenden Design-Avantgardisten der deutschen Nachkriegszeit. Das Kölner Museum für Angewandte Kunst zeigt als dritte Station vom 19. Januar bis 21. März 2010 eine von der Firma Wilkhahn konzipierte Ausstellung aus dem umfangreichen Nachlass von Papst. Erste Station war im Sommer 2009 der Firmensitz von Wilkhahn in Bad Münder. Danach zeigte die Stadtgalerie in Kiel, der Geburtsort des Designers, die Ausstellung bis zum 8. November 2009.

 Wilkhahn Archiv

Geboren 1924, studierte er an der Kieler Muthesius Werkkunstschule und unterhielt von 1957 bis 1974 ein Atelier für Industriedesign und Produktentwicklung in Köln. Seine Arbeiten übersetzen die Grundsätze der Moderne in die Aufbruchstimmung der 1950er und 1960er Jahre: Neue Materialien, neue ergonomische Erkenntnisse und neue Ideale fügen sich bei Walter Papst zu ebenso heiteren wie wegweisenden Gestaltungsentwürfen.

Mit dem legendären „Dreibein-Stuhl", der zu unterschiedlichen Sitzhaltungen animiert und so frühen Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen sollte, schlug Walter Papst bereits 1954 ein neues Kapitel in der Schulmöbelwelt auf. Die Ausstellung zeigt neben Prototypen und Originalen auch die Wiederauflage des dreibeinigen Holzstuhls, der zu einer Design-Ikone wurde.

Inspiriert von den Möglichkeiten des neuen Werkstoffs GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) entwickelte Walter Papst ab Anfang der 1960er Jahre Kunststoffmöbel für Kinder in kräftigen Farben. In diese Schaffensperiode fällt auch der Entwurf der Schaukelplastik, die längst zu einem Klassiker der deutschen Designgeschichte avanciert ist. Die Neuauflage der Schaukelplastik im Jahr 2007 belegt deren ungebrochene Aktualität. Einen ganz neuen Typus einer Gartenbank definierte Walter Papst 1961: Ergonomisch, elegant, äußerst dünnwandig, leicht zu bewegen und beständig gegen Vandalismus. Einen weiteren Meilenstein der deutschen Designgeschichte markiert die 1968 gestaltete „verstellbare Sitz- und Liegeeinrichtung mit einer Wetterschutzhaube" als Alternative zum klassischen Strandkorb. Aus wetterfestem Polyester geformt, bestechen die in der Ausstellung zu sehenden Originale bis heute durch ihre Funktionalität und Leichtigkeit.

Die Ausstellung, in Köln von Dr. Gabriele Lueg betreut, zeigt vielfältige Facetten aus dem Lebenswerk von Walter Papst und thematisiert auch bislang eher unbekannte Kapitel wie zum Beispiel die Leidenschaft des Designers für den Kölner Karneval. Diesen verstand Papst als künstlerisches Happening, auf das er sich monatelang akribisch vorbereitete, um es dann mit Gästen aus der Künstler- und Designszene zu zelebrieren. Die Ausstellung lädt ein zu einer ebenso faszinierenden wie inspirierenden Zeitreise, die von Produktgestaltung bis zu den legendären Rosenmontagsfesten führt - eben bis zu „montags beim Papst" - so der Titel der Ausstellung.

Die Schau soll einen bislang kaum bearbeiteten Teil deutscher Designgeschichte der Nachkriegszeit einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Der Eintrittspreis beträgt drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro, er berechtigt auch zum Besuch der Ausstellung „Kunststoff". Der Preis des Kombitickets für den Besuch der Sonderausstellungen und der Ständigen Sammlung beträgt 6,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Pressekontakt: Marie-Luise Höfling, Museumsdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 0221/221-22334, museen@stadt-koeln.de.

Der Museumsdienst Köln übernimmt bei rechtzeitiger Anmeldung Führungen für Gruppen, 0221/221-27380, und Schulklassen, 0221/221-23468, Fax 0221/221-24544.

Während der Passagen vom 19. bis 22. Januar 2010 ist die Ausstellung durchgehend von 11 bis 20 Uhr geöffnet und der Eintritt frei.


Ausstellung






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    Museen in Köln
  • Die Möglichkeit, auf dem Dreibeiner auch seitlich oder rittlings zu sitzen, kommt vor allem dem Bewegungsdrang von Kindern entgegen. Das fördert den Haltungswechsel - auch bei Erwachsenen.
Foto: Wilkhahn
    Die Möglichkeit, auf dem Dreibeiner auch seitlich oder rittlings zu sitzen, kommt vor allem dem Bewegungsdrang von Kindern entgegen. Das fördert den Haltungswechsel - auch bei Erwachsenen. Foto: Wilkhahn
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  • Porträt Walter Papst Walter Papst, geboren 1924, studierte an der Muthesius Werkkunstschule, Kiel. Von 1957 bis 1974 unterhielt er in Köln ein Atelier für Industriedesign und Produktentwicklung. Im Anschluss lebte und arbeitete er als visionärer Gestalter, Schriftsteller und Zukunftsforscher wechselweise in Frankreich und in seiner Wahlheimatstadt Köln. Am 26. März 2008 ist Walter Papst in seinem Kölner Haus gestorben.
Foto: Wilkhahn Archiv
    Porträt Walter Papst Walter Papst, geboren 1924, studierte an der Muthesius Werkkunstschule, Kiel. Von 1957 bis 1974 unterhielt er in Köln ein Atelier für Industriedesign und Produktentwicklung. Im Anschluss lebte und arbeitete er als visionärer Gestalter, Schriftsteller und Zukunftsforscher wechselweise in Frankreich und in seiner Wahlheimatstadt Köln. Am 26. März 2008 ist Walter Papst in seinem Kölner Haus gestorben. Foto: Wilkhahn Archiv
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